Jahrgang 
1930
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In ihren Erwiderungen wiesen die Herren Vertreter der genannten Organisationen und Anstalten auf die wechselseitigen Beziehungen mit der Ernst⸗Ludwig⸗Schule hin und brachten der jungen Jubilarin ihre herzlichen Segens- und Glückwünsche dar.

Die amtliche Mitteilung des Herrn Staatsrat Block im Auftrag des Kultusministeriums verlas der Unterzeichnete nach den Begrüßungen. Sie drückt die Gedanken und Gefühle aus, die sich für den berufensten Beurteiler bei einer Rückschau auf die Entwicklung der Ernst⸗Ludwig⸗Schule ergeben:Wir nehmen warmen Anteil an der Veranstaltung, die des Tages gedenken will, an dem vor 25 Jahren Ihre Schule ins Leben gerufen wurde.

Sie verdankt unter Führung der berufenen Vertreter der Stadt lebendigem Gemeinsinn und opferwilligem Wagemut einer weitblickenden Bürgerschaft ihr Ent⸗ stehen. Stets hat sie sich liebevoller Pflege und Förderung zu erfreuen gehabt, rasch hat sie sich zur Realschule, darüber hinaus zur Oberrealschule entwickelt, und immer war die Gemeinde bereit, neben der Beihilfe des Staates und über seine Mitbetreuung hinaus, für einen würdigen Ausbau der Schule zu sorgen und auch der geistigen Arbeit, die in ihr zu leisten war, eine prächtige Stätte zu bereiten. Und so ist viel Segen von ihr ausgegangen auf die Bewohner Ihrer schönen Stadt und deren Umgebung. Mit Stolz und mit Dankbarkeit dürfen die Lehrer, die einst an der Schule gewirkt haben oder noch jetzt in treuer, unermüdlicher Arbeit an ihr tätig sind, die ehemaligen und die jetzigen Schüler, die ganze Bürgerschaft zurückblicken auf das Vierteljahrhundert, das seit der Gründung der Schule verflossen ist. Auch die schweren Jahre, die schwer⸗ sten Jahre wirtschaftlichen und seelischen Druckes der Kriegs- und Nachkriegszeit hat sie bestanden und so darf sie vertrauensvoll in die Zukunft sehen und weiterer Blüte entgegengehen.

Daß dies so sein möge, das ist der Wunsch des Hessischen Kultusministeriums und das ist auch der Wunsch, den ich persönlich aus ganzem Herzen für Ihre Schule, für Sie, für Ihre Mitarbeiter und für die Ihnen anvertraute Jugend heute an dem Jubiläumstag ausspreche. Ich habe 23 Jahre amtlich die Schule betreut und ihre Entwickluug mit Anteilnahme verfolgt, mich gefreut, wenn ich die staatliche Mithilfe den Lehrkräften und der Stadt⸗ verwaltung leihen konnte bei ihren Bestrebungen zum Besten der Schule. Mit Weh- mut gedenke ich heute des ersten Direktors der Schule, der sie in ihren ersten Jahren mit Liebe und Geschick leitete, ich gedenke weiter des Mannes, der erst vor wenigen Tagen heimgegangen ist und ihr stets tatkräftig die Wege zur Entwicklung wies. Von der Arbeit dieser Männer ging Segen aus, der auch unter Ihrer Leitung, und für alle Zukunft nachwirken möge. Ihrem Fest wünsche ich besten Verlauf mit einem Festgruß an alle Teilnehmer.

Herr Bürgermeister Dr. Xhl führte in seiner Erwiderung auf die Begrüßung aus: Die Schule habe am Ende ihres 25⸗jährigen Bestehens Anspruch auf eine festliche und förmliche Feier, es gebühre allen, die zu dem raschen und erfolgreichen Aufstieg beige⸗ tragen hätten, den Direktoren und Lehrern, warmer Dank. Mit besonders anerkennen⸗ den Worten gedachte Herr Dr. Xhl des verstorbenen Bürgermeisters Dr. Kayser. Die Schule sei im wahren Sinne des Wortes einheimisch geworden, denn etwa 80 vom Hundert der Schüler seien aus Bad⸗Nauheim gebürtig. Die Stadt werde die Anstalt auch in Zukunft im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen weitgehend unterstützen und wünsche der Ernst⸗Ludwig⸗Schule auch fernerhin einen gesunden Aufschwung zum Segen kommender Geschlechter.

Nach den Begrüßungsansprachen hielt der Direktor der Anstalt die Festrede, die wir im Wortlaut folgen lassen: Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Im Leben einer Schule sind 25 Jahre nur eine kurze Zeitspanne. Für die Entwicklung der Ernst-Ludwig-Schule ist aber der Zeitraum von Ostern 1905 bis Ostern 1950 so ereignis- reich und bedeutungsvoll gewesen, daß man den Zeitpunkt des 25jährigen Bestehens nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen konnte. Die Geschichte der Anstalt, die in den Jah- resberichten aufgezeichnet ist, stimmt mit dem Wachstum vieler mittleren höheren Schulen überein. Sie wird gekennzeichnet durch die Eröffnung einer höheren Bürgerschule, die Uber- leitung zur Realschule und den Ausbau zur Oberrealschule. Die Ernst-Ludwig-Schule hat