Jahrgang 
1889
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Es ergiebt sich, daß von 2530 Cenfuren nur ea. Ixs bessere Leistungen in den Sprachen sals in Mathematik aufweisen, während ungefähr ebensoviele das umgekehrte Verhältniß zeigen. Dagegen ergeben Yo sämmtlicher Censuren gleiche Leistungen in Spracheii und Mathematik·

Die Frage, ob jedem Schüler je nach seinen Fähigkeiten, ein tieferes Eindringen in den Geist der Mathematik ermöglicht werden kann, so daß ihm z. B. das Löseii von Aufgaben und anderem nicht mehr wie eine ,,versteckte Sache« erscheint ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Methode wird ja stetig verbessert, wodurch sich auch die Resultate günstiger gestalten müssen. Das Bestrebeii, die Methode zu verbessern, ist besonders auffällig, wenn man die Literatur über den ersten Unterricht in der Naumlehre ins Auge faßt. Man findet eine ziemlich voll- ständige Zusammenstellung von Programmarbeiten bei Heinze, Progr. 10, Königeberg 1888. Eine Anzahl hierher gehöriger Schrifteii bezeichnet Schiller»Handbuch der praktischeii Pädagogik.« Reidt gibt in seiner ,,Anleitung zum mathematischen Unterricht«, eine Kritik der hauptsächlichsten Lehrbücher über den propädeutischen Unterricht in der Geometrie. Jch will, der Vollständigkeit halber, hier nur noch einige Arbeiteii anführen, welche ich in obenerwähnteii Schriften nicht gefunden habe

" 1) Dronke, Progr. R Trier 1877, 2) Ziegel, Progr. II B Schwerin 1878, 3),Dietrich, Progr. G Greifsenberg 1878, 4) Junghäneh Progr. R 1 0 Döbelti 1879, 5) Duda, Progr. G Brieg 1879, 6) Haebe, Progr. 112 G Nackel 1880, 7) Kaiser, Progr. 415 R Il 0 Remscheid 1881, · 8I E. Hoffmann, Progr. 186 R I o Reichenbach i. Schl. 1881, 9) Heiiize, Progr. 10 G Königsberg 1888, 10) Krimphoff, Progr. 333 Coegfeld 188Ft, 11) Kempe, Progr. 454 R II o Remscheid 1888.

Reidt kommt im Verlauf seiner Betrachtungen über den propädentischen Unterricht zu dem .Resultat,l) daß ein Buch, welches- deii Anfangsunterricht in der Raumlehre den Bedürfnissen der höheren Lehranstalten entsprechend behandelt, noch nicht existiert und setzt dies- in einer Kritik mehrerer Leitfadeii näher auseinander.,"Jch will in dem Folgenden den vieleti vor- handenen Leitfädeii weder einen neuen zufügen, noch Kritik an vorliegenden überi, sondern an der Hand der im Eingange angeführten Vorschrift des Lehrplaiie unter gelegentlicher Benutzung deg- in dem vorhandenen Material enthaltenen Guten einen Ueberblick geben über die eigen- artige Weise und Gestaltung des ersten Unterrichts in der Raumlehre, wie sie diesem Lehrplane entspricht.-

»Im zweiten Semester wird mit der systematischen Planimetrie der Anfang gemacht-«- Diese Worte deuten uns die Grenzen, innerhalb welcher sich der erste Unterricht zu bewegen hat, an. Er soll nicht ins System übergreifen: kein anschanlichen Ableitungeii voii·Lehrsätzen, keine sogenannte populäre Beweise, keine strenge Definitionen! Der erste Unterricht in der Raumlehre soll den darauf folgenden wissenschaftlicheii Unterricht bloß v o rb ere it en. Eg-« soll nach Schiller: mittelst der Anschauuiig der Sinn für die Formen geweckt, das Ver-« ständniß für die Ebenmäßigkeit und Regelmäßigkeit gefördert, das Sehen und die Haiid"« geübt und die mathematische Phantasie geweckt werden-) Eg sollen die Anschauunggbilder erwirkt und fest mit den Wortbildern verknüpft werden.3) Wir müsseii also in dem ersten Unter- richt sämmtliche Begriffe, welche später in dem System austreten,»anschaulich construieren, «ebenso ihre etwaige Beziehungeii. Der erste Unterricht hat demnach die Grundlage zu schaffen:

I Reidt, Anl. zum mathem. Unterricht pag 170. I Schiller, Handbuch pag 558. s Progr. 482, Markirch 1886.