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erweckt, anderſeits vor Ueberſchätzung ſichert; es gilt der Seele einen kräftigen Diener zu er⸗ ziehen, dem Gebäude ein dauerhaftes Fundament zu unterlegen, dem Geiſte einen haltbaren Wanderſtab für ſeine irdiſche Pilgrimſchaft in die Hand zu geben. Hier könnt ihr, Eltern, für euer taubſtummes Kind ſehr viel thun. Wenn ihr dazu beitragt, eurem Kinde einen kräftigen, ausdauernden Körper zu erziehen; wie viel leichter wird ſich nicht die Seele aus ihm entwickeln, wie viel geſchickter wird er ſein zu allen Arbeiten, die ihm ſpäter die Schule und das Leben bringen! Benutzt darum wohl die Zeit, die ihr eurem Kinde widmen könnt! Es ſind ja die Stunden des Spielens mit ihm und der Uebung einzelner Körpertheile zugleich Erholungsſtun⸗ den für euch. Jede freie Stunde, die euch euer Wirkungskreis vergönnt, die Augenblicke, die ihr von der Arbeit heimkehrend, doch bei den Kindern zubringt, die ſonntägliche Stille ꝛc. mögen dazu benutzt werden.
Man nehme das Kind an der Hand und ſpaziere in der Stube oder ſonſt einem paſſenden Orte(im Garten, im Hof, auf der Straße ꝛc.) umher; man erhebe die Füße, wie im Parade⸗ ſchritt und ſchreite weit aus: erfreut wird es zuſehen und es nachmachen. Zuweilen kann man die Schritte beeilen und je öfter man es getrieben hat, deſto länger fortſetzen. Man laſſe es auch in dieſem Schritte allein gehen, in verſchiedenen Richtungen, von ſich und auf ſich zu, quer vorüber; aber in allen Fällen ſehe man darauf, daß man die ſchlaffe Schwenkung der Arme, die Beugung des Nackens, das Einziehen der Bruſt und Vorhalten der Schultern, die ſchwerfällige Wendung, überhaupt die krumme Haltung verhindere. Läßt es ſich z. B. ſehr hängen, ſo mache man es ihm nach, zeige durch Kopfſchütteln und verneinende Miene, daß es ſo nicht recht ſei, erhebe ſich alsdann zur graden, ſenkrechten Richtung und bedeute ihm durch freundliches Zunicken, wie es ſo gut ſei.— Ueberhaupt iſt dies der Weg, Mißfallen und Wohlgefallen anzudeuten. — Ueberall, auch wenn das Kind zur Arbeit mitgeht, achte man wohl auf den feſten, ſichern Schritt, das Aufheben und Ausſtrecken der Füße. Auch das Treppenauf⸗ und abſteigen in regelmäßigen Schritten, wenn die Trepplinge nicht zu hoch ſind, möchte ich hier empfehlen, da hier das Aufheben der Beine Nothwendigkeit iſt.
Von großem Nutzen iſt das Laufen, d. h. das regelrechte Laufen; es befördert nicht nur eine großere Thätigkeit der Muskeln, ſondern auch die Ausbildung der Bruſt. Im Laufen muß die Bruſt heraus, der Oberleib vor, die Schultern müſſen zurückgezogen werden. Die Oberarme bleiben nahe am Leibe, die Unterarme bewegen ſich. Nur Zehen und Ballen dürfen leicht den Boden berühren. Der Mund bleibt geſchloſſen.
Zur beſondern Stärkung der Muskeln der Füße, Waden und Schenkel dient vorzüglich das Hüpfen. Zur Vorübung laſſe man das Kind zuweilen auf den Fußſpitzen, dann auch auf den Ferſen mit feſt geſtreckten Beinen gehen. Man laſſe ſich durch die anfänglich ſchlechte Ausführung nicht irre machen. Bei öfterem Vormachen und Nachmachenlaſſen wird man zu ſeiner und des Zöglings Freude bald größere Kraft und Geſchikklichkeit erzielen. Beim Hüpfen müſſen die Bruſt heraus, die Arme in die Seite geſtützt, die Knie ſteif und die Beine geſchloſſen ſein. So hüpft man in ganz kleinen Sprüngen vorwärts, oder auch auf derſelben Stelle, indem man nur auf die Fußſpitzen tritt. Auch kann man bei fortgeſetzter Uebung die Füße einzeln und zuſammen an das Geſäß ſchlagen.
Ferner laſſe man das Kind auch ſpringen, d. h. mit einem oder beiden Füßen zugleich vermöͤge eines Abſtoßes ſich in die Luft, oder über einen Gegenſtand wegſchnellen. Man halte ihm z. B. ein Stöckchen vor, zeige ihm einen kleinen Graben ꝛc. und veranlaſſe es öfters da⸗ rüber wegzuſetzen. Bei fortgeſetzter Uebung werden die Sprünge weiter und höher gemacht werden koͤnnen.
Zur Stärkung der Arme und der Bruſt veranlaſſe man das Werfen im Freien, das feſte Ausſtrecken der Arme nach allen Richtungen, das Wegwerfen, ſowie Schwingen derſelben
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