Jahrgang 
1910
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Die durch Versetzung von Frl. Lorenz freigewordene Stelle wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 22. April 1900 dem Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Langen, Adolf Pabst, mit Wirkung vom 24. April 1900 an übertragen.

Adolf Pabst, geboren am 14. Mai 1878 zu Darmstadt, besuchte das Ludwig Georgs- Gymnasium daselbst und dann das Gymnasium zu Bensheim, wo er Ostern 1806 die Reife- prüfung bestand. Er studierte an der Landesuniversität Gießen und bestand im August 1800 die Prüfung für Chemie, Mineralogie und Geologie, Geographie, Physik und Mathematik. Hier- auf trat er in das pädagogische Seminar am Realgymnasium zu Darmstadt ein, dem er ein halbes Jahr angehörte. Vom Beginn des Sommerhalbjahres 1900 ab verwaltete er eine provisorische Lehrerstelle an der Realschule zu Heppenheim, vom 1. Oktober 1900 ab eine solche an der höheren Bürgerschule zu Ober-Ingelneim. Am 1. Oktober 1901 erfolgte seine Ernennung zum Lehramtsassessor. Vom 1. Mai 1902 bis zum 1. Juni 1903 verwaltete er eine provisorische Lehrerstelle an der Realschule zu Oppenheim, von da an eine solche an der höheren Bürger schule zu Langen. Mit Wirkung vom 1. April 1904 an wurde er an dieser Anstalt definitiv an gestellt. Am 24. April 1900 wurde er auf seinen Wunsch hier an die Ernst Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim versetzt.

Auf eignen Wunsch erfolgte die Versetzung des Lehramtsassessors Fr. Heuß; eine Ministerial-Verfügung vom 7. April 1900 übertrug ihm die provisorische Verwaltung einer Lehrer- stelle an dem Progymnasium und an der Realschule zu Alzey. An seine Stelle trat der Ober lehrer an der Ober-Realschule zu Alsfeld, Karl Unverzagt, der durch Allerhöchstes Dekret vom 22. April 1900 zum Oberlehrer an der Ernst Ludwig-Schule zu Bad-Nauheim mit Wirkung vom 4. April 1900 ernannt war.

Karl Unverzagt wurde am 26. Mai 1878 zu Gebweiler im Oberelsaß geboren. Er be- suchte zunächst das Gymnasium seiner Vaterstadt bis Weihnachten 1891, hierauf das Realgym- nasium zu Biedenkopf bis Ostern 1895, siedelte dann nach Darmstadt über und bestand Ostern 1898 am dortigen Realgymnasium das Maturitätsexamen. Hierauf studierte er Philologie an den Universitäten Straßburg, Heidelberg und Gießen, welch letztere er Ostern 1903 mit bestandenem Examen und der Lehrbefähigung im Französischen und Englischen für Ober- und im Deutschen für Mittelklassen verließ. Am 21. April bis 4. Juli 1903 vertrat er einen beurlaubten Oberlehrer an der Augustinerschule zu Friedberg, gehörte dann bis Ostern 1904 dem pädagogischen Seminar an dem Gymnasium zu Gießen an und wurde dann am 11. April 1904 an das Realgymnasium und die Oberrealschule zu Mainz versetzt. Am 1. April 1905 wurde er zum Lehramtsassessor ernannt. Am 1. Oktober dieses Jahres wurde er an die Realschule zu Groß-Umstadt versetzt, wo er bis zu seiner Versetzung an die Realschule in Alsfeld am 16. April 1906 blieb. Am 1. Oktober 1906 wurde er zum Großh. Oberlehrer ernannt. Ostern 1900 wurde er dann an die Ernst Ludwig-Schule nach Bad-Nauheim versetzt mit Wirkung vom 4. April.

Die Religionsstunden des nach Bingen versetzten Pfarrassistenten Widmann übernahm Herr Pfarrassistent zur Nieden.

Herr Oberlehrer Dr. Strecker hatte für eine Studienreise nach Italien vom 30. März 1900 bis 21. April 1900 Urlaub erhalten, wobei die Kollegen für den Teil des Urlaubs, der nicht in die Ferien fiel, die Vertretung übernahmen.

In dankenswerter Weise hat der Stadtvorstand in seiner Sitzung vom 29. Juni beschlossen, 5% Freistellen zu vergeben, die auf Vorschlag des Lehrerrats in ganzen oder sogenannten halben Stellen an hiesige Schüler und Schülerinnen verliehen werden sollen. Solche Befreiungen von der Entrichtung des Schulgeldes werden immer nur für ein jahr bewilligt und sind an den Nachweis guter Befähigung, tüchtigen Strebens und tadelfreien Betragens geknüpft. Sie erfolgen nur auf Nachsuchen.

Den Tagesausflug unternahmen sämtliche Klassen am 17. Juni. Die Ober- und Unter- sekunda fuhren mit der Bahn über Gießen nach Wetzlar, machten von hier aus eine schöne Fußwanderung über den Magdalenenhäuserhof nach Braunfels, von wo aus gegen Abend die Rückreise mit der Bahn erfolgte. Die Obertertia fuhr nach Hungen, besichtigte dort Schloß und Kirche, wanderte dann an den Waldteichen vorbei nach Laubach, von wo nach kurzer Rast der Weg nach Villingen führte, wo die Jungviehweide besichtigt wurde. Um 7 Uhr erfolgte dann die Heimfahrt wieder von Hungen aus. Die Untertertia und Quarta benutzten die Bahn bis Mainz, fuhren mit dem Dampfboot bis Rüdesheim und wanderten nach dem Niederwalddenkmal. Nach dessen Besichtigung führte sie der Weg nach Aßmannshausen; die Rückkehr bis Rüdes- heim wurde mit dem Motorboot, von dort nach Hause mit der Bahn ausgeführt. Die Quinta