Jahrgang 
1889
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Es iſt kaum anzunehmen, daß er einen anderen Zweck dabei gehabt hat.

Abgeſehen von dieſen kleinen Mängeln verdienen Wyatt's Oden unſere volle Anerkennung und Bewunderung.

Es iſt nun ganz unmöglich eine auch nur gedrängte überſicht über den Inhalt dieſer Oden zu geben, wir würden ſonſt in denſelben Fehler verfallen wie Wyatt, nämlich uns zu wiederholen; es mag daher genügen, die beſten von Wyatts Oden etwas näher anzuſehen.

Sogleich die erſte OdeThe Lover complaineth the unkindnes of his love iſt eine der ſchönſten Wyatts, ja der engliſchen Sprache. Sie iſt an ſeine Laute gerichtet. Der Anfang iſt dramatiſch und leidenſchaftlich:

My lute awake, perform the last And when this song is sung and past, Labour, that thou and I shall waste My lute! be still for I have done. And end that I have now begun: 4. E.. 29.

Nachdem er die Geliebte darauf aufmerkſam gemacht hat, daß, obwohl ſie, im Schmuck der Ju⸗ gend und Schönheit, ſich vor jedem Schickſalsſchlage ſicher glaube, doch die Rache des beleidigten Ge⸗ liebten erwarten könne, entwirft er folgende lebhafte Schilderung ihrer zukünftigen Qualen:

May chance thee lie withered and old And then may chance thee to repent

In winter nights, that are so cold, The time that thou hast lost and spent,

Plaining in vain unto the moon; To cause thy lovers sigh and swoon:

Thy wishes then dure not be told: Then shalt thou know beauty but lent,

Care the, who list, for I have done. And wish and want as I have done. 4A. E. p. 30.

Dieſe Ode hat ſich einer großen Beliebtheit zu erfreuen gehabt; aber auch Wyatt ſelbſt muß an ihr großen Gefallen gefunden haben, denn er ſchrieb eine Nachbildung derſelben, welche beginnt:

My pen! take pain a little space etc. A. FE. p. 98. und auch eine Verteidigung: Blame not my Lute! for he must sound etc. A. E. p. 96.

Beides ſind gedankenvolle, harmoniſche Gedichte. Eine kraftvolle und energiſche Sprache finden wir in der Ode: The lover to his bed; gleichzeitig gewährt dieſelbe ein vortreffliches Beiſpiel für Wyatt's Vorliebe, ſolche Ausdrücke miteinander zu verbinden, die eigentlich Gegenſätze in ſich ſchließen:

The restful place! renewer of my smart, Forgetter of pain, rememberer of my woe; The labours' salve! increasing my sorrow, The pleace of sleep, wherin I do but wake The body's ease, and troubler of my heart, Besprent with tears, my bed, Ithee forsake! Quieter of mind, mine unquiet foe, A. Fr. g. 33.

Eine beſondere Eigentümlichkeit in Wyatts Oden iſt der Ausdruck eines tiefen, eines Mannes würdigen Kummers. In der Ode, welche beginnt: Resound my voice, ye woods, that hear me plain iſt dieſer ausgedrückt. Nachdem er geſagt hat, daß alle die umgebenden Gegenſtände in der Natur auf ſeine Klagen zu lauſchen und mit ſeinen Gefühlen Mitleid zu haben ſcheinen, fügt er hinzu: The hugy oaks have roared in the wind: Each thing, methought, complaining in their kind. A. FE. p. 34.

Auch in den folgenden Strophen iſt der Sorge des vernachläſſigten Geliebten in kräftigen Worten Ausdruck verliehen:

Heaven, and earth, all that hear me plain If I had suffered this to you unware

Do well perceive what care doth make me cry; Mine were the fault, and you nothing to blame; Save you alone, to whom I cry in vain But since you know my woe and all my care, Mercy, Madam, alas! I die, I die! Why do I die, alas! for shame! for shame!

4. E. p. 58. 59.