F. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Das Schuljahr 1907/8. begann am 8. April 1907 und endigt am 11. April 1908.
S 2. Personalangelegenheiten. Durch Dekret vom 30. März 1907 wurde der Lehramts- Assessor Dr. Hermann Lotz mit Wirkung vom ı. April zum Öberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey ernannt.
Hermann Lotz, geboren am 22. März 1881 zu Vilbel, bestand Ostern 1899 die Reifeprüfung am Real- Gymnasium zu Darmstadt, widmete sich dann auf den Universitäten zu Heidelberg und Giessen dem Studium der neueren Sprachen und legte im Juli 1903 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab. Oktober 1903 bis Ende April 1904 war. er Mitglied des Padagogischen Seminars am Real-Gymnasium zu Darmstadt; von da bis September 1905 war ihm die Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule zu Heppenheim a. d. B. übertragen. Am 1. Oktober 1905 wurde er zum Lehramtsassessor ernannt; am gleichen Tage trat er bei dem Inf.-Regt. Nr. 115 als Einjährig-Freiwilliger ein. Nach Ablauf des Militärjahres wurde ihm am 8. Oktober 1906 die Verwaltung einer Lehrer- stelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey übertragen. Am 28. Januar 1906 promovierte er zu Giessen mit einer Arbeit:„Der Versbau A. de Moutchrestiens.“
Ebenso wurde durch Dekret vom 30. März 1907 der Lehramtsassessor Otto Emmel mit Wirkung vom 1. April zum Oberlehrer an der’Realschule und dem Progymnasium zu Alzey ernannt.
Otto Emmel, geboren am 3., Juli 1880 zu Grapow in der Mark Brandenburg, bestand Ostern 1899 die Reifeprüfung am Real-Gymnasium zu Giessen, widmete sich dann auf der Landesuniversität Giessen dem Studium der Mathematik, Physik und Geographie und legte im Juli 1903 die Staatsprüfung für das höhere Lehramt ab. Herbst 1903 bis Herbst 1904 war er Mitglied des pädagogischen Seminars am Real-Gymnasium zu Darmstadt Am 1. Oktober 1904 trat er bei dem Fussartillerie-Regiment Nr. 3 zu Mainz als Einjährig-Freiwilliger ein. Nach Ablauf des Militärjahres war er zwei Monate als Volontär am Real-Gymnasium zu Giessen beschäftigt und wurde am 5. Dezember 1905 mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Augustinerschule(Gymnasium und Realschule) zu Friedberg betraut. Ostern 1906 wurde er mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Pro- gymnasium zu Alzey beauftragt und am 1. Oktober 1906 zum Lehramtsassessor ernannt.
Eine Ministerial-Verfügung vom 9. August 1907 übertrug dem Lehramtsreferendar Rudolf Stier zur Vertretung des zu einer militärischen Uebung einberufenen Oberlehrers Christoph Kobelt für die Zeit vom 15. August bis zum 20. September die Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey. Durch Dekret vom 28. August wurde dem Oberlehrer Philipp Bitsch zum 1. September der Charakter als Professor erteilt; weiter ‚wurde durch Ministerial-Verfügung vom 1. Oktober der Lehramtsreferendar August Förster zum Lehramtsassessor ernannt. Ein Dekret vom 21. Dezember brachte die Ernennung-des Lehr- amtsassessors Konrad Richter zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey.
Konrad Richter, geboren am 17. September 1880 zu Schwedt an der Oder, bestand Ostern 1900 am Gymnasium zu Giessen die Reifeprüfung,‘ widmete sich dann auf der Landesuniversität Giessen dem Studium der reinen und angewandten Mathematik und der Physik und legte Ostern 1904 die Staatsprüfung für das höhere Lehr- amt ab. Ostern 1904 bis Ostern 1905 war er Mitglied des pädagogischen Seminars am Gymnasium zu Giessen. Am 1. Mai 1905 wurde er mit der Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey betraut und am 1. April 1906 zum Lehramtsassessor ernannt.
Mit der Vertretung des zu einer militärischen Uebung beurlaubten Oberlehrers Otto Emmel wurde für die Zeit vom 8. Februar bis 4. April durch Ministerial-Verfügung vom 28. Januar 1908 der Lehramtsassessor Karl Riehl beauftragt.
3. Prüfungen. Am ı1. März 1908 fand die regelmässig im Frühjahr abzuhaltende münd- liche Abschlussprüfung unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Oberschulrat Nodnagel statt. Ausserdem wurden am 30. Mai und am 13. September 1907 unter dem Vorsitz des zum Regie- rungsvertreter ernannten Direktors ausserordentliche mündliche Abschlussprüfungen abgehalten.
4. Schulfeiern. Der Sedantag wurde durch Ansprachen der Klassenführer und durch nachfolgende Schulausflüge gefeiert; ebenso fanden zur Feier des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs Ansprachen in den einzelnen Klassen statt. Am 25. Januar 1908 wurde zur Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers im Kasinosaale eine Schulfeier abge- halten; der Direktor hielt die Festrede über König Ruprecht, den Pfälzer auf dem deutschen Thron.
5. Gesundheitliches. Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im allge- meinen günstig. Doch verloren wir am 29. Juli 1907 durch den Tod(an einer: Gehirnkrankheit) einen sehr braven und hoffnungsvollen Schüler, den zehnjährigen Sextaner Eugen Isaac aus Wallertheim, an dessen Grabe in Vertretung des beurlaubten Direktors Herr Oberlehrer Völzing die wärmste Teilnahme aller Glieder unserer Anstalt zum Ausdruck brachte.


