Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Höheren Bürgerschule (jetzt Realschule i.E.) zu Schlitz am 27. Juni 1925. Hrsg. v. dem Lehrerkollegium der Realschule am 19. April 1880
Entstehung
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Ruus der Geſchichte der höheren Bürgerſchule Fchlih.

von Studienrat dr. Hans Koloff.

Oſtern 1900 wurde die höhere Bürgerſchule Schlitz gegründet. Ein lang gehegter Wunſch der Stadt Schlitz war damit verwirklicht worden. Sehr gefördert wurde die neue Gründung durch die Ueberlaſſung des geſamten Inventars der vorher vorhandenen Privatſchule und durch die koſtenloſe Ueberlaſſung zweier Schulſäle in der Vorderburg durch Se. Erlaucht den Grafen von Schlitz. Einen dritten Schulſaal ſtellte die Stadt zur Verfügung. Die Schülerzahl betrug 38, darunter 10 Mädchen. Der Unterricht wurde von 3 Lehrern und 1 Pfarrer(ev. Religionsunterricht) unter Zugrundelegung des Lehrplans der Realſchulen des Großherzogtums Heſſen von 1899 erteilt. An anderer Stelle dieſer Feſtſchrift befindet ſich ein Ueberblick über die Entwicklung des Schülerſtandes und ein Verzeichnis aller Lehrer und Lehrerinnen, die bis heute an der Schule tätig waren. Im erſten Jahrgang beſaß die Schule nur die Klaſſen Sexta bis Untertertia. Auf Wunſch hatte die oberſte Schulbehörde die Einführung wahlfreien Lateinunterrichts geſtattet. Dieſer wurde bis Oſtern 1913 regelmäßig erteilt. Zu Beginn des Schuljahres 1901/02 wurde eine neue Klaſſe, die Obertertia, auf geſetzt. Am 6. Januar 1902 fand die feierliche Einweihung des für die Schulzwecke von der Stadt erworbenen und umgebauten Hauſes ſtatt, in dem die Schule ſich noch heute befindet. Oſtern 1902 wird die Schule in die Zahl der ſtaatlich unterſtützten Schulen auf⸗ genommen. Damit iſt das höhere Schulweſen von Schlitz endgiltig auf eine feſte Grundlage geſtellt. Mit Beginn des Schuljahres 1910/11 wird eine weitere Lehrſtelle eingerichtet durch das Entgegen⸗ kommen des Kuratoriums und der oberſten Schulbehörde. Bei ſeither nur drei Lehrkräften für 5 Klaſſen waren notgedrungenerweiſe Kombinationen von verſchiedenen Klaſſen erforderlich. Dem konnte durch Einſtellung einer weiteren Lehrkraft weſentlich abgeholfen werden. In günſtiger Entwicklung geht das Leben der Schule weiter, bis der Weltkrieg kommt und auch unſere Schule erſchüttert. Durch ſofortige Einziehung des Herrn Rektor Rodenhauſen und des Herrn Lehrer Hahn verwaiſt das Lehrerkollegium bis auf zwei Kräfte. Bereitwilligerweiſe übernahmen die beiden Ortsgeiſtlichen, Herren Knodt und Boeckner, eine Anzahl Unterrichtsſtunden. Durch Kombination verſchiedener Klaſſen und Ueberſtunden der Lehrer kann der Lehrplan in den Kriegsjahren notdürftig aufrechterhalten werden. Die Fächer Singen, Zeichnen und Turnen müſſen aller⸗ dings in dieſer Zeit wegen Mangel an Lehrern ſehr zurückſtehen. Unnötig zu ſagen, daß unſere Schule die gewaltigen Ereigniſſe des Weltkriegs bewegt mitempfand. In der begeiſterten Mitarbeit bei

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