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1— 65 unter Weglassung der grösseren Reden. Platos Euthyphron. Privatlektüre. Wieder- holungen aus der Grammatik gelegentlich und nach Bedürfnis. Ubersetzungen aus dem Griechischen in der Klasse, aus den gelesenen Schriftstellern oder nach Diktaten. 6 St. w.(Buchenau.)
Aufgaben der Reifeprüfungen: Michaelis 1896: Plato, Menex. VII—VIII, C.— Ostern 1897: Plato, Protagoras, Cap. II.
Französisch. Lektüre: Molière, L'Avare und Montesquieu, Considériations. Zusammen- fassende grammatische Wiederholungen nebst mündlichen Ubersetzungen ins Französische; Sprechübungen; alle 14 Tage eine schriftliche Ubersetzung aus dem Französischen. 2 St. w. (Schäfer I.)
Hebräisch. Wiederholung der Formenlehre nach Gesenius-Kautzsch. Einige Regeln der Syntax im Anschluss an die Lektüre aus dem UÜbungsbuch von Kautzsch. 2 St. w.(Vogt.)
Englisch. Wiederholung und Abschluss der Formenlehre nach Gesenius I. Die wichtigsten syntaktischen Regeln gelegentlich bei der Lektüre. Gelesen wurde: 1) im Lesebuch von Gesenius I; 2) im Sommer: Shakespeare, Merchant of Venice; im Winter: Macaulay, Lord Glive. Gelegentlich schriftliche Inhaltsangaben geeigneter Lektüreabschnitte. Sprechübungen. 2 St. w.(Stange.)
Geschichte und Erdkunde. Geschichte vom Jahre 1648 bis 1888. Geographische Wiederholung. 3 St. w.(Yogt.)
Mathematik. Arithmetik: Kombinationslehre(Bardey 34— 36). Planimetrie und Trigo- nometrie: Dreieckskonstruktionen, Sätze der Transversalen. Erweiterung der Lehre von der harmonischen Teilung. Stereometrie: Wiederholung des Systems. Analytische Geometrie: Be- griff der Koordinaten. Sätze und Aufgaben über Gerade, Kreis und Kegelschnitte. Ausserdem wöchentlich 1 St. Ubungsaufgaben aus allen Teilen der Mathematik. 4 St. w.(Weidenmüller.)
Aufgaben der Reifeprüfungen: A) Zu Michaelis 1896.
1) Jemand hat für 40000 M. baar ein Haus gekauft, wird aber mit dem Verkäufer einig, die Kauf- summe in 10 am Jahresschlusse zahlbaren Jahresraten abzutragen. Wieviel beträgtjede Rate?(Zinsfuss 4%) 2) Durch den äusseren Xhnlichkeitspunkt zweier Kreise eine Sekante so zu ziehen, dass ihre in die Kreise fallenden Abschnitte sich um die Strecke? unterscheiden.— 3) Von einem Dreieck kennt man einen Winkel(—= 28 35˙8), die Summe der einschliessenden Seiten(b+= 30 cm) und den Flächen- inhalt(= 50 qcm) Wie gross sind die Seiten b und c-— 4) Wieviele Zwanzigmarkstücke(Gewicht 8 g, Dichtigkeit 17) müsste man zusammenschmelzen, um eine Kugel von 90 cm Durchmesser zu erhalten?
B) Zu Ostern 1897.
1) Eine Stadt giebt für 1,000,000 M. 3 ½ prozentige Schuldverschreibungen à 500 M. zum Nennwert aus und verwendet am Schluss eines jeden Jahres 70000 M. zur Tilgung und Verzinsung. Wieviel Schuld- verschreibungen sind nach 20 Jahren noch nicht eingelöst?— 2) Um einen gegebenen Kreis ein Trapez zu konstruieren, von dem die Differenz d der Parallelseiten und das Verhältnis m:n der nichtparallelen Seiten gegeben ist.— 3) Von einem Dreieck kennt man den Flächeninhalt(7= 84 dcm), einen Winkel (‿zü 67 22 50) und die Summe der einschliessenden Seiten(b+= 27). Wie gross sind diese Seiten?— 4) In einen halbkugelförmigen Napf von 40 cm Durchmesser und 1 kg Gewicht wird soviel Wasser gegossen, dass er auf Wasser schwimmend noch 10 cm daraus hervorragt. Wieviel Kilogramm Wasser musste man zugiessen?
Physik. Optik und mathematische Erd- und Himmelskunde. 2 St. w.(Weidenmüller.)


