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15. Obstbau. Veredelungsarten, Aufzucht von Zwerg- und Hochstämmen, Kronen- schnitt und Kronenbildung. Verpflanzen der Obstbäume, Baumpflege, Schädlinge und Verwendung des Obstes.
l. Ober-Klasse.
ı. Pädagogik. Schulkunde, Abschluss der Geschichte der Pädagogik. Pädagogische Vorträge und Lektüre ausgewählter Abschnitte aus Ostermanns pädagogischem Lesebuch. Spezielle Methodik im Anschluss an die Unterrichtsübungen bei den Fachlehrern.
2. Schulgesundheitslehre. Körperliche und geistige Entwickelung des Kindes im schulpflichtigen Alter. Störungen derselben und Massnahmen dagegen: Schularzt und Untersuchung der Kinder durch ihn. Erste Hilfeleistung bei Unglücksfällen.— Bau und Einrichtung des Schulhauses.— Hygiene des Unterrichts.
3. Evangelische Religion. a. Religionslehre: Die Lehre von der Erlösung, von dem heiligen Geiste und den Gnadenmitteln. Wiederholung der übrigen Abschnitte der Religionslehre, der vorgeschriebenen Kirchenlieder und der wichtigsten Psalmen. Bilder aus der Kirchengeschichte. Einübung von etwa 40 Chorälen.
b. Bibelkunde. KurzeEinleitung in die Apostelgeschichte und in die wichtigsten neutestamentlichen Briefe im Anschluss an Lektüre und Erklärung der Apostelgeschichte und ausgewählter Abschnitte der Briefe. Wiederholung der Einleitung in das Alte und das Neue Testament. Methodik des Religionsunterrichts in der Volksschule.
Katholische Religion. a. Religionslehre: Glaubenslehre nach Glattielder, Lehrbuch der katholischen Religion, 1. Teil. Die wichtigsten apologetischen Fragen. Wiederholung der Sitten- und Gnadenlehre. Methodik des Religionsunterrichts in der Volks- schule.— Die wichtigsten Choräle des Diözesangesangbuches; die Elemente des gregoria- nischen Chorals.
b. Religionsgeschichte: Kirchengeschichte im Anschluss an die Kirchen- geschichte von Le Maire.
Israelitische Religion:(Mittelklasse mit Oberklasse vereinigt). a. Religions- lehre: Die jüdische Religionsphilosophie in den Hauptzügen. Die Bedeutung der Willens- freiheit. Die Pflichtenlehre. Kalenderkunde mit der Bedeutung der Festtage. Lektüre moderner religionswissenschaftlicher Schriften.
b. Bibelkunde: Einteilung der heiligen Schrift. Lektüre ausgewählter Kapitel aus den Psalmen und den prophetischen Büchern im Urtext. Memorieren biblischer Stücke in deutscher und hebräischer Sprache. Erklärung der ersten Geschichten der Bibel unter Berücksichtigung des Religionsunterrichtes.
c. Religionsgeschichte: Von der Teilung des israelitischen Reiches bis zur Zerstörung des jüdischen Reiches durch Titus. Die Entwickelung der mündlichen Lehre. Reuchlins Wirksamkeit für das hebräische Schrifttum.
4. Deutsche Sprache. a. Lesen und Literatur: Geschichte der deutschen Literatur bis Klopstock, sowie Wiederholung der zweiten Blüteperiode im Anschluss an Kluge:„Geschichte der deutschen National-Literatur“. Gelesen wurde la:„Hermann und Dorothea“ von Goethe,„Wallenstein“ von Schiller, die ersten Abschnitte des Nibelungen- liedes, sowie einige Gedichte von Walther von der Vogelweide. Als häusliche Lektüre: „Die Braut von Messina“ von Schiller,„Michael Kohlhaas‘“ von Kleist,„Meine Kindheit“ von Hebbel, Erzählungen von Raabe, Storm, Keller.— Ib: Schillers„Wallenstein“,„Die Braut von Messina“, Goethes„Hermann und Dorothea“,„Iphigenie auf Tauris“.— Stücke aus dem Lesebuch. Mehrere grössere Gedichte, sowie Stellen aus den Dramen wurden auswendig gelernt.
b. Stil: Stilistische Belehrungen; 8 Aufsätze in la, 9 Aufsätze in Ib.
c. Methodik des deutschen Unterrichts in der Volksschule.
5. Arithmetik und Algebra. Gleichungen des zweiten Grades; logarithmische Gleichungen; arithmetische und geometrische Reihen; Zinseszins- und Rentenrechnung. Diophantische Gleichungen.— Bürgerliche Rechnungsarten.— Methodik des Rechenunter- richts im Anschluss an die Unterrichtsübungen.


