Jahrgang 
1929
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Unterzeichneten abgehalten wurde, unterzogen sich 19 Schüler und 5 Schülerinnen. Allen Abi- turienten konnte die Hochschulreife zuerkannt werden.

Tätigkeit der Schülervereine.

Die Vereinigung der Sternfreunde hielt im Jahre 1928 von Ostern bis Weih- nachten 15 Versammlungen ab. Es beteiligten sich durchschnittlich S Schüler der Klassen la- IIIa. Die Vorträge beschäftigten sich mit der Erdgeschichte, der Bewegung im Sonnensystem, mit Luft- hülle und Klima, mit den Schichten der Erde usw. Ergänzt wurden die Vorträge durch Lichtbilder und Ilustrationen, die mit Hilfe des Epidiaskops vorgeführt wurden. Bei der ersten Zusammen- kunft jedes Monats wurde der Sternenhimmel eingehend besprochen und bei günstiger Witterung im Freien beobachtet. Nach dem Bericht des Abiturienten A. Franz.

Der Schachhklub setzte seine Spieltätigkeit im abgelaufenen Schuljahr fort. Jeden Mitt- woch nachmittag fanden sich etwa 10 Schüler aus den Oberklassen im Zeichensaal ein, um sich durch Spiel und gegenseitige Belehrung im Schach zu vervollkommnen. Nach Weihnachten blieben die Oberprimaner dem Spiel fern, da ihnen die Vorbereitung für die Reifeprüfung nur wenig freie Zeit ließ. Nach dem Bericht des Klubleiters Ferdinand Rosenthal.

Nach Ostern rief Herr Studienrat Bertram aus Schülern der Oberklassen eineSpielge- meinschaft ins Leben, um unabhängig von den planmäßig angesetzten Spielstunden, eine Aus- lese von spielfreudigen jungen Leuten zusammenzufassen. An einem schulfreien Nachmittag wurde jede Woche 2 Stunden gespielt. Besondere Pflege galt zunächst dem Handballspiel, und die neue Mannschaft fühlte sich bald so gewandt und schlagfertig, daß sie auch Wettspiele mit den Nachbar- schulen(Augustinerschule, Friedberg; Weidig-Oberrealschule, Butzbach und Realgymnasium, Gießen) austragen konnte. Zwar sind unsere Schüler in den Kämpfen unterlegen, aber sie haben sich gegen Mannschaften mit langer Uebung und sicherer Gewöhnung gut gehalten. Es kommt uns auch nicht so sehr auf den Sieg an, bildsamer und sittlich wertvoller sind ehrliches, anständiges Spiel und die kameradschaftlichen Beziehungen, die bei den Wettkämpfen angeknüpft werden. Soweit Sport und Spiel ertüchtigen, sind sie nur als Mittel zum Zweck zu betrachten.

Zu dem freiwilligen Turnen haben sich im Laufe des Winters unter Leitung von K. Albeser Ila 26 Schüler zusammengeschlossen. Die Uebungen fanden jeden Montag von 57 Uhr abends statt. Es wurde mit gemeinsamen Freiübungen begonnen und dann in 4 Riegen an den Ge- räten geturnt. Zum Schluß wurde noch ein Ballspiel oder ein Hindernis- oder Geschicklichkeitslauf veranstaltet.

Der Horst Bad-Nauheim des Deutschen Pfadfinderbundes entfaltete auch im vergangenen Jahr eine vielseitige und erfolgreiche Tätigkeit. In den Pfingstferien waren viele Mitglieder im Schulungslager der Landesmark am Niedermooser Teich bei Grebenhain(Ober- hessen). Dort besuchte der Unterzeichnete am 1. Juni das Zeltdorf der Pfadfinder, das schön in einer Waldlichtung angelegt war. Es hatten sich für die Pfingstwoche etwa 120 Jungen aus Hessen und Hessen-Nassau eingefunden. Oroße und kleine Zelte waren über die weite Wiese verstreut, in deren Mitte die bunten Wimpel im Winde flatterten. Es war gerade die Zeit, wo das Mittagsmahl auf offenem Feuer zubereitet wurde. Nach den Eindrücken, die wir von der Besichtigung und aus der Unterhaltung mit 2 Pfadfindern vom Horst Bad-Nauheim empfingen, wollen wir gern anerkennen, daß das einfache Leben in Luft, Licht und Wasser für junge Leute außerordentlich wohltätig ist. Es stählt den Körper und den Willen, lehrt Einordnung, Genügsamkeit und Selbstzucht, Tugenden, die im späteren Leben so wertvoll und förderlich sind. Die ganze Schar schien von echt deutschem Geist beseelt und von idealistischem Schwung zusammengehalten.

Von weiteren Veranstaltungen des Horstes sind zu erwähnen: in den Sommerferien eine 14- tägige Fahrt von 11 Pfadfindern unter dem Horstführer Willi Ruder in den Thüringer Wald, das Saaletaal und nach Oberfranken. Die Spielschar führte LessingsPhilotas mit großem Erfolg auf. Der Horst zählte 45 Mitglieder, von denen 35 Schüler der Ernst-Ludwig-Schule sind.

Ueber die Tätigkeit der Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande berichtet ihr Leiter, Herr Studienrat Dr. Knieriem:Die V. D. A.-Schulgruppe umfaßte im abgelaufenen Schuljahr 120 Mitglieder, von denen derJung Roland regelmäßig ge- lesen wurde. Wie in früheren Jahren, so fuhr auch an Pfingsten 1028 Herr Dr. Steiger mit 15 Schülern und Schülerinnen zu der großen V. D. A.-Tagung, diesmal nach Gemunden am Traunsee; seine Frau teilte mit ihm die großen Mühen und Sorgen, die mit einer solchen Fahrt verbunden sind. Dafür gebührt ihnen besonders herzlicher Dank. Auf der Hinfahrt hatten sich Herr Stu- dienrat Räder und Frau angeschlossen. Außer den Veranstaltungen in Gemunden brachten der