Jahrgang 
1927
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beitet, und es ist zu wünschen, dass die Ministerien und der Landtag sich von der Dringlich- keit dieser Aufgabe wie überhaupt einer gründlichen Neuherrichtung unserer Gebäude über- zeugen und die dafür notwendigen Mittel bewilligen. Der augenblickliche Zustand ist weder vom gesundheitlichen noch vom erzieherischen Standpunkt länger zu verantworten.

Eine besondere Freude wurde unserer Anstalt im letzten Jahr dadurch zuteil, dass ihr als erstem Sieger der dem hiesigen Bund- für Leibesübungen von der Stadt Alzey gestiftete Wanderpreis, ein silberner Schild, überreicht wurde. Der Sieg war von Schülern des Seminars und der Aufbauschule im Jahre 1922 errungen worden; die Herstellung des wertvollen Preises hatte nach Ueberwindung der Inflationsjahre erst jetzt erfolgen können.

Am Sonntag, den 13. Juli 1926 wirkten einige unserer Schüler bei der Strassensamm- lung anlässlich des Rotkreuztages mit. Bei dem von der Sanitätskolonne am gleichen Abend veranstalteten Bunten Abend spielten Schüler unserer Anstalt in dem von unserem Unter- primaner Hermann Hüther geleiteten Orchesterverein. Ein Konzert der gleichen Vereinigung (am 11. November) vermittelte unseren Schülern die Bekanntschaft mit Stücken von Händel, Friedrich dem Grossen, Steibelt, Pugnani, Haydn und Mozart.

Am 19, Juni fand der erste Schlagballwettkampf um den von dem Hessischen Philo- logen-Verein gestifteten Wanderpreis statt. Unsere Mannschaft siegte gegen die hiesige Ober- realschule mit 156:22, am 28. Juni gegen das Gymnasium Worms mit 79:20 Punkten. Das Schlagballwettspiel gegen die Oberrealschule Mainz, das der Hitze wegen leider nicht mehr vor den Sommerferien ausgetragen werden konnte, fand am 27. August statt. Unsere nicht mehr genügend geübte Mannschaft unterlag dabei mit 54:60 Punkten.

Am 24. Juni, dem hessischen Jugendtag, fuhren wir nach dem nahen Kirchheimbolanden und machten einen herrlichen Morgenspaziergang durch den schönen Pfälzer Wald. Wett- spiele und heitere Vorträge auf dem Sportplatz hinter dem Schillerhain, für dessen Ueber- lassung wir der Stadt Kirchheimbolanden herzlich danken, füllten den Nachmittag aus. Unter die Schüler wurde ein von der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege gestiftetes Schriftchen verlost. Frohen Herzens, unter den Klängen frischer Lieder, kehrten wir am Abend wieder in die Anstalt zurück.

An dem von dem Alzeyer Bund für Leibesübungen und Jugendpflege am 4. Juli ver- anstalteten Sportwerbetag siegte die Aufbauschule im 1800 m-Stafettenlauf gegen Oberreal- schule, Turnverein und Fussballklub Olympia und errang damit zum 2. Mal den von der Stadt Alzey als Wanderpreis gestifteten Silberschild. Ebenso siegte unsere Mannschaft im Faustball gegen die Oberrealschule sowie im Entscheidungspiel gegen den Turnverein Alzey, während sie in dem sich unmittelbar anschliessenden Handballspiel nach einem erbitterten Kampf gegen den Turnverein mit 3:4 unterlag. An dem Festzug beteiligte sich die ge- samte Schule.

Welchen Wert die Aufbauschule neben der geistigen Schulung auf die körperliche Ertüchtigung legt, das sollten den Schülern auch die Reichsjugendwettkämpfe am 10. September zeigen. Auch hier wurden schöne Leistungen erzielt. Folgende 6 Schüler erhielten die von dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg unterzeichnete Ehrenurkunde: Peter Acker (UN), Otto Guttandin(ON, Jakob Fischer(U), Ernst Guttandin(UII), Helmut Brück(Ull, Johann Janz(OIIN). Weitere 63 Schüler wurden mit der Urkunde des Reichsausschusses für Leibesübungen ausgezeichnet. Dem Turnverein Alzey, der uns bei den Reichsjugendwettkämpfen durch Stellung von Schiedsrichtern unterstützte, sei auch an dieser Stelle gedankt.

Unser Dank gebührt ebenso dem Schwimmklub Neptun, dessen Badeanstalt uns gleich den übrigen hiesigen Schulen zu gewissen Stunden kostenlos überlassen wurde. Dadurch wurde uns für einige Wochen die Einrichtung von pflichtmässigen Schwimmstunden für die Klassen UIIUIH ermöglicht. Zu Dank verpflichtet sind wir auch der Stadt Alzey und den hiesigen Turn- und Sportvereinen für kostenlose Ueberlassung ihrer Sportplätze.

Am 17. August feierten wir den Verfassungstag; die Ansprache hielt Herr Studienrat Dr. Seibert. Am 18. und 19. August führte ein zweitägiger Ausflug unsere Klassen nach dem Hunsrück, in das Neckartal, nach Heidelberg, Bergstrasse und in den Pfälzer Wald. Kleinere Spaziergänge machten unsere zumeist nicht aus Alzey stammenden Schüler mit der Umgebung unserer Stadt bekannt.

Am 7. September dankte der Direktor in einer kleinen Feier der in den Ruhestand versetzten und nach mehr als 20jähriger treuer Tätigkeit im Dienst der Schule nunmehr aus-