Aufsatz 
Abfassung von Schulausgaben / Carl Jul. Weismann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

· 1 3 36

der Unterrichtsgang keine Störung erlitt. Seit dem Jahre 1820 gehörte Dr. Schiek dem Rintein'schen Gymnasium an, dem er bis zu seinem Abgange mit treuem Eifer und geseg- netem Erfolge gedient und sich die ungetheilte Achtung und Liebe seiner Schifler erworben hat. Möge es ihm an dem Orte seiner gegenwärtigen Wirksamkeit so wohl gehen, als es seine hiesigen Amtsgenossen und Freunde von Herzen wünschen.

Durch höchstes Rescript gleichfalls vom 30. Juli wurde der Lehrer am. vorhinnigen Lyceum in Cassel, Dr. Georg Lobe, als ordentlicher Lehrer mit einem Gehalt von 500 Rthlr. dem hrangen Gymnasium beigegeben.

Am 20. Angust wurde der höchst erfreuliche Geburtstag Sr. Hoheit des Kurprinzen und Mitregenten in der Anstalt auf hergebrachte Weise gefeiert. Die Festrede, welche der Director hielt, handelte von dem wahren Ehrgefühle, das den Schüler beleben und seinen Handlungen zur Richtschnur dienen soll.

Durch hohen Ministerial-Beschluss vom 29. August Hufae die vom Director bean- tragte Ubertragung der Geschäfte des Bibliothekars an Dr. Weismann genehmigt..

Die Schule wurde am 25. Sept. geschlossen und am 26. Versetzungsconferenz gehalten.

Am 28. und 29. September war Privatexamen aller Classen, wonach zwei Primaner, welche vom 21. bis 28. August die schriftliche und am 11. September die mündliche Ma- turitätsprüfung bestanden hatten, vom Director feierlich entlassen wurden.

Ein höchstes Rescript vom I. October ernannte den Conrector an der Bürgerschule in Hofgeismar, Pfarrer Wilhelm Meurer, zum Hülfslehrer am hiesigen Gmmnasjum und setzte demselben einen jährlichen Gehalt von 400, Rthlr. aus.

Anm. 2. J. Georg A. Lobe, geborcn den 18. Februar 1793 zu Weimar, besuchte 8 Jahre hindurch das dortige Gymnasium, studirte sodann von 1815 bis Ostern 1819 in Jena Theologie, Philologie und neuere Sprachen, war Mitglied der lateinischen Gesellschaft, die damals unter Eichstädt blühete, und erhielt nach vorausgegangener schriftlicher und mündlicher Prüfung kurz vor seinem Abgange von der Universität die philosophische Doctorwürde. Noch im Jahre 1819 übernahm er eine Hauslehrerstelle bei der nun verstorbenen Geheimeräthin von Rettberg in Cassel und späterhin eine zweite bei dem Staatsminister von Meysenbug, welche er beinahe 10 Jahre lang bekleidete, nebenbei aber im Jahre 1822 als ordentlicher Lehrer an dem Lyceum in Cassel angestellt wurde. Er schrieb:

1. ein Programm in deutscher Sprache;

2. Wanderungen durch Cassel und die Umgegend;

3. eineGeschichte des Casselschen Hoſtheaters, abgedruckt i in dem Leipziger Theaterlexicon, und lieferte 4

4. eine ansehnliche Reihe von Aufsätzen gemischten Inhalts für verschiedene Zeitschriften.

Anm. 3. Wilhelm Herm. Philipp Meurer, Sohn des Superintendenten Meurer zu Vacha an der Werra, einer kleinen ehemals zu Hessen gehörigen, im Jahre 1816 aber an S. Weimar abgetretenen Stadt, ward geboren 1809, bezog zu Ostern 1825 das Gymnasium zu Eisenach und im Herbste 1827 die Universität Jena, wo er drei Jähre studirte, Mitglied des philologischen,