Aufsatz 
Beschreibung des Neubaues der Herderschule / von dem Bauleiter G. Almé
Entstehung
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Beſchreibung des Neubaues derBerderſchule, Lrzeum an der Wittelsbacher Alllee.

Das Schulgebäude iſt von Nordoſten nach Südweſten gerichtet, ſo daß die Unterrichtsräume in der Hauptſache von Oſten und Weſten beleuchtet werden.

Die Bebauung iſt derart angeordnet, daß das Klaſſengebäude einen zurücktretenden Mittelbau bildet, während die Turnhalle mit Aula auf der Nordoſtecke und das Direktorwohnhaus an der Süd⸗ weſtecke hervortretende Flügelbauten bilden. Die Bedürfnisanſtalt iſt als beſonderes Gebäude an die Hofſeite der Turnhalle angegliedert. An der Oſtſeite des Grundſtücks nach den Nachbargrenzen hin liegt der Schulhof mit dem Schulgarten.

Das Sohulgebände.

Das Schulgebäude iſt zweibündig angelegt, d. h. die Klaſſen liegen zu beiden Seiten des Mittelganges.

Die Schule enthält in 3 Stockwerken 18 Klaſſenzimmer für je 42 Schülerinnen; außerdem im II. Obergeſchoß den Lehrſaal für Naturkunde mit Sammlungszimmer und einen Raum zur Auf⸗ bewahrung von Landkarten und Bildern für den Anſchauungsunterricht, im III. Obergeſchoß den Lehrſaal für Phyſik und Chemie mit Vorbereitungs⸗- und Sammlungszimmer, den Zeichenſaal mit Nebenräumen, die Bibliothek für die Lehrer und Lehrerinnen ſowie die Schülerinnenbibliothek.

Die Verwaltungsräume liegen in den unterſten Geſchoſſen, im Erdgeſchoß das Amtszimmer für den Direktor mit Vorzimmer, zugleich Wartezimmer und Zimmer für die Schreibhülfe, ſowie das Lehrer⸗ und Konferenzzimmer mit Elternſprechzimmer; außerdem noch je ein Zimmer für den Schul⸗ diener und Heizer und die Milchküche, im 1. Obergeſchoß das Lehrerinnenzimmer, ebenfalls mit beſonderem Elternſprechzimmer.

1. Die Klaſſenzimmer.

Die Klaſſenzimmer haben eine Abmeſſung von 6,40 auf 8,50 m bei 4,10 m Geſchoßhöhe.

Die Belichtung erfolgt durch je 3 ſechsflügelige Fenſter, die eine ſehr reichliche Lichtfläche von 1/4 der Grundfläche ergeben; an den Fenſtern ſind einfache Vorhänge aus Köperſtoff angebracht. . Die Wände ſind bis 1,40 m Höhe mit Linoleum in Leiſtenteilung beſpannt und obenher mit Olfarbe hell geſtrichen. Der obere Wandfries und die Decken ſind weiß gehalten. Als Fußboden⸗ belag dient Linoleum auf Korkeſtrich. Das Mobiliar beſteht aus dem Katheder auf einem Podium, einer ſechsflächigen Tafel und einem Lehrerſchrank mit 6 Abteilen. Für die Schülerinnen ſind zwei⸗ ſitzige Schulbänke(Frankfurter Modell) aufgeſtellt.

2. Der hörſaal für pPhyſik und Chemie.

Der Hörſaal hat eine Größe von 6,63 111,00 m.

Ein anſteigendes Podium bietet Raum für 42 Schülerinnen. Die Experimentieranlage entſpricht im weſentlichen denjenigen der Frankfurter höheren Schulen. Der vom ſtädtiſchen Elektrizitätswerk gelieferte Wechſelſtrom von 120 Volt wird für die Zwecke des Unterrichts teils direkt verwendet, teils in Gleichſtrom umgeformt; der Queckſilber⸗Dampf⸗Gleichrichter liefert eine Spannung von 120 Volt für 30 Ampére; als Ergänzung der Anlage dient eine Akkumulatorenbatterie von 12 Zellen. Eine Schalttafel bietet die Möglichkeit weitgehender Kombinationen.

Von der Ausſtattung wäre im einzelnen anzuführen: die zweiſitzigen Subſellien mit Klappſitzen, ein Experimentiertiſch, eine Schiebetafel, ein Abdampfſchrank, ein Gläſer⸗ und Chemikalienſchrank und die Verdunkelungsvorrichtung. Die Wände des Hörſaales ſind bis über Türhöhe mit grauem Rupfen beſpannt, im übrigen wie die Decke weiß geſtrichen. An den Hörſaal ſchließen ſich an zwei Räume in Größe je eines Klaſſenzimmers für Vorbereitungen zum Unterricht und für Sammlungen.

3. Der hörſaal für Raturkunde.

Der Hörſaal für Naturkunde hat eine Größe von 6,632 11,00 m. Das anſteigende Podium bietet Raum für 42 Schülerinnen. Der Hörſaal iſt ausgeſtattet mit Tiſchen mit horizontaler Platte