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Weise vor Weihnachten den Kindern und Eltern Verzeichnisse guter Schriften zur Anschaffung guter Bücher empfohlen. Möge diese wirklich gute, auch vom pädagogischen Standpunkt voll- kommen einwandfreie Lektüre gute Samenkörner in das Gemüt unserer Jugend einpflanzen, auf daß ein starkes, charakterfestes und hilfreiches Geschlecht, gefestigt gegen alle Gefahren des modernen Lebens, zur Ehre unseres Volkes heranwachise.—
Wir haben im letzten Winter häufig beobachtet, daß Kinder, namentlich der unteren und mittleren Klassen, verspätet zur Schule kamen. Wir Lehrer sind in so vielen Dingen auf die Mitarbeit und Unterstützung des Elternhauses angewiesen und können es nicht verstehen, daß es immer noch so viele Familien gibt, wo auf das rechtzeitige Aufstehen wenig Gewicht gelegt wird. Den Kindern fehlt dann die nötige Zeit zum gründlichen Waschen und Ankleiden, oft muß das heiße Getränk im Stehen hastig getrunken und das Brötchen noch auf dem Schulwege verzehrt werden. Mit offenem Munde rennen sie halb nüchtern durch die rauhe Morgenluft, kommen aufgeregt, außer Atem und in Schweiß in ihre Schulsäle und haben damit die beste Vorbedingung geschaffen, sich zu erkälten. Wir möchten deshalb allen Eltern, denen die Ge- sundheit ihrer Kinder am ierzen liegt, raten, gerade des Morgens auf ihre Kinder recht sorgsam aufzupassen. Sie sollen so frühzeitig aufstehen, daß sie in aller Ruhe frühstücken und ohne Anstrengung rechtzeitig zur Schule kommen können.
Wir bringen noch einige Verfügungen unserer vorgesetzten Behörde, die von allgemeinem Interesse sind, zur Kenntnis der Eltern unserer Schüler.
In der Ministerial-Verfügung vom 21. Oktober 1912 betreffend:„Eintritt von Schülerinnen der Untersekunda der höheren Lehranstalten in die Frauenschulen“ heißt es:
„Mädchen, die die IIb einer höheren Lehranstalt mit Erfolg durchlaufen haben, können ohne Aufnahmeprüfung in die unterste Klasse der Frauenschule eintreten.“
In dem Amtsblatt vom 6. November 1912 betreffend:„Abschluß einer Vereinbarung wegen Anerkennung der Befähigungszeugnisse der Lehrerinnen und Schulvorsteherinnen“ heißt es:
„Zwischen der Großh. Hessischen und der Kgl. Preußischen Regierung ist mit Giltigkeit vom 1. Januar 1912 ab eine neue Vereinbarung dahin getroffen worden, daß die Zeugnisse über die bestandene Fachprüfung an den Hessischen Höheren Lehrerinnenseminaren und die Zeugnisse über die bestandene Lehramtsprüfung an den Oberlyzeen in Preußen gegenseitig als gleichwertig anerkannt werden, und zwar berechtigen die erwähnten Hiessischen Zeugnisse auch zur Anstellung an Volksschulen im Königreich Preußen, während die erwähnten Preußischen Zeugnisse auch zur Anstellung an Volksschulen im Großherzogtum Hessen berechtigen sollen.“
Die Ferien im Schuljahr 1913/14 verteilen sich wie folgt:
Beginn des Schuljahres: 31. März 1913.
Pfingstferien: vom 11. Mai bis 17. Mai incl.
Sommerferien: vom 6. Juli bis 2. August incl.
Herbstferien: vom 28. September bis 11. Oktober incl. Weihnachtsferien. vom 21. Dezember 1913 bis 3. Januar 1914 incl. Schuljahrsschluß: am 4. April 1914.
Das Kuratorium bilden folgende Herren:
Bürgermeister Dr. Kayser, Vorsitzender Stadtverordneter Aletter „ Breidenbach
Dr. med. Frick Dr. med. Hirsch Kaufmann Klingemeier
„ A. Mayer Stadtverordneter Wörner Rektor Prof. Dr. Zimmer.


