Aufsatz 
Abfassung von Schulausgaben / Carl Jul. Weismann
Entstehung
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Am 19. October wurde Dr. Lobe als Lehrer des Gymnasiums den Schülern der einzelnen Classen von mir vorgestellt, und die in Folge der Versetzung des Dr. Schiek und der Erweiterung der Anstalt durch Realclassen nothwendig gewordene Veränderung in der Vertheilung der Unterrichtsgegenstände und der Classenordinariate denselben bekannt gemacht. Danach fand die Prüfung der zur Aufnahme Angemeldeten statt.

Der Wintercursus im Gymnasium und in den mit ihm verbundenen Realsectionen begann am 20. October.*

Am 31. October Vormittags von 9 Uhr an wurde das Reformationsfest und zugleich mit ihm der Stiftungstag des Gymnasiums im grossen Hörsale der Anstalt durch Gesang und Declamationsiũbungen der Schüler, so wie auch durch eine Rede, welche Dr. Fuldner über den Geist der Reformation als wissenschaftlichen Geist und dessen verschiedene Kusserungen in deutscher Sprache hielt, feierlich begangen.

Am 7. November wurde der Hlulfélehrer, Pfarrer Meurer, den im grossen Audi- torium des Gymnasiums versammelten Lehrern und Schülern von mir vorgestellt, worauf derselbe am 9. November seinen Unterricht begann.

Durch hohen Ministerialbeschluss vom 30. December wurde die jährliche Vergütung, welche der Praktikant Dr. Most erhält, bis auf 150 Rthlr. erhöht.

. Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. December bis zum 2. Januar.

Der letzte Tag im Jahre wurde, wie gewöhnlich, durch einen Schulact, der Nach- mittags um 4 Uhr seinen Anfang nahm, und dem ein zahlreiches Publicum beiwohnte, im grossen Hörsaale des Gymnasiums gefeiert. Nachdem drei Primauer selbstausgearbeitete Reden und eine Ode vorgetragen hatten, sprach Dr. Lobeüber den Lehrerberufe. Pas- sende Gesänge des Schülerchors wechselten hiermit ab.

Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war während des vergangenen Schuljahrs im Ganzen genommen befriedigedl..

später auch des theologischen Seminars wurde, und besonders die Vorlesungen von Eichstädt, Hand, Göttling, Luden, Reinhold, Schott und Credner besuchte. Nach einem halbjährig gen Auf- enthalt im Elternhause studirte er seit Ostern 1831 noch Jahr auf der Universität zu Marburg, wo er Hupfeld's, Justi's und Rehm's Vorlesungen beiwolnte, versah dann 1 Jahr lang die Stelle eines Hauslehrers bei dem Preussischen Bevollmächtigten am hohen Bundestage, Freiherrn von Wollzogen, bestand darauf nach erlangtem Indigenate die Hessischen theologischen Examina, wurde 1833 ausserordentlicher Pfarrer in Cassel und zu Anſang des Jahres 1834 Conrector an der Bürgerschule zu Hofgeismar. Ausser einer Reibe von Aufsätzen in die allgemeine Kirchen- zeitung hat derselbe herausgegeben: 3

1. Erstes Wort über Lehrfreiheit in der evang. protestant. Kirche. Cassel 1839.

2. Zweites Wort über Lehrfreiheit in der evang. protestant. Kirche. Rinteln 1841.