fügung stellen, die jüngeren mögen sich an den Erntearbeiten, von deren Ausfall mit der Erfolg des Krieges abhängt, beteiligen.
Kommt zu mir! Wir werden dann schon einen Posten finden, auf den Ihr ge- stellt werdet! Ihr seid in nationalem Sinne erzogen. Sorget dafür, dass das, was in Euere Herzen gepflanzt ist, sich nicht auf leere Worte beschränke, dass es nicht ver- rs wie Schall und Rauch, sondern dass es sich umsetze in die Tat und in die
ahrheit!
Die deutsche Jungfrau von 1914 muss sich würdig neben die von 1813 und 14 stellen können!
Lasst Euch eine Eleonore Prohaska und eine Ferdinande von Schmettau ein leuchtendes Vorbild sein!
Seid edel, stolz, hilfreich und gut!
Und dann noch eins: Denket daran, dass eine wunderbare Kraft in Eueren Gebeten ruht! Deshalb nieder auf die Kniee und aufwärts den Blick zu dem Herrn der Heerscharen, der ein Feind ist aller Tücke und Hinterlist und der, dessen sind wir ge- wiss, den Drachen werfen wird vom güld’nen Stuhl mit Donnerkrachen hinab zum Pfuhl, Er schirme und schütze unser deutsches Vaterland!“
Der Erfolg blieb nicht aus. Mannigfaltig war die Betätigung unserer Mädchen auf dem Gebiete der Fürsorgetätigkeit. In den Handarbeitsstunden, sowie an freiwilligen Arbeitsnach- mittagen wurden von Schülerinnen sämtlicher Klassen unter Leitung der Damen Mössinger, Pöpperling, Markendorf, Römheld und Levi Pulswärmer, Socken, Kopf- und Ohren- schützer gestrickt, von den Schülerinnen der I. und Il. Klasse Leibbinden genäht, die teils der Sammelstelle der Zentrale für Kriegshilfe, teils der Stadt Alzey zur Weihnachtsbescheerung für bedürftige, im Felde stehende Krisger überwiesen wurden. Dabei ist hervorzuheben, dass das Material zur Verarbeitung zum grössten Teil von den Mädchen selbst gestellt wurde. Von zahl- reichen Schülerinnen wurden dem Uhnterzeichneten eine Fülle von Ansichtspostkarten zur Ver- fügung gestellt, die dieser an die durchziehenden Feldgrauen auf dem Bahnhof und an die Ver- wundeten in den hiesigen Lazaretten verteilen konnte. Im November nähte die ganze Schule, unter lebhafter Beteiligung des Elternhauses, die Regimentsnummer auf 500 Helmüberzüge des hier einquartierten Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 82. Klasse V schickte von ihr gesammelte Geldbeträge an die bedrängten Ostpreussen. Zu Weihnachten packte die Klasse V etwa 20 Esskistchen, deren Inhalt aus der„Fremdwörterkasse‘“ gekauft war. Die Klassen III und IV stellten je ein 5 kg-Paket für einen bedürftigen Landwehrmann im Felde znsammen und be- förderten ausserdem eine Anzahl kleinerer Pakete. An einem Vormittag im September gingen Mädchen aus den Klassen I—IV in den ihnen zugewiesenen Bezirken von Haus zu Haus, um Einmachtöpfe und Gläser für die Obstverwertungsstelle zu sammeln. Die Klassen I—VII be- teiligten sich an der Sammlung für Beschaffung von Sanitätshunden mit Barbeträgen. Schüle- rinnen der Klassen III und IV sammelten Abonnenten für die vom Hilfsverein deutscher Frauen zum Besten der Kinder der im Felde stehenden Männer herausgegebenen Zeitschrift„Weltkrieg“, die nun allwöchentlich in 260 Nummern verteilt wird. In der Reichswollwoche im Januar sam- melten unsere Mädchen alte Strickwolle und Wollreste, aus denen unter Leitung ihrer Lehrerinnen 6 grosse, warme Decken hergestellt werden konnten, die auch der hiesigen Zentralstelle zuge- wiesen wurden. Unsere Konfirmanden beteiligten sich an der Kollekte für den hessischen Lazarettzug.
Viele Schülerinnen sandten von sich aus Liebesgaben an die Soldaten im Felde und er- hielten dafür Feldpostbriefe und Karten, die in teils guter, teils schlechter Orthographie, aber immer mit treuem, dankbaren Herzen geschrieben waren. Am 27. November kamen 2 junge Schlesierinnen zu uns, deren elterlicher Haushalt sich aufgelöst hatte; sie wurden den Klassen IV und V zugewiesen.
Zur Kräftigung des vaterländischen Empfindens und zur Weckung von bleibenden Ein- drücken an die grosse Zeit geschah von seiten der Schule. folgendes:
1. Bei jedem grösseren Sieg zog die ganze Schule mit Fahnen in den deutschen und
österreichischen Farben durch die Stadt und sang vaterländische Lieder. Wenn der


