Jahrgang 
1912
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muntere Schar nach Aschaffenburg, von wo nach Besichtigung der Stadt die Heimfahrt angetreten wurde. Die Obertertia fuhr über Frankfurt nach Bickenbach an der Bergstraße und wanderte über Jugenheim und Schloß Heiligenberg nach dem Feldberg. Nach kurzer Rast wurde das Felsenmeer besichtigt und über das Fürstenlager der Rückmarsch nach Auerbach angetreten, von wo aus die Heimfahrt erfolgte. In Darmstadt wurde die Fahrt unterbrochen und die Zeit bis zum Abgang des nächsten Zuges zu einem Gang durch einige Fauptstraßen der Stadt und zur Besichtigung des Residenzschlosses und des Hoftheaters benutzt. Die IlIb fuhr morgens nach Homburg und erstieg nach etwa 4stündiger Wanderung über den Sandplaken den Feld- berg. Auch die Quarta benutzte die Bahn bis Homburg, besichtigte den Tierpark und wanderte auf den Feldberg. Nachmittags erfolgte der Rückmarsch über die Saalburg nach der Lochmühle von da mit der Bahn nach Hause. Die Quinta übernahm einen Ausflug nach dem Niederwald. Der Bahnfahrt nach Mainz folgte ein Gang durch diese Stadt und die Dampfschiffahrt nach Rüdesheim. Der Aufstieg zur Höhe gewährte bei klarem Wetter manchen herrlichen Blick in den Rheingau und in das Nahetal. Eine detaillierte Beschreibung und geschichtliche Erklärung des Denkmals durch den Aufsichtsbeamten erweckte in allen Anwesenden das höchste Interesse. Nach einstündigem Aufenthalt am Nationaldenkmal erfolgte die Talfahrt mit der Zahnradbahn und die Heimreise mit der Eisenbahn. Die Sexta begnügte sich mit einer Fahrt nach dem nahen Butzbach. Der Vormittag wurde der Besichtigung der Stadt gewidmet, nachmittags gings auf den Schrenzerberg, wo die germanischen und römischen Anlagen besichtigt wurden. Außer diesem Tagesausflug wurden am Vormittag von den einzelnen Klassen verschiedene, meist zwei- bis dreistündige Spaziergänge nach den schönsten Punkten der näheren Umgebung unserer Stadt unternommen.

Gleich nach den Sommerferien bat Herr Pfarrer Wissig auf Grund eines ärztlichen Attestes um einen dreiwöchentlichen Urlaub, der ihm vom Ministerium gewährt wurde. Dadurch fielen wöchentlich je 2 Religionsstunden in den Klassen Illa und IIb aus.

Am 25. August, dem Namenstag Sr. K. H. des Großherzogs, fiel der Unterricht aus.

Der Tag von Sedan wurde in den Klassenzimmern durch Ansprachen der Klassenführer und durch Schulausflüge gefeiert.

Die Wiederimpfung der 12jährigen Kinder fand am 11. September, die Nachschau am 13. September statt..

Da der 17. September 1011, der Geburtstag I. K. H. der Großherzogin ein Sonntag war, fiel den 16. September der Unterricht aus.

Am 18. September fand die Prämiierung der Topfgewächse statt, die im Laufe des Sommers von Schülern und Schülerinnen gepflegt worden waren. Wie im vorigen jJahre hatte uns auch diesmal die Großherzogl. Kurverwaltung aus ihren reichhaltigen Beständen die ge- wünschte Anzahl Pfleglinge und viele schöne Blattpflanzen als Preise zur Verteilung an Schul- kinder zur Verfügung gestellt. Auch der hiesige Kur- und Verschönerungsverein förderte unsere Bestrebungen durch Bewilligung eines namhaften Geldbetrags. Für diese Schenkungen sagen wir auch an dieser Stelle den gütigen Gebern geziemenden Dank.

Am 15. Oktober besichtigte die Klasse Ila in Begleitung des Unterzeichneten die hiesige staatliche Eisfabrik, wobei Hlerr Werkmeister Suchy in dankenswerter Weise die Führung über- nahm und durch klare, dem Verständnis der Schüler angepaßte Ausführungen die hoch- interessanten Einrichtungen zur Eisgewinnung erläuterte.

Der Hitze halber mußte die 5. Vormittagsstunde, beziehungsweise der Nachmittagsunter- richt 13 mal ausgesetzt werden.

Jugendspiele fanden wegen der geringen Beteiligung seitens der Kinder im verflossenen Sommerhalbjahr nicht statt. Dagegen war die Beteiligung vieler unserer Schülerinnen am Tennis- spiel im Kurpark eine rege. Die uns in dankenswerter Weise von der Stadtverwaltung zum Spielen überlassene Parzelle Flur XVI Nr. 175%⁄1 0, Wiese am Wiesenweg, wurde zum Abhalten von Turnstunden benutzt.

Als Ersatz für Herrn Lehrer Weide wurde durch Minist. Verfügung vom 19. September 1911 der Schulgehilfe Fucks an der höh. Bürgerschule zu Schlitz zum Schulverwalter an der Ernst-Ludwig-Schule mit Wirkung vom 1. Oktober 1911 an ernannt.

Friedrich Wilhelm Fucks wurde am 2. November 1801 zu Mainz geboren. Er besuchte das Realgymnasium seiner Vaterstadt und bestand Ostern 1910 an dieser Schule das Maturitäts- examen. Hierauf besuchte er den pädagogischen Kursus 1910/11 zu Darmstadt und bestand an