Jahrgang 
1914
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Gesang auch nicht immer künstlerisch zu nennen war, so gilt auch von ihm das Wort: Ut desint vires, tamen est landanda voluntas.

2. In dem oberen Gang würden genaue Karten des östlichen und westlichen Kriegs- schauplatzes aufgehängt, für die Lehrer Zöll Fähnchen anfertigte, die, ständig umge- steckt, unsere Stellungen und die unserer Feinde bezeichneten.

3. Am Schwarzen Brett wurden die täglich eingehenden Telegramme derAlzeyer Zei- tung, auf die unsere Schule abonniert war, angeheftet.

4. Alle wichtigen Aufrufe, so die des deutschen Sprachvereins, der verschiedenen Frauen- vereine, die besonders dem rechten Haushalten das Wort redeten, des Reichsamtes des Innern, dessenMerkblatt für das pflegliche Umgehen mit der täglichen Nahrung uns von Grossh. Ministerium in mehreren Exemplaren zur Verfügung gestellt wurde, des Verbandes für Beschaffung von Sanitätshunden, des Ausschusses zur Förderung des Kleingartenbaus u. s. w., ferner die Bildnisse unseres Kaisers und seiner grossen Heerführer wurden am Schwarzen Brett ausgehängt.

5. In jedem Klassenzimmer fand das treffliche Merkblatt von Professor Rudolf Cramer in München:Zehn Stücke, die der grosse Krieg von 1914 unserem Volke bringen soll, einen dauernden Platz.

6. Abonniert war die Schule auf das Kartenwerk der Vereinigung für private Kriegshilfe in München, die alle acht Tage eine Karte mit Chronik über die militärischen Ereig- nisse der Woche herausbringt, und uns ermöglicht, die Schülerinnen, insbesondere die such. über die jedesmalige Kriegslage in der ausgiebigsten Weise auf- zuklären.

7. Ferner war die Schule abonniert auf die in Heftform erscheinenden Urkunden, De- peschen und Berichte derFrankfurter Zeitung.

8. Ausschnitte aus der Presse und aus der grossen Zeit hervorgewachsene Dichtungen wurden bei geeigneter Gelegenheit in den einzelnen Klassen vorgelesen.

Es ist mir ein tiefempfundenes Bedürfnis, allen denen, die sich in unserem Schulleben

in so uneigennütziger und aufopfernder Weise in den Dienst des Vaterlandes gestellt haben, auch an dieser Stelle den wärmsten Dank auszusprechen. Noch ist der Krieg nicht zu Ende: wie unsere Heere draussen ausharren müssen und werden, bis der endgültige Sieg errungen ist, so dürfen auch wir nicht erlahmen, mitzuhelfen und mitzuarbeiten an den ernsten, heiligen Aufgaben, denen gerecht zu werden, jeder sich verpflichtet fühlen muss, jeder an seinem Platze und jeder mit der ihm verliehenen Kraft, zur Ehre des deutschen Namens, den wir alle tragen.

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VI. Bekanntmachungen.

Das Schuljahr schliesst am 27. März, vormittags 10 Uhr. Das neue Schuljahr beginnt am Montag, den 12. April, vormittags 8 Uhr, für die Klassen VIIX um 9 Uhr. Vom neuen Schuljahr ab befindet sich die Vorschule unserer Anstalt, die Klassen VIII-X, im alten Realschulgebäude. Dort haben sich auch die Schülerinnen dieser Klassenach den Ferien einzufinden.

Die Schlussfeier, die das Thema behandeln wird:Die grosse Zeit in Wort und Lied findet am 25. März, nachmittags 4 Uhr, im Saalbau zu Alzey statt. Zu dieser Feier haben nur die Eltern und die nächsten Angehörigen der Schülerinnen Zutritt. Es ist beab: sichtigt, am nächsten Tage die Veranstaltung für die Allgemeinheit und die hier unter- gebrachten verwundeten Soldaten zu wiederholen. Bei dieser zweiten Feier wird die Schülerin der I. Klasse, Marie Bley, die Festrede halten.

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