Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Höheren Bürgerschule (jetzt Realschule i.E.) zu Schlitz am 27. Juni 1925. Hrsg. v. dem Lehrerkollegium der Realschule am 19. April 1880
Entstehung
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*. die höhere privatſchule zu dchlih. 1845 1878

Im Jahre 1843 bildete ſich hier auf Veranlaſſung von Ober⸗ verwalter Hainlein und Poſtverwalter Jäger eine Geſellſchaft zur Gründung einer höheren Privatſchule. Dieſe erhielt unterm 25. April 1843 von der Bezirksſchulkommiſſion in Alsfeld die Erlaubnis, den Kandidaten der Theologie Reinhard von Waltershauſen bei Gotha, ſeither Erzieher an dem berühmten Salzmann'ſchen Inſtitut in Schnepfenthal, als Privatlehrer und Leiter einen höheren Privat⸗ ſchule anzuſtellen. An ſeine Stelle trat im Herbſt 1844 Ferdinand Dieffenbach, der zugleich Pfarraſſiſtent bei ſeinem Vater, dem älteren Oberpfarrer Ludwig Chriſtian Dieffenbach 1853, war. Die Elementarfächer wurden von den hieſigen Lehrern Niepoth und E. Schmidt erteilt. Dr. Ferdinand Dieffenbach, der ſich in die politiſchen Parteikämpfe vom 1848 zu ſehr verwickelte, mußte infolge⸗ deſſen mit vielen Freunden die alte Heimat verlaſſen und ging nach Amerika, wo er 1861 als Leiter einer Lehranſtalt in Mancheſter bei Baltimore ſtarb. Am 26. Auguſt 1850 erhielten Forſtmeiſter Jäger und Steuerkommiſſar Balzer zu Schlitz von der Bezirks⸗ ſchulkommiſſion in Alsfeld die Genehmigung zur Gründung einer neuen Privatſchule. Als Leiter wurde der Kandidat Auguſt Haſt von Lindenhofen genommen. Sein Nachfolger bis zum 1 April 1854 war ein Kandidat Kritzler. Nach ſeinem Weggang leitete in der Zwiſchenzeit Pfarrer Heß, damals Vikar in Schlitz, ſeit 1856 Pfarrer in Hutzdorf, die Privatſchule. Im Juni 1855 übernahm Kandidat Karl Straubel, vorher Hauslehrer bei Pfarrer Marx in Stockſtadt und in Rödelheim, die Leitung. 14 Knaben und 8 Mädchen beſuchten damals dieſe Anſtalt. Der Stundenplan war: Religion 3 Stunden, Geſchichte 2, Geographie 2, Naturlehre!, Arithmetik 3, Geometrie 1, Deutſch 2, Franzöſiſch 6, Lateiniſch 9 Stunden. Seit September 1859 ſtand Dr. Auguſt Schockel von Lasphe der Anſtalt vor. Den franzöſiſchen Unterricht erteilte bereits ſeit 1855 die Schweſter von Kandidat Straubel Frl. Straubel aus Gotha, die auch nach dem Weggang ihres Bruders hierblieb. Dr. Schockel war Kandidat des höheren Lehramts in Preußen und vorher Leiter der höheren Privatſchule in Groß⸗Gerau. Es folgte von November 1860 bis Oktober 1861 der Philologe Dr. Konrad Vermehren aus Jena. Ihm ſtanden als Hilfslehrer Lehrer Nanz und Strack zur Seite. Vom Oktober 1861 bis Oſtern 1863 war der Kandidat der Theologie Dr. phil. Reinhold Schmidt von Emsdorf im Großherzogtum Weimar Leiter der Privatſchule. Er kam Oſtern 1863 als Collaborator an die Stadtkirche zu Weimar und vermählte ſich 1864 als Rektor der Stadtſchulen zu Ilmenau mit Bertha, älteſten Tochter des hieſigen Oberpfarrers Schäfer.

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