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Eine unauslöschliche Erinnerung an den Feldzug der Lüge und des Hasses, der
von unsern Feinden gegen unser friedliches, ge- bildetes und menschenfreundliches Volk eröffnet wurde, und damit die Erkenntnis, wie bitter not uns auch in Zukunft sein wird, geistig wie körperlich gesund und stark zu bleiben, wie bitter not aber auch, im Aus- land durch Diplomatie und Presse gut vertreten zu sein.
Ye Eine unauslöschliche Erinnerung daran, wie unsere Volksgenossen während des
Krieges im feindlichen Ausland behandelt wurden,
eine Erinnerung, die uns nicht veranlassen soll, die geistigen Beziehungen mit jenen Völkern abzubrechen» “wohl aber unsere Auswanderung in erster Linie nach solchen Ländern zu leiten, in denen sie auch in Kriegs- zeiten bestehen und dem Deutschtum zum Segen gereichen kann.
s. Eine tiefe Liebe und Verehrung für unser herrliches Volk,
die ein für allemal aufräumt mit unbegründeter Bewunderung und Nachahmung anderer Völkei.
s. Eine tiefe Liebe und Verehrung für unser Volk, en
schen zuerst den Bru- der sieht und mit grösster Entschiedenheit gegen jede gehässige Art der Kampfesführung auftritt, die vielleicht nach dem Krieg zwischen den Parteien und Konfessionen bei Austragung ihrer Streitfragen von neuem ver- sucht werden will.
1. Eine tiefe Liebe und Verehrung für unser Volk, höchster
erscheint, nicht sich über den Volksgenossen zu erheben und gross zu tun mit Reichtum und äusseren Ehren, sondern gross zu sein in Werken vaterländischer Wohlfahrt. Hochmut und Eigennutz, in welcher Gestalt auch immer sie auftreten mögen, müssen mehr und mehr der allgemeinen Verachtung preisgegeben sein.
s. Eine neue Erkenntnis der geistigen, göttlichen Mächte, i,
des Einzel- nen wie in dem der Völker, die der Erhebung unseres Volkes für die Zukunft allein Bestand verleihen wird, und die sich in erster Linie äussert durch Ernst und Einfachheit der Kindererziehung, durch Sitte und Rein- heit im gesellschaftlichen Leben und durch Treue und Ehrlichkeit im Erwerb.
o. Eine neue Erkenntnis der geistigen, göttlichen Mächte,
die kleine Welt des Alltags erhebt, grosse Gedanken und reine Herzen schafft und uns fähig macht, für unser Volk, und trotz allem, was geschehen ist, auch für die ganze Menschheit daran zu arbeiten, dass das Gottesreich der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens auf Erden komme.
ıo. Das heisst also eine nationale Wiedergeburt unseres Volkes,
für die die grossen Erlebnisse und Opfer dieser Tage nicht vergeblich gewesen sind, und die das Dichter- wort in Erfüllung gehen lässt:
„Und es mag am deutschen Wesen // Einmal noch die Welt genesen.“
Alzey, im März 1915.
Die Leitung der Höheren Mädchenschule:
Balser, Grossh. Rektor.


