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Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr begann am Montag den 20. April mit der Auf fnahmeprüfung. Neu auf⸗ genommen wurden 35 Schüler, davon 9 in die Oll, 4 in die UI. Da der Zugang zu den Oberklaſſen über Erwarten groß war, wurde auf Anregung des Provinzialſchulkollegiums und infolge des Gemeinderatsbeſchluſſes vom 16. April die Prima geteilt, ſodaß der Unterricht wirkſam geſtaltet und allen Anforderungen genügt werden kann. Am 21. April fand eine Eröffnungsfeier ſtatt, bei der die Herren Oberlehrer Dr. Saß, Dr. Baumann und Olbrich ſowie der wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Herr Dr. Hartunß in ihr Amt eingeführt wurden.
Karl Saß, geb. am 11. Dezember 1875 zu Krakow i. M. beſuchte das Realgymnaſium zu Malchin, und ſtudierte, nachdem er ein Jahr Vermeſſungseleve geweſen war, von Michaelis 1896 ab Mathematik und Naturwiſſenſchaften in Berlin und Roſtock. Im Jahre 1900 wurde er zum Dr. phil. promoviert und beſtand 1901 die Staatsprüfung. Zur praktiſchen Ausbildung wurde er dem Gymnaſium zu Neubrandenburg überwieſen, an dem er gleichzeitig als wiſſenſchaftlicher Hilfs⸗ lehrer tätig war. Oſtern 1903 erfolgte ſeine Wahl zum Oberlehrer an der Großen Stadtſchule (Gymnaſium und Realgymnaſium) in Roſtock, für Oſtern 1908 die Wahl zum Oberlehrer am Johanneum Reformrealgymnaſium) i in Lübeck. Oſtern 1913 wurde er dex Erneſtinenſchule(Lyzeum und
Oberlyzeum) in Lübeck überwieſen und zu Oſtern 1914 an dem Realgymnaſium i in Arolſen angeſtellt.
Wilhelm Baumann, geb. am 9. März 1885 in Tann, Kreis Gersfeld, beſuchte das Gymnaſium zu Hanau, ſtudierte in Erlangen, Bonn, Berlin und Marburg alte Sprachen und Geſchichte, beſtand 1910 die Staatsprüfung und wurde 1911 zum Dr. phil. promoviert. Seiner Militärpflicht genügte er vom 1. April 1904 bis 31. März 1905 und wurde 1911 zum Leutnant der Reſerve im Infanterie Regiment Nr. 166 befördert. Das Seminarjahr leiſtete er von Oſtern 1911 bis dahin 1912 am döniglichen Gymnaſium in Wiesbaden ab, das Probejahr darauf am Gymnaſium zu Hanau. Von Oſtern 1913 bis Oſtern 1914 war er vom Schuldienſt beurlaubt, inzwiſchen wurde er für Oſtern 1914 zum Oberlehrer am Realgymnaſium in Arolſen gewählt.(Er ſtarb den Heldentod auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz am 21. Februa- 1915.)
Paul Olbrich, geb. am 19. September 1888 zu Braunfels a. d. Lahn beſuchte die Adler⸗ flychtſchule zu Frankfurt a. M. und erwarb Oſtern 1906 an der dortigen Klinger⸗Oberrealſchule das Reifezeugnis. In Marburg, München und Berlin ſtudierte er neuere Philologie und Germaniſtik. Im Juli 1911 beſtand er in Marburg die wiſſenſchaftliche Staatsprüfung, gehörte von Michaelis 1911 bis Michaelis 1912 dem königlichen pädagogiſchen Seminar des Wöhler⸗Realgymnaſiums zu Frankfurt a. M. an und wurde hierauf dem Realgymnaſium„Muſterſchule“ daſelbſt zur Ableiſtung des Probejahrs überwieſen. Von April bis Oktober 1913 führte ihn eine Studienreiſe durch Frankreich und England. Bis zu ſeiner Oſtern 1914 erfolgten Anſtellung am Realgymnaſium in Arolſen gehörte er der Muſterſchule als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an.
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Die Schüler wurden darauf über die Schulordnung belehrt. Nach kurzer Unterbrechung ſchloß ſich daran eine Düppel⸗Erinnerungsfeier, bei welcher der Direktor in längerer Rede über die Erſtürmung der Düppeler Schanzen und ihre Bedeutung für die deutſche Einheitsbewegung ſprach. Das von Herrn Miniſter zur Verfügung geſtellte Gedenkbuch:„Düppel und Alſen“ wurde dem Unterprimaner Friedrich Schäfer überreicht. Am 13. und 14. Mai beſichtigte Herr Provinzialſchulrat Kanzow die Anſtalt.— Pfingſtferien: Freitag, den 29. Mai bis Freitag, den 5. Juni.— Sommerferien: Freitag, den 3. Juli bis Dienstag, den 4. Auguſt.


