Schüler, Unterricht, Prüfungen.
Die Schülerzahl ist gegen das Vorjahr(278 gegen 247) gesunken; die Ab⸗ nahme erklärt sich aus dem schwachen letzten Kriegsjahrgang, der Ostern 1929 in die Sexta eintrat. Für die künftige Sexta liegen bis jetzt 64 Anmeldungen vor; die hohe Schülerzahl ermöglicht es uns zum ersten Mal, eine Trennung von Knaben(37) und Mädchen(27) durchzuführen. Nach den Erfahrungen früherer Jahre darf damit gerechnet werden, daß die beiden Klassen auch bis zur Oberstufe getrennt unterrichtet werden.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen sehr gut. Schwerere Erkrankungen traten nur vereinzelt auf.
Leider verloren wir am Anfang des Schuljahres eine Schülerin durch den Tod. Die Quartanerin
XNenne Pfeffer
starb am 6. Mai nach kurzer, schwerer Krankheit. An ihrem Begräbnis nahmen der Lehrkörper und die Klasse teil. Herr Pfarrer Hemmes hielt als Lehrer und Geistlicher die tiefempfundene Grabrede. Im Namen der Lehrer und der Mit⸗ schüler legten der Direktor und Studienrat Dr. Becker Kränze nieder. Namens der katholischen Schüler widmete die Primanerin Elisabeth Frick der Ent-⸗ schlafenen einen Kranz.
Das freundliche, heitere und besinnliche Wesen hatte der Verschiedenen die Liebe der Lehrer und Mitschüler erworben, und ihr Andenken wird allen, die ihr näher standen, lieb und teuer sein.
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Den Schwimmunterricht im Städt. Freibad erteilte wie im vergangenen Jahr Herr Turnlehrer Sinnwell. Die Xnaben wurden in 2 Gruppen, die Mädchen in einer Gruppe wöchentlich eine Stunde im Schwimmen unterrichtet. Herr Sinnwell spricht sich in seinem Bericht über die Teilnehmer und den Erfolg seines Unterrichts günstig aus und empfiehlt, die seit dem vorigen Jahr gewählte Form des Unterrichts auch künftig beizubehalten.
Als Freischwimmer wurden von dem Schwimmeister anerkannt in Klasse VI: Frido⸗ lin Düben, Ingeborg Gabriel, Edith Gehrke, Arthur Nötzold, Karl Reinhardt; in Klasse V. Gerda Kunzke, XKäthe Lemme; in klasse IV: Wilhelm Stamm; in Klasse IIIb: IIse Häuser; in Klasse IIbz: Hans Rexroth.
Aus der letzten Schulwoche vor den Osterferien 1929 müssen wir noch nachtragen, daß durch Beschluß der Klassenlehrerräte und im Einverständnis mit den Eltern folgende Schüler und Schülerinnen eine XKlasse übersprungen haben: aus Klasse VI: Elisabeth Böckel, Margarethe Fischer, Toni Gehrke, Georg Geck; aus Klasse V. Kurt Magsaam. Die Lücken, die im Französischen und in der Mathematik bestanden, waren bei allen Kindern dank der uneigennützigen privaten Nachhilfe der Herren Dr. Magsaam und Dr. Becker bereits an Pfingsten ausgeglichen. Herbst 1929 zählten alle „Springer“ auch in der neuen Klasse wieder zu den besten Schülern.
Im Anschluß an die„Stunde des Buches“, am 22. März 1929, die Herr Studienrat Waldt mit einem Lichtbildervortrag in der Turnhalle feierte, hielt der Berichterstatter eine Ansprache, um die Xuszeichnung einiger Zöglinge mit Buch⸗ preisen vor der Schulgemeinde zu begründen:
„Die Anregung, eine Prämienverteilung mit der heutigen Feier zu verbinden, geht
von dem hessischen Minister für Kultus-⸗ und Bildungswesen aus. Wir dürfen des-⸗
halb annehmen, daß die Gründe, die man lange Zeit gegen solche Belohnungen ins Feld geführt hat, nicht mehr als stichhaltig zu betrachten sind.
Ehrgeiz ohne Uberheblichkeit, ohne Scheelsucht, ohne Strebertum, Ehrgeiz, der sich nur auf Geistesgaben und eigene Leistungen gründet, den wollen wir als einen wertvollen Antrieb im Schulleben hüten und pflegen; der Ehrgeiz, der sich in ehr⸗ lichem Streben, in dem Wuchern mit dem Pfunde auswirkt, das euch Gott verliehen, ist eine sittliche Wertverwirklichung. Ohne Kampf mit anderen hemmenden Trieben


