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Zur Uebung derſelben, ſowie der Lunge und Sprachwerkzeuge durch Entlockung und Ein⸗ übung der Laute möchten folgende Andeutungen Anleitung geben.
Man laſſe das Kind oft und tief Athem holen und lange anhalten. Es öffne den Mund, ziehe möglichſt lange und viel Luft in die Lungen, ſchließe den Mund feſt zu und laſſe die Luft, kann es den Athem nicht mehr halten, plötzlich durch den geöffneten Mund wieder ent⸗ weichen.
c Man ſtelle es an die Fenſterſcheiben und laſſe es oft und ſtark darauf hauchen.
Man veranlaſſe es zum Blaſen in verſchiedenen Lippenſtellungen, z. B. in denen der Laute p, w, f, ſch.„ 1
Da manche Laute ſich ohne Hilfe und künſtliche Mittel durch bloßes Abſehen und Nach⸗ machen ergeben, da ferner mancher Laut heute durch alle Mühe nicht zu entlocken iſt, der mor⸗ gen wie von ſelbſt entfährt: ſo gehe man täglich mit dem Kinde das ganze Alphabet durch, indem man vorſpricht, und nachſprechen läßt, und verweile bei dem rein erſcheinenden Laut und übe ihn tüchtig ein.
Der Lehrer kann darum das taubſtumme Kind mit den Hörenden auch an den Leſekaſten ſtellen. Durch Abſehen von dem Munde des Lehrers und der Kameraden wird wohl mancher Laut bei ihm hervorkommen.
Zur ſichern Feſtſtellung eines hervorgebrachten Lautes überhaupt gehört aber nicht nur die öftere Wiederholung desſelben, ſondern auch, daß man den entſprechenden Buchſtaben gibt, und nun im Abſehen, Sprechen, Schreiben und Leſen abwechſelnd übt.
Gelingt die Hervorbringung eines Lautes nicht, hat man auch weder Luſt noch Zeit, ihn rein zu entlocken, ſo gebe man es lieber auf, als daß man Fehlerhaftes feſtſtelle. Denn es iſt uns ja nicht ſowohl hier um die Entlockung aller Laute zu thun, als um die Anregung und Uebung der Stimme und Sprachwerkzeuge. Fehlerhaftes läßt ſich ſpäter ſchwerer ausmerzen, als das Richtige erzeugen. Dazu kommt, daß bei ſorgfältiger Uebung auch nur weniger Laute die Sprachwerkzeuge doch gelenkig und für die Entlockung der fehlendeu in der Hälfte der ſonſt nöthigen Zeit fähig gemacht werden können.
Ich kehre nach dieſen Bemerkungen wieder zu den Lauten mit dem Wunſche zurück, daß man die folgenden alle zu entlocken ſuchen und diejenigen, welche ſich rein ergeben, feſtzuhalten ſuche und oft zu ihnen zurückkehre.
Ein bloßer Hauch, ohne Stimme, auf die Hand des Kindes oder an die Fenſterſcheiben wird genügen, dieſen Laut hervorzubringen. Indeſſen muß die Mundſtellung bald die eine, bald die andere der verſchiedenen Vocale ſein, weil h nicht in einer, ſondern jedesmal in der des darauf folgenden Vocals erſcheint.
a, o, u, dann a, e, i(y, j).
Iſt das Kind nach obigen Andeutungen ſich ſeiner Stimme bewußt geworden, ſo genügt wohl meiſtens ein bloßes Vorſprechen dieſer Laute. Bleibt aber die Stimme nach erfolgter Mundſtellung doch zuweilen aus, ſo laſſe man den Schüler die zitternde Bewegung der Bruſt des Lehrers fühlen und bei ſich erzeugen.
Bei a öffne man den Mund nicht zu weit und ſtrenge bei o und u die Lippen nicht an. Je leichter und freier der betreffende Laut im Wort erſcheint, deſto beſſer. Bei e und i gelin⸗ gen die reinen Laute nicht ſogleich und können meiſtens nur allmählig rein geſtimmt werden. Dazu dient, daß man den Schüler bei richtiger Mundſtellung das Heben der Zunge ſehen und mit den Fingern unter die Kinnlade fühlen läßt. Außerdem kehre man zur Vergleichung und Unterſcheidung, oft zu dem rein erſchienenen Laute zurück. Z. B. wird die Uebung: a e, a e, oder a i, a i, ꝛc., wenn a gut iſt, zur reinern Stimmung dieſer Vocale dienen. 2
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