Jahrgang 
1929
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V. Zur Geschichte der Anstalt.

Die Lehrer.

Das Schuljahr begann am 23. April 1928 mit den Aufnahmeprüfungen und schließt am 23. März 1920. In der Zusammensetzung des Lehrkörpers sind im Laufe des Schuljahres nur unwesent- liche Aenderungen eingetreten.

Herr Studienrat Theodor Jung mußte wegen eines nervösen Herzleidens vom 4. Juni bis zu den Sommerferien beurlaubt werden. Der Studienreferendar Fräulein Dr. Anni Pfeifer wurde durch Verfügung des Kultusministeriums mit der Vertretung des beurlaubten Herrn Jung be- auftragt. Abgesehen von einigen Verschiebungen im Unterricht, die durch die zur Aushilfeleistung berufenen Lehrkraft bedingt waren, übernahm Fräulein Dr. Pfeifer in der Hauptsache den stunden- planmäßigen Unterricht des Herrn Jung.

Herr Studienrat Dr. Knieriem besuchte vom 9.13. April die 30. Hauptversammlung des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in Stuttgart. Vom 17. 20. September war Herr Dr. Knieriem zur Teilnahme an der 00. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte in Hamburg beurlaubt.

Vierzehn Tage vor den Sommerferien, am 11. Juli 1928, trat Herr Studienrat Dr. Steiger einen 6wöchigen Urlaub für eine Studienreise nach Frankreich an, die ihn über Paris besonders nach dem Süden des Landes führte.

Während der Herbstferien nahm der Unterzeichnete vom 4. 6. Oktober an dem- dagogischen Kongreß in Kassel teil.

Einem neusprachlichen Fortbildungskursus in Darmstadt vom 22. 27. Oktober wohnten die Herren Studienräte Uhl, Unverzagt, Dr. Magsaam, Jung und Dr. Steiger je 3 Tage bei.

Am 3. November besuchten Herr Studienrat GustavWaldt und Herr Oberreallehrer Karl Benner, denen sich der Unterzeichnete anschloß, die Frankfurter AusstellungDas bildschaf- fende Kind in den Räumen des Kunstvereins. Die Ausstellung war vom Archiv für Kunsterziehung an den höheren Schulen Frankfurts veranstaltet worden.

In der ersten Dezemberwoche beteiligte sich Herr Studienrat Dr. Becker an einem auf 3 Tage bemessenen Einführungskurs in den chemischen Arbeitsunterricht, der unter Leitung von Herrn Oberstudienrat Dr. Mannheimer an der Oberrealschule und Reformrealgymnasium i. E. in Main⸗ abgehalten wurde..

Durch Entschließung der evangelischen Kirchenregierung vom 28. April wurde dem Pfarrver- walter Herrn Paul Gerhard Schäfer die 2. evangelische Pfarrstelle in Bad-Nauheim über- tragen.

Die prov. technische Lehrerin Fräulein Annalda Hammerschied am 1. Mai 1928 auf ihr Nachsuchen aus dem Staatsdienst aus, um sich zu verheiraten. Zu ihrer Nachfolgerin für unseren Mädchenturnunterricht wurde die prov. technische Lehrerin Fräulein Marie Tönges ernannt.

Schüler, Unterricht, Prüfungen.

Die Schülerzahl ist gegen das Vorjahr etwas zurückgegangen(284 gegen 278) und wird im kommenden Jahr weiter sinken, da nach dem Abgang der starken Oberprima(24) kein aus- reichender Nachwuchs in der neuen Sexta zu erwarten ist, ganz abgesehen von den aus den mitt- leren Klassen ausscheidenden Schülern und Schülerinnen. Seither hatte die Frequenz der Schule unter den Kriegsjahrgängen kaum zu leiden: Ostern 1926 traten 35 Knaben und Mädchen in die Sexta ein, Ostern 1927 waren es sogar 44 und Ostern 1928 immer noch 30; der vierte Kriegsjahrgang zeigt den stärksten Geburteurückgang; bis jetzt sind für die Sexta des nächsten Schuljahres erst 19 Kinder angemeldet, deren Eltern alle mit einer Ausnahme in Bad-Nauheim ansässig sind. Die Eröff- nung einer katholischen höheren Privatschule für Mädchen kann allein die Abnahme der Anmel- dungen nicht erklären.

Der Gesundheitszustand der Schüler war bis Anfang Februar 1920 gut. Dann wurden die Grippeerkrankungen unter unseren Zöglingen zahlreicher: am 13. Februar mußten wegen Krankheit 46 Kinder dem Unterricht fernbleiben, am 18. Februar 40 Kinder. Langsam nahm die Zahl der Erkrankungen ab, und am 2. März fehlten im Unterricht noch 24 Kinder. Zum Aussetzen des Unterrichts lag auch nach der Ansicht des Kreisarztes kein Grund vor; denn unter 270 Schülern fehlen in der Regel etwa 20 wegen vorübergehender Unpäßlichkeit und wegen Erkältungen. Leider trat die Grippe bei einigen Zöglingen in recht bedenklicher Form auf, und wir hatten bange Sorge um die jugendlichen Patienten und mußten für sie die schlimmsten Befürchtungen hegen.