Jahrgang 
1930
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wird die Palme des Sieges nicht errungen werden; und ihr sollt nur siegen mit reinen Händen und mit untadeligen und lauteren Mitteln.

Das Gefühl treu erfüllter Pflichten verleiht Würde und Kraft, innere Ruhe und Zufriedenheit. Und doch wirkt eine äußere Anerkennung, besonders bei jungen Menschen, ermutigend und ermunternd, den rechten Weg weiter zu verfolgen. Ein Kind, das in das gesellige Leben eintritt, bedarf der Meinung der anderen, wie es auch sonst von ihrer Hilfe und ihrem Beistand abhängig ist.

Wir zeichnen diesmal nur diejenigen aus, die in ihren Leistungen die Gesamt- notesehr gut empfangen haben. Bei diesem Vorgehen sind wir uns wohl be⸗ wußt, das es einseitig ist, einseitig deshalb, weil wir davon absehen, für die Ober⸗ klassen die Bedingungen zu mildern: nicht daß etwa die unterrichtlichen Anforde⸗ rungen im Verhältnis zur geistigen Entwicklung in besonderem Maße wüchsen, son⸗ dern die Hemmungen des außerschulischen Lebens, die Zwischenfälle und Gleich⸗ gewichtsstörungen sind bei reifenden Schülern schwerer zu überwinden, die Ab- lenkungen durch ungeistige Sonderinteressen schwerer zuriückzudrängen. Anfechtbar ist aber auch unsere Entscheidung deshalb, weil wir die Schüler ausschalten, denen ein gütiges Geschick nicht so reiche Talente in die Wiege gelegt hat, und die doch mit ernstem Willen und in harter Arbeit dem Ziele zustreben und die von der Schule geforderten Aufgaben auch erfüllen, wenn sie auch die Lehrstoffe nicht mit so glänzendem Erfolge meistern, wie andere begabtere. Aber auch sie entfalten in sich einen hohen sittlichen Wert, der ebenfalls der Anerkennung würdig ist.

Die Mängel, die unserer Wahl anhaften, sind also leicht zu erkennen. Wir können sie nur entschuldigen durch die Kürze der Zeit, die uns für die Entschei- dung übrig blieb. Denn eine sichere Fesstellung der Zöglinge, die auch mit der Gesamtnote 2 eine Prämie verdienen, erfordert eine gewissenhafte und gründliche Prüfung der ganzen Persönlichkeit nach verschiedenen Seiten.

Im nächsten Jahre werden wir uns die Mühe nehmen, auch andere würdige Schüler ausfindig zn machen.

Außer den mit der Gesamtnote 1 im Osterzeugnis bedachten Schülern und Schülerinnen werden auf den Wunsch des Lehrerrats Prämien noch an 2 Zöglinge verliehen, die durch besondere Leistungen im Dienste der Schulgemeinschaft her⸗ vorgetreten sind. Sie sind aus den Darstellern bei unserer Weihnachtsfeier ausge⸗ wählt.

Mit Buchprämien wurden ausgezeichnet die obengenannten Kinder, die ihre Schul⸗ zeit um ein Jahr verkürzt haben und in Klasse IIIan Alois Lahr und in Klasse IIbi Leonhard Mayer; außerdem Siegfried Mühlhausen IIbz und Adelheid Schoenewald IIbi.

Die III. Internationale Zusammenkunft von Schulkindern, die unter Leitung der Frau Direktor E. M. Gilpin, Weybridge, Surrey steht, fand im August 1929 in der Bedales School bei Petersfield, Hants. statt. An ihr nahmen außer dem Führer, Herrn Dr. Steiger, als Helferin Frl. stud. phil. Margaréthe Witte und S Schülerin⸗ nen und Schüler unserer Anstalt teil: Elisabeth Frick Ib, Hildegard Hanke IIbi, Ruth Hanke IIIa, Leonore IIlium Ib: Hanni Petereit IIal, Adelheid Schoenewald IIa?, Wilhelm Lindner IIaz und Siegfried Mühlhausen IIat.

In Köln, berichtet Herr Dr. Steiger,trafen am Nachmittag des 5. August die Gruppen deutscher Schüler aus den verschiedensten Teilen unseres Vaterlandes zusam⸗ men zur Weiterfahrt nach Aachen, durch Belgien, über Ostende, Dover nach London. Der Abend vereinigte stets, kurz nach dem supper, das in der Regel um 6 ½ Uhr eingenommen wurde, die ganze Arbeitsgemeinschaft im Theater der Schule. Das in der Gruppenarbeit am Vormittag Erarbeitete sollte da in irgend einer gestalteten Form dar⸗ poboten werden. Neben weniger wertvollen Leistungen sah man auch einige recht

eachtenswerte dramatische Darstellungen, die dann jedoch meist längere Zeit vorher mit einem großen Teil englischer Kinder eingeübt worden waren oder wenigstens text⸗ lich fertig vorlagen. Auch alle anderen Punkte des abendlichen Programms waren darauf abgestellt, die Kinder in möglichst vielfältiger Weise und auf den mannigfaltigsten Stoff⸗ be ieten zu Wort und zu Betätigung kommen zu lassen und zum Gebrauch einer der eiden fremden Sprachen anzuregen.