Samstag V.: Ausarbeitungen. Galerie N.: Prei. Sonntag: Frei. 1 Montag V.: Ausarbeitungen. Ausstellung„Technische Stadt“. Führung: Herr Lorenz. N.: Altertumsmuseum. Dienstag: Meißen. Mittwoch V.: Ausarbeitungen. Galerie. N.: Frei. A.: Elternabend. Donnerstag: Elbsandsteingebirge. Schrammsteine. Freitag V.: Historisches Museum. N.: Frei. Samstag V.: Moritzburg. Rückkehr 3 Uhr. Reisevorbereitungen.
Abreise abends 8.40 Uhr. Sonntag: Ankunft 7.40 Uhr Bad-Nauheim.
Zum Resultat unserer Reise kann folgendes gesagt werden:
Es stellte sich als richtig heraus, daß wir dieses Jahr Leipzig durch Naumburg exrsetzten. Eine Großstadt läßt sich in einem Tag nicht in befriedigender Weise besichtigen. Naumburg da- gegen ist überschaubar und bot in geschlossener Form eine überraschende Fülle des Schönen und Wertvollen, so daß ich jederzeit wieder einen Aufenthalt in Naumburg einschieben würde. Auf Weimar konnte ein halber Tag mehr verwendet werden, was sich lohnte. Der Aufenthalt in Dres- den gestaltete sich in ähnlicher Weise wie voriges Jahr, nur war die Anordnung teils aus sachlichen, teils persönlichen Gründen(Zeit der führenden Herren) eine andere. Weg fiel diesmal das Grüne Gewölbe, das mehr als Merkwürdigkeit zu bewerten ist, und die Gänge nach Pillnitz und Loschwitz wurden den freien Nachmittagen überlassen, die auch von den Schülern entsprechend ausgenützt wurden. Dafür traten ein eine Führung im Altertumsmuseum und durch den neueren Teil der Ge- mäldegalerie.
Schon der dreimalige Besuch der Gemäldegalerie weist darauf hin, daß die Erfassung des Künstlerischen in den Vordergrund gestellt wurde. Während die einmaligen geologisch-geographi- schen Führungen ein genügend deutliches Bild hinterlassen, besonders wenn sie sich gegenseitig er- gänzen und zu Hause durchgearbeitet werden, müssen Kunstwerke wiederholt wirken und können durch Reproduktionen nicht voll ersetzt werden. Auch sind ja fast so viele„Formationen“ in einer einzigen Galerie, als Bilder da sind. Es wurde deshalb nach orientierendem Ueberblick zunächst den Schülern die Auswahl der Bilder überlassen, die sie beschreibend bearbeiten wollten, und beim drit- ten Besuch eine gemeinsame Aufgabe gestellt. So kann die Galerie als ein bis zu einem gewissen Grade durchgearbeitetes Thema gelten. Alle anderen Besichtigungen dienten mehr der Anregung und Ergänzung und gaben einen Ueberblick, auch wurde bewußt auf Vollständigkeit verzichtet. Wiederum fühlen wir uns den führenden Herren für ihre eingehende, überaus klare und anschau- liche Führung zu herzlichem Dank verpflichtet, sowie der ganzen Lehrerschaft der Dürer-Schule für ihre Bereitwilligkeit, uns zu unterstützen und der Elternschaft für ihre herzliche und liebevolle Auf- nahme, für die Opferwilligkeit, mit der sie unsere Schüler versorgte und bemüht war, in der freien Zeit ihnen von sich aus neue Schönheiten Dresdens zu zeigen. Dies kam auch in unserem Elternabend zum Ausdruck, an welchem die übereinstimmenden Ansichten der Elternschaft, des Dresdener Kol- legiums und des führenden Lehrers ausgesprochen wurden. Dann lasen einige Schüler eine Szene aus Goethe's„Pandora“, die der Primaner Hohe vorbereitete durch einleitende Worte, in denen er eine Verbindung herzustellen suchte zwischen den von Goethe geschilderten Kulturzuständen und der Technischen Ausstellung. Als sehr eindrucksvoll darf auch eine drastisch-komische Vorführung des Primaners Burk nicht vergessen werden.
Im Anschlusse hieran muß bemerkt werden, daß unsere Schüler sich alle Mühe gaben, von sich aus mitzuarbeiten und das Gebotene durchzuarbeiten. Es ist anzunehmen, daß die Resultate in den Erinnerungsheften eine dauernde beträchtliche Bereicherung ihres Bildungsschatzes sein werden. Wiederum sind die Erinnerungshefte, wie sie von den Dresdener Schülern in vorbildlicher Weise ausgearbeitet werden, für uns eine wertvolle Anregung gewesen.
Aus solchen Gründen dürfte ich nach dieser zweimaligen Erfahrung empfehlen, den Klassen- austausch weiter zu pflegen, vor allem mit der Dürer-Schule, mit der uns jetzt schon freundschaft- liche Bande verknüpfen, bei der wir stets bereitwillige Führer finden und die uns die Möglichkeit ge- währt, in einer Stadt festen Fuß zu fassen, die als Stätte des Kulturreichtums als Ergänzung für


