Jahrgang 
1929
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Am 20. November ließen die Hess. Lichtspiele für Schule und Volksbildung den Lehr- filmDas große weiße Schweigen in unserer Turnhalle abrollen.

Klassenaustausch mit der Dürer-Schüle in Dresden.

Ueber unseren zweiten Klassenaustausch mit der Dürer-Schule lassen wir die Berichte des Unterzeichneten und des Herrn Studienrat Waldt an das Hess. Kultusministerium folgen. Der Direktor berichtete am 8. September 1928:

1. An dem diesjährigen Klassenaustausch mit Dresden war die Ib der Ernst-Ludwig-Schule und die Ila der Dürer-Schule beteiligt. Die Unterrichtsfahrt unserer Unterprima unter Führung des Studienrats Gustav Waldt begann am Sonntag, den 19. August, und endete am Sonntag, den 2. September. Studienrat Dr. Trögel aus Dresden fuhr mit seiner Klasse über Würzburg und traf erst am 22. August in Bad-Nauheim ein. Die Heimreise traten die Dresdner am 3. September an, nach der Rückkehr unserer Austauschklasse: denn die Austausch-Schüler und-Schülerinnen sollten sich dies- mal in Bad-Nauheim persönlich kennen lernen, nachdem im vorigen Jahr das Zusammentreffen in Dresden ermöglicht worden war.

2. Um einen Ueberblick über die reichen Möglichkeiten zu geben, die Bad-Nauheim und seine Umgebung für einen lebendigen Anschauungsunterricht bieten, zählen wir die Unterrichts- gänge und Fahrten auf, die Studienrat Dr. Trögel mit seiner Klasse unternommen hat:

I. Gang durch Alt-Bad-Nauheim unter Führung von Studienrat Dr. Knieriem: Erkennen des ei- förmigen Kerns des alten befestigten Dorfes aus den heutigen Straßenzügen, Standplatz der alten Tore, alte Gassen und Winkel. Vom Turm des Johannisbergs: geologischer Aufbau der Landschaft und die Besiedelung der Wetterau von den ältesten Zeiten, Entwicklung des Dorfes zum Weltbad in verschiedenen Etappen, aus dem Bauplan der Stadt abgeleitet.

An dem lehrreichen Gang, der über die Geschichte Bad-Nauheims nach dem heutigen

Stadtbild einprägsamen Aufschluß gab, nahm auch der Unterzeichnete teil.

II. Friedberg: Burg und Stadt, Judenbad, Liebfrauenkirche, besondere Stücke des Museums unter Führung von Professor Dreher, Friedberg.

III. Besuch der technischen Anlagen des Bades, die Sprudel und ihre Bedeutung, unter Führung des Betriebsobersekretärs Wittich. IV. Homburg, Saalburg, Kapersburg.

V. Butzbach: Marktplatz, Schrenzer und Römeranlagen.

VI. Burgruine Münzenberg, die Geologie der Wetterau, gezeigt an Aufschlüssen bei Oppers- hofen, Rockenberg und Münzenberg, Kloster Arnsburg, unter Führung von Studienrat Dr.

Plank.

VII. Mainz: Römisch-Germanisches Zentralmuseum(Jupitersäule), unter Führung von Studienrat

Dr. Klenk, Mainz, und Wanderung durch Alt-Mainz unter Führung von Oberstudienrat Dr.

Neeb, Mainz. Am Abend Weiterfahrt nach Bacharach.

VIII. Am nächsten Tage Dampferfahrt nach Koblenz und Besichtigung der Stadt. IX. Durchs Lahntal über Gießen nach Bad-Nauheim zurück.

X. Am Sonntag, den 2. September, Ausflug zu den Steinfurther Rosengärtnern in einzelnen Gruppen.

3. upyfanrat Dr. Trögel hatte sich die Aufgabe gestellt, die Eroberung Germaniens durch die Römer, ihre militärischen Anlagen, Siedelungen und die mannigfachen kulturellen Einflüsse der Römer den Schülern zur Anschauung zu bringen. Diesem Ziele entsprechend beschränkte sich die Führung im Zentralmuseum in Mainz auf eine Gruppe von Funden, die eine sichere Vorstellung von einer Römerstadt auf germanischem Boden vermittelten. Neben der Römerzeit wurde auch das dentsehe Mittelalter in der Betrachtung der alten, ehrwürdigen Baudenkmäler zu neuem Leben er- weckt.

Die geologische Unterweisung von der Höhe des Johannisbergs fand in Einzelbeobachtungen an Ort und Stelle ihre vertiefende Ergänzung.

Und dann der Rhein, naturhaft, sagenumwoben, und der wohlgepflegte Garten Bad-Nauheim.

4. Bei den Unterrichtsgängen haben sachkundige Führer ihre tiefgründigen Kenntnisse in den Dienst der Jugendbildung gestellt. Wir sind den Herren Professor Dreher, Friedberg, Ober- studienrat Dr. Neeb, Mainz, Studienrat Dr. Klenk, Mainz, Studienrat Dr. Plank und Studienrat Dr. Knieriem, Bad-Nauheim, zu großem Dank verpflichtet. Für die entgegenkommende Beurlaubung Dr. Klenks sprechen wir auch hier Oberstudiendirektor Dr. Zulauf unseren verbindlichsten Dank aus. Der selbstlosen Mithilfe der genannten Herren und der gewissenhaften Vorbereitung der Fahrt