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scheidenden Wirtschafterin der Schülerheim-Küche, Frl. Pauline Böhm, und führte gleichzeitig die neue Wirtschafterin, Frl. Käthe Wilhelmy, in ihre Stellung ein.
Vom 11.—16. Oktober nahm Herr Musikdirektor Roetger teil an den Veranstaltungen der V. Reichsschulmusikwoche in Darmstadt.
Am 30. Oktober feierten wir in der Stadtkirche gemeinsam mit der Volksschule und den übrigen höheren Schulen Alzeys die 400jährige Wiederkehr der Einführung der Refor- mation in Hessen, wobei Herr Studienrat Mickel von der Oberrealschule in einer Rede einen geschichtlichen Rückblick gab, während Herr Studienrat Knöpp von unserer Anstalt die Festpredigt hielt.
Am 9. November starb der frühere Direktor des Lehrerseminars Alzey, Herr Geh. Schulrat Dr. Karl Karg. Er wird allen, die ihn kannten, als Mensch und Erzieher, als Freund und Berater unvergesslich bleiben. Seine gewissenhafte und treue Pflichterfüllung wird uns stets ein leuchtendes Vorbild sein. Auch den Tod eines verdienstvollen früheren Lehrers unserer Anstalt haben wir zu beklagen. Am 9. März 1927 starb im 86. Jahre seines Lebens der Päpstl. Hausprälat, Dekan und Pfarrer von Seligenstadt, Herr Dr. Johannes B. Weckerle.
In der Totenfeier am 20. November las der Direktor nach einigen einführenden Worten ausgewählte Abschnitte aus dem Buch von Walter Flex„Der Wanderer zwischen beiden Welten‘; Herr Professor Seipel schloss die Feier mit einem ergreifenden Gebet. Diese wie all unsere Feiern wurden verschönt durch Chöre und Orchester-Vorträge unter der be- währten Leitung unseres Musikdirektors Herrn Studienrat Roetger.
Am 21. Dezember vereinigten sich Lehrer und Schüler im Speisesaal zu einer stimmungs- vollen und fröhlichen Weihnachtsfeier, bei der auch zum erstenmal das von Herrn Studienrat Dr. Seibert gegründete kleine Blasorchester wohlverdienten Beifall erntete.
Am 4. Februar veranstalteten wir einen Musikalischen Abend, bei dem Herr Amts- genosse Roetger eine Beethoven-Sonate vortrug und daran nicht nur den Aufbau einer Sonate erläuterte, sondern auch wertvolle Ausführungen anschloss über das Wesen der musikalischen Sprache und des musikalischen Geniessens.
Des grossen Erziehers und Menschenfreundes Pestalozzi gedachten wir an seinem 100. Todestag, dem 17. Februar. Die Festrede hielt Herr Studienrat von Stein, der aus dem Leben und Wirken des grossen Schweizers den Schülern seine Bedeutung gerade auch für unsere Zeit und unsere Schule verständlich zu machen wusste.
Mehrere unserer Schüler wirkten am 12. März in dem von Herrn Direktor Kappen- macher-Frankfurt eingeübten Märchenspiel„Die Königskinder“ zum besten des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz, Zweigverein Alzey, mit.
Am 26. März veranstalteten wir eine Beethovengedenkfeier, bei der Herr Musikdirektor Roetger die Festrede hielt und Werke des Meisters zum Vortrag kamen.
Von Besichtigungen seien erwähnt die Besuche des Alzeyer Museums, der hervorragen- den Geologischen Sammlung des Lehrers Crecelius in Lonsheim, der Quellen und des Wasserwerks zu Freimersheim, des Maschinenhauses und der Röntgeneinrichtungen der Heil- und Pflegeanstalt, des Gaswerks und der Maschinenfabrik Böhmer zu Alzey. All denen, die unseren Schülern diese anregenden Einblicke in ihre Sammlungen und Arbeitsstätten ermög- lichten, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.
Die Schüler der Oberklassen besuchten die Aufführungen des Freischütz und des Faust im Stadttheater zu Mainz.
Wertvolle Eindrücke hinterliess der während der Reichsgesundheitswoche am 23. April gebotene Sportflm„Wege zu Kraft und Schönheit“. Die Vorführung des Filmes„Das Paradies Europas“ brachte Landschaft und Geschichte der Schweiz und ihres gesunden Berg- volkes in trefflichen Bildern den Schülern zur Anschauung, während der Bethel-Film ihnen Leben und Wirken in den Bodelschwinghschen Anstalten zeigte. Gegen Ende des Schuljahres hatten unsere Schüler noch Gelegenheit, den mexikanischen Expeditionsfilm„Auf den Spuren der Azteken“ zu sehen.
Für Schenkungen zu Dank verpflichtet sind wir der Firma Max Roesler in Darmstadt, der Buchhandlung Joh. Blass in Alzey, den Herren Franz ‚Medicus und Dr. Streuber, der Firma Paul Räth in Leipzig, den Physikalischen Werkstätten in Göttingen sowie den Verlags- anstalten M. Diesterweg, L. Ehlermann, C. Mayer(G. Prior), R. Oldenbourg, E. Roth, B. G. * Teubner, Trewendt und Granier.
Die schriftliche Reifeprüfung fand vom 14. bis 19. Februar, die mündliche Prüfung unter dem Vorzitz des Regierungsvertreters Herrn Ministerialrat Glückert, am 16. März statt.


