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IV. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Das Schuljahr 1914/15 begann am°20. April 1914 und endigt am 27. März 1915.
2. Personalnachrichten. Mit Beginn des verflossenen Schuljahres wurden versetzt: Die Herren Professoren Kinkel und Völzing und die Herren Oberlehrer Dr. Emmel und Fink. Den genannten Herren, die alle auf eine mehrjährige Tätigkeit an unserer Anstalt zurückblicken, sagt die Schule auch auf diesem Wege für ihr pflichttreues Wirken den besten Dank. An ihre Stelletraten: Die Herren Lehramtsassessoren Emmel, Dr. Kämmerer Schelhorn und Schlierbach. Herr Lehramtsassessor Schmidt, der vom 24. Januar bis zu den Osterferien wegen Krankheit beurlaubt war, erhielt auf ärztlichen Rat weiteren Urlaub bis zu den Pfingstferien und wurde von Herrn Lehramtsassessor Schuckmann vertreten. Nach den Pfingstferien übernahm Herr Assessor Schmidt wieder seinen Unterricht. Auch Herr Assessor Hofmann, der bis zum Herbst in freiwilliger Betätigung unserer Schule angehörte, musste wegen Krankheit einen mehrwöchigen Urlaub nehmen. Am 5. Juni wurde Herr Lehramtsassessor Dr. Kämmerer zu einer aclhıtwöchigen militäri- schen Uebung eingezogen und von den Piingstferien bis zu den Sommerferien von Herrn Assessor Georg Haas vertreten. Am 3. Juli trat Herr Professor Dr. Becker eine Studien- reise nach England an, die er aber infolge des Krieges vor Ablauf seines Urlaubes ab- brechen musste. Am 1. April wurde Herr Lelıramtsreferendar Dr. Keym und am 1. Oktober Herr Lehramtsreferendar Dr. Sandels zum Lehramtsassessor ernannt. Am 7. April starb ein hoffnungsvoller Schüler unserer Schule Walter Deichmann aus Illlb. An seinem Grabe legten der Direktor im Namen der Lehrer und Herr Reallehrer Storck für seine Klasse unter Worten der Teilnahme einen Kranz nieder.
3. Neubau. Am ersten Schultage fand um$!/, Uhr die Einweihung unseres Neu- baues statt, zu der als Gäste die Herren Bürgermeister Dr. Sutor und Stadtbaumeister Schmitt erschienen waren. Die Feier, welche in der stimmungsvollen, festlich ge- schmückten Vorhalle mit dem anschliessenden langen Gange abgehalten wurde, leiteten zwei Musikstücke ein, die von den Herren Bumann, Dr. Levy und Schuckmann vorgetragen wurden. Daran anschliessend sprach der Unterzeichnete ein Gebet, dem als gemeinsames Lied der Choral:„Lobe den Herren“ folgte. Die Festrede hielt der Direktor und gedachte in ihr nach einer kurzen Einleitung vor allem derer, die dazu beigetragen haben, die Errichtung eines neuen Realschulgebäudes zu verwirklichen. Dabei erwähnte er die Direktoren Germann, Buchhold und Eger sowie alle beteiligten staatlichen und städtischen Beamten und sagte warmen Dank der Grossh. Regierung, der Stadt Alzey, Herrn Bürgermeister Dr. Sutor und Herrn Stadtbaumeister Schmitt. Desgleichen dankte er allen Geschäftsleuten für die gewissenhafte und schöne Ausführung der übertragenen Arbeiten und den Herren Gebr. Baum für die Ueberlassung des kunstvollen Brunnensarges. Die Dankesworte liefen in die Bitte aus, dass Regierung und Stadt auch bei der Lösung der noch schwebenden Fragen gleiches Wohlwollen bezeigen möchten. Die Schüler aber ermalhınte der Redner, sie sollten ihre Dankbarkeit für die Errichtung des neuen Hauses durch Fleiss und Eifer beweisen. Dabei wies er sie auf das zwischen den Eingangs- pforten ausgehauene Bildwerk hin und erläuterte seinen Sinn. Es habe die Bedeutung eines Wahlspruches. Als solchen sollten sich die Schüler jetzt beim Einziehen in das neue Haus Herders Wahlspruch:„Licht, Liebe, Leben“ ins Herz schreiben und darnach ihr jetziges und zukünitiges Leben einrichten. Die Lehrer aber wollen die Schüler durch ihr Wirken zur Betätigung im Sinne dieses Spruches anleiten. Der Direktor erinnerte dann an das Gedächtnisjahr 1913, das an uns alle die Mahnung gerichtet habe, treu den gesteckten Zielen nachzustreben, und wies dabei auf einen Aus- spruch Bismarcks hin, wonach ohne das Wirken der Lehrer die Erfolge in der neueren deutschen Geschichte nicht möglich, gewesen wären. Zum Schluss führte der Redner noch aus, dass in neuerer Zeit besonders im naturwissenschaftlichen Unterricht Ver- besserungen erstrebt würden, und dass bei dem Neubau auf diese bereits ausreichend Rücksicht genommen sei. Desgleichen sei auch der Zeichensaal der immer wachsenden Bedeutung des Zeichnens entsprechend eingerichtet worden. Die Rede schloss mit der


