Jahrgang 
1914
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3. Die Abmeldung der ausscheidenden Schülerinnen hat spätestens während der Osterferien mündlich oder schriftlich bei dem Uhnterzeichneten zu erfolgen.

4. Die Eltern werden darauf hingewiesen, dass das Schulgeld mit Beginn des Berichtsjahres erhöht worden ist; es beträgt jährlich: für die Vorschule, Klasse XVIll: 80 Mark; »» Mittelstufe, Klasse VIIV: 108 Mark; »» Oberstufe, Klasse IVI: 130 Mark.

Das zweite Kind derselben Eltern bezahlt nur?/s, das dritte und jedes weitere nur!/, dieses Betrags. An der Schule können bis zu 5°/, der Schülerinnenzahl Freistellen vergeben werden.

5. Dem Kuratorium der höheren Mädchenschule gehören zurzeit folgende Herren an: 1. Bürgermeister Dr. Sutor, Vorsitzender. 2. Rektor Balser. Professor Dr. Becker, Grossh. Oberlehrer. Reallehrer Bumann, Stadtverordneter. Kaufmann Ad. Levi ll. Kaufmann Emil Liebmann, Stadtverordneter. . Justizrat Wolf. 6. Die Ferien fallen im Schuljahr 1915 auf folgende Zeiten: Pfingstferien: 23.30. Mai. Sommerferien: 15. Juli bis 13. August. Herbstferien: 30. September bis 13. Oktober. Weihnachtsferien: 23. Dezember bis 5. Januar 1916. Osterferien: 16. bis 30 April 1916.

7. Der Unterzeichnete ist in allen die Schule und die Schülerinnen betreffenden Angelegenheiten täglich von 12 bis 1 Uhr in seinem Amtszimmer zu sprechen. Wird Rücksprache zu einer anderen Zeit gewünscht, dann empfiehlt es sich, vorher eine Verständigung durch Vermitt- lung der Kinder herbeizuführen.

In meinen früheren Jahresberichten habe ich die Eltern um ihre Mitarbeit gebeten, wenn es sich darum handelte, gesundheitliche Schädigungen von ihren Kindern fernzuhalten, sie vor den nachteiligen Wirkungen der Schundliteratur zu bewahren u. a. m. Was soll ich heute an dieser Stelle sagen? Ich meine: Elternhaus und Schule müssten gerade jetzt, in dieser ernsten Zeit, fest zusammenstehen und jedes an seinem Teile mit dafür sorgen helfen, dass in den Herzen unserer Kinder ein warmes helles Feuer angefacht werde, ein Feuer ernster Religiosität, inniger Vaterlandsliebe, unbedingten Vertrauens in unsere grosse und gerechte Sache, dass alles Un- deutsche und Gleisnerische, alles Talmigold ausgemerzt werde, dass dafür Platz greife eine echte, wahre, deutsche Gesinnung, die allem Tand, aller Ruhmredigkeit und Unwahrhaftigkeit, aller Schwärmerei für Fremdländisches abhold ist, und endlich, dass in den Kinderherzen grosse, unvergängliche Eindrücke geschaffen werden, die für ihr ganzes Leben eine bleibende, hohe und hehre Erinnerung an die grosse Zeit bilden. Und so werden mich die Eltern und die mir an- . vertrauten Kinder verstehen, wenn ich an den Schluss meines Berichts im Kriegsjahr 1914/15, nach der Zusammenstellung von Professor Cramer, die zehn Stücke stelle, die der grosse Krieg unserem Volke bringen soll und muss:

1. Eine unauslöschliche Erinnerung daran, wie unser Volk einig war im Augenblick

der Not, und wie jeder Deutsche, ohne Unter- schied des Standes und Bekenntnisses, im In- und Ausland bereit war, Gut und Blut dem Vaterland zu weihen.

2 Eine unauslöschliche Erinnerung an den sittlichen Ernst, mit dem unser Volk hinaus-

zog in den heiligen Kampf, nicht in Hass und Mordlust, sondern um Haus und Hof, Weib und Kind vor dem lange vorbereiteten Ueberfall zu schützen. Dazu das Bewusstsein der hohen Pflicht, all denen das Leben erträglich zu machen, die in diesem Kriege schwer gelitten haben.

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