Jahrgang 
1929
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Am 17. Februar verschied infolge einer schweren Grippe unser lieber Abiturient

Herbert Lindner

An der Trauerfeier auf dem Friedhofe am 20. Februar nahmen das ganze Lehrerkollegium und die Klassen laIIb teil. Herr Pfarrer Knodt sprach als Geistlicher und Lehrer des Entschlafenen vor der großen Trauergemeinde. Der Unterzeichnete legte mit Worten treuen Gedenkens im Namen der Lehrer der Ernst-Ludwig-Schule einen Kranz an der Bahre des uns so früh entrissenen jungen Freundes nieder. Außerdem legten die Ober- primaner und die anderen Klassen Kränze nieder. Nach der Feier in der Friedhofskapelle trugen Freunde des Verschiedenen aus Ober- und Unterprima den Sarg zum Grabe, wo wir uns schmerzerfüllt von dem vielbeklagten Freunde trennten.

Herbert Lindner war einer unserer treuesten Schüler, er besaß eine hervor- ragende zeichnerische Begabung, die zu den schönsten Hoffnungen in dem späteren Be- ruf berechtigte, dem er sich zuwenden wollte. Wir betrauern in ihm einen lieben Schüler und erfolgreichen Abiturienten, einen braven Sohn und einen guten Kameraden. Die Abiturienten widmeten ihm einen öffentlichen Nachruf:Als treuer und wahrer, echter Kamerad wird er in unseren Herzen weiterleben.

Duch die Zeichnung unseres Titelblattes hat uns der Verstorbene eine dauernde Erinnerung hinterlassen.

Dersechsstündige Vormittagsunterricht hat sich gut eingebürgert und wird auch im nächsten Jahre durchgeführt werden. Wir machen die Eltern erneut darauf aufmerksam, daß ihre Kinder in der Schule ungekochte, keimfreie Milch trinken können. Von dieser Gelegenheit machen immer noch nicht genug Kinder Gebrauch. Auch in diesem Jahr hat uns die Stadtverwaltung in dankenswerter Weise die Mittel zur Verfügung gestellt, um 15 17 Kinder unentgeltlich mit Milch und Brötchen zum Frühstück zu versorgen.

Die 2 Stunden Bewegungsspiele, durch welche der Turnunterricht nach den

neuen Lehrplänen ergänzt wird, konnten in diesem Jahr zwar in kleineren Verbänden abgehalten werden; aber die Behinderungen durch die große Entfernung des Sportplatzes von der Stadt sind geblieben.. Im Schwimmunterricht mußten wir zu einer durchgreifenden Aenderung der seit- herigen Weise schreiten. Da das Freibad täglich von 11 Uhr an als Familienbad benutzt wird, und manche Eltern Bedenken geltend gemacht haben, daß ihre Kinder am Familienbad teilnehmen, haben wir von der Benutzung des städt. Freibades durch ganze Klassen absehen müssen. Um aber den Nichtschwimmern Gelegenheit zur Erlernung der Schwimmkunst zu geben, haben wir, für Knaben und Mädchen getrennt, unverbindliche Kurse eingerichtet, die von Herrn Turnlehrer Sinnwell ge- leitet werden. Die Teilnahme der Schüler an den Schwimmkursen wurde durch eine Schwimmkarte mit Kontrollabstempelungen überwacht. Herr Sinnwell bezeichnet in seinem Bericht das Ergebnis des diesjährigen Schwimmunterrichts als sehr zufriedenstellend und empfiehlt die Beibehaltung der Kurse auch im nächsten Jahr...

Es haben im letzten Sommer unter Anleitung des Schwimmeisters schwimmen gelernt: in Kl. VI Karl Becker, Albert Rosenfelder, Kurt Rullmann, Irmgard Richert; in Kl. VHelmut Kuttner und Annemie Habicht; in Kl. IVV Gertrud Arnold und Thea Lichthardt; in Kl. IIlal Frank, Gerlach, Harbaum, Heil, Kunzke, Lahr, Mattheiß; in Kl. IIla2 Dietz: in Kl. IIbl Hörnle, Vonderschmidt und Margaseidler; außerdem noch in Kl. VLotte Jüdell beim Bademeister und ohne Anlei- tung in Kl. VHeinz Schäfer.