Jahrgang 
1929
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Im Gesang wurqden in diesem Jahr die Klassen VI und V gemeinsam unterrichtet. Beim Chorsingen waren die Klassen la IIa vereinigt; außerdem beteiligten sich am Chor die stimmbe- gabten Schüler aus IV und IIIb und die freiwilligen Sänger aus IIIa und IIb.

An dem wahlfreien hebräischen Unterricht des Herrn Oberstudienrat Lampas an der Augustinerschule in Friedberg beteiligten sich mit Zustimmung des Herrn Ministers für Kultus und Bildungswesen die Schüler Alfred Herrnbrodt la und Franz Huber IIa.

An den Reichsjugendwettkämpfen, die Antang September ausgetragen wurden, nahmen 51 Knaben und 7 Mädchen teil. Sieger wurden 35 Knaben und 7 Mädchen. Den ersten zehn vom Hundert der Sieger in der Reihenfolge der Punktwertung wurde am 22. Dezember nach einer Ansprache des Direktors die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten überreicht: Hans Schäfer IIb2, Erwin Schneider la, Otto Törmer IIIb, Ernst Schäfer Ib; die übrigen Sieger erhielten die vom Deut- schen Reichsausschuß für Leibesübungen gestiftete Urkunde. Inhaber des Reichsjugendabzeichens ist Hermann Burk Ib.

Im Laufe des Schuljahres wurden 7Monatsspaziergänge unternommen, dabei wur- den der 11. Januar und der 6. Februar 1920 zum Rodeln und Eislauf benutzt. Der Jahresaus- flug fand für die Klassen laIIIb am 30. August 1928 statt. Die Oberprima wanderte 2 Tage im Feldberggebiet unter Führung von Herrn Dr. Knieriem, die IIbl besichtigte mit Herrn Dr. Magsaam das Schloß Mespelbrunn und kam über Sömmerau nach Miltenberg in 2tägiger Wanderfahrt, die IIlag war mit Herrn Jung ebenfalls 2 Tage unterwegs und lernte den Spessart kennen(Rothenfels, Wertheim, Aschaffenburg). Die drei untersten Klassen blieben bei dem unsicheren Wetter des 30. August in der Schule zurück und machten an dem sonnigen Tage des 4. September ihren Jahresaus-

ug.

Wegengroßerllitze wurde der Unterricht ab 11.20 Uhr an folgenden Tagen ausge- setzt: am 30. Juni, am 2., 3., 9., 11., 12., 13. Juli und am 11. September.

Am 17. Dezember 1028 mußte der Unterricht infolge mangelhafter Erwärmung der Unter- richtsräume ausfallen. Der kalte Tag fiel in die Zeit, wo 2 neue Dampikessel aufgestellt wurden, und die Heizung des Gebäudes auf einen kleinen alten Kessel beschränkt war.

Ungewöhnlich kalte Tage herrschten am Montag, den 11. Februar, Dienstag, den 12. Februar, und Mittwoch, den 13. Februar, wo die Quecksilbersäule in der Nacht auf 22 bis 23⁰° C sank. Die Erwärmung der Klassen, die alle nach Norden liegen, wurde immer schwieriger. Mittwoch, den 13. Februar, wurden wir genötigt, den Unterricht nach der 3. Stunde abzubrechen und vorläufig bis Freitag, den 15. Februar, auszusetzen, da trotz starker Anspannung der neuen Dampfkessel nur eine durchschnittliche Wärme von+ 10° C in den Schulräumen erreicht wurde. Nachdem die grimmige Kälte etwas nachgelassen hatte(185 C) und die Kessel der Zentralheizung durch einen vom Hochbauamt bestellten Arbeiter während der folgenden Nächte unter Hochdruck gehalten worden waren, konnte der Unterricht am Freitag, bei 17 180 C in den Schulzimmern wie- der fortgesetzt werden.

Dann trat in der Belieferung der vom städt. Gaswerk mit Koks versorgten Anstalten eine plötzliche Stockung ein, so daß die Schließung der Schule nunmehr wegen Koksmangels drohte. Doch war die Ernst-Ludwig-Schule in dem Augenblick, als sich der Mangel zeigte, noch gut mit Koksvorräten versorgt, so daß wir bis zum Eintreffen von Zechenkoks durchhalten konnten. So ver- lief dieser durch Kälte und Krankheit denkwürdige Winter ohne nennenswerte Störungen des Unter- richtsbetriebs.

Durch die gütige Vermittlung des Kreiswohlfahrtsamts Friedberg konnten auch im Sommer 1928 6wöchige Erholungskuren an der Ostsee für mehrere Mädchen und Knaben aus den unteren und mittleren Klassen durchgeführt werden. Vom 1. Mai bis 12. Juni waren 5 Schülerinnen im Rudolf-Grothheim, und 9 Knaben nahmen vom 5. Juli bis 16. August ihren Kuraufenthalt im Heim Neufahrt in Lemkenhaven auf Fehmarn. Erholungsbedürftige Kinder werden von einem längeren Orts- und Luftwechsel in der Regel großen Gewinn für ihre körperliche Entwicklung nach Hause brin- gen, und wir empfehlen deshalb den Eltern von den auch im kommenden Sommer vorgesehenen Erholungskuren für ihre im Wachstum zurückgebliebenen oder körperlich schwachen Kinder Ge- brauch zu machen, um so mehr als durch das Entgegenkommen der Reichsbahn die Kinder künftig nur den 4. Teil des Fahrpreises der 3. Klasse und den halben Schnellzugszuschlag zu entrichten haben. Die täglichen Kurkosten betragen etwa Mark 2.25.

Herr StaatsratBlock besuchte unsere Anstalt am 18. Dezember 1028 und wohnte dem Unterricht in einigen Klassen bei.

Der mündlichen Reifeprüfung, die am 26. Februar 1920 unter dem Vorsitz des