Jahrgang 
1929
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durch Dr. Trögel sind die reichen Erfolge zuzuschreiben, die auch den diesjährigen von schönem Wetter begünstigten Studienaufenthalt der Dresdner in Bad-Nauheim auszeichnen.

5. Am 28. August fuhr mit der Dürer-Schulklasse die Obersekunda der Ernst-Ludwig-Schule unter Führung des Studienrats Kreutzer nach Mainz. Da aber eine Führung in den Museen nur bei einer beschränkten Teilnehmerzahl fruchtbar gestaltet werden kann, besichtigte die IIa unserer Schule am Vormittag das Naturhistorische Museum, wo Direktor Professor Dr. Schmidtgen in dan- kenswerter Weise die biologischen Kenntnisse unserer Schüler durch die beschreibende Erklärung der einzigartigen Fossilien aus den Mosbacher Sanden und dem Mainzer Becken bereicherte. Die Dres- dener Klasse folgte am Vormittag im Römisch-Germanischen Museum den unterrichtlich angeordne- ten Vorführungen des Studienrats Dr. Klenk, auf den wir durch die Beilage zum Jahresbericht 1927 des Mainzer Realgymnasiums überMuseum und Schule aufmerksam geworden waren. Am Nach- mittag führte Dr. Klenk unsere Obersekunda im Römisch-Germanischen Museum und erklärte die Schätze aus der Zeit der Völkerwanderung(Attila) und ließ Waffen und Kriegsgerät, wie sie bei den Nibelungen üblich waren, gleichsam vor den Augen seiner Zuhörer in den männermordenden Kampf tragen.

6. Die Dresdner Obersekundaner, unter denen 5 Mädchen waren, haben die ganze I4tägige Fahrt mit Einschluß der Reisekosten mit RM. 40. bestritten. Die Bad-Nauheimer Austauscheltern haben es bei der Verpflegung ihrer Schützlinge an nichts fehlen lassen und bei Wanderungen und der dreitägigen Rheinreise immer reichlich für das leibliche Wohl vorgesorgt. Trotzdem weisen Nebenausgaben im Betrage von RM. 15. denn RM. 25. kosteten Eisenbahn und Schiff auf Sparsamkeit und äußerste Einschränkung hin. Die Verwirklichung des Ceistigen findet darin ihren sinnfälligen Ausdruck.

7. Eine gewinnbringende Auswertung der Museumsschätze kann nur von Kundigen erwartet werden. Es gereicht uns deshalb zur besonderen Genugtuung, daß es gelungen ist, überall wo es nötig war, erfahrene und sachverständige Führer zu gewinnen. Für jedes Museum wird neben der Förderung rein wissenschaftlicher Bestrebungen die unterrichtliche Belebung der ausgestellten Schätze stets ein hohes Ziel bleiben. Denn ohne das teilnehmende Verständnis eines größeren- Laienkreises, der nicht produktiv ist, wäre alles Schöpfertum, auf welchem Gebiet es sich auch be- tätigen mag, schlechterdings sinn- und zwecklos. Neue Wege von den Sammlungen der Wissen- schaft und Kunst zu der Schule und dem Volke müssen geebnet werden.

8. Der Wert des Klassenaustausches ist nicht allein in den Dingen zu suchen, die wirklich von den Zöglingen gelernt und unverlierbar heimgebracht werden, sondern das gegenständliche Lehrverfahren, das bei solchen Studienfahrten geübt wird, bildet ein Gegengewicht gegen die Ab- straktion der wissenschaftlichen Betrachtungsweise, die sonst in den höheren Klassen überwiegt. Die jungen Menschen nehmen ein Stück Leben in sich auf, sie kommen in Berührung mit dem leben- digen Strom des Geschehens, und wenn nicht äußere Gründe hinderten, wäre es von größtem Vor- teil, einen wesentlichen Teil des Unterrichts auf die erfrischende Erarbeitung aus Natur und Leben einzustellen.

Im Ganzen unseres Tuns und Wirkens in der Schule bedeutet der Klassenaustausch eine sinn- volle Ergänzung, und wir können aus den seither gesammelten Erfahrungen Mut zu neuem Schaf- fen, Freude an der Verantwortung und die Hoffnung weiteren Gelingens schöpfen.

Herr Studienrat Waldt berichtete:

Wie im vorigen Jahr konnten wir auch in diesem einen Klassenaustausch mit der Dresdner Dürer-Schule veranstalten(I1b Bad-Nauheim/Ila Dresden)..

Nachdem die Frage der Unterbringung zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst war, konnte die Reise angetreten werden; sie verlief folgendermaßen:

Sonntag: Fahrt nach Weimar, dann nach Tiefurt, Skizzen.

Montag V.: Goethe's Gartenhaus, Goethehaus. N.: Schillerhaus Belvedere, Gartenbau-Ausstellung, Skizzen. Dienstag V.: Jakobsfriedhof, Goethe-Schillerdenkmal, Theater, Schloß, Fahrt nach Naumburg. N.: Naumburg: Dom. Fahrt nach Dresden. Mittwoch V Tberittllch Ausarbeitung. Gemäldegalerie. .: Frei. Donnerstag V.: Ausarbeitungen. Moderne Galerie. N.: Plauenscher Grund. Führung: Herr Leistner. Freitag V.: Ausarbeitungen. Albertinum. N.: Stadt. Führung: Herr Schumann.