an, Ariſtides, Pauſanias, Cimon, Lyſander und Alcibiades. 2. Das ganze Tirocinium und die zwei erſten Decurien aus Langes Grammatik. 3. Das Tirocinium von Seite 378—87.
Ein Entwurf zu einer„beſſeren“ Schuleinrichtung nach den Entſchließungen einer darüber gehaltenen Konferenz von 1794 ſagte (§ 9)„der Hauptzweck der hieſigen Schulen iſt in Stadt und Land gute Bürger und Untertanen zu ziehen— keine Gelehrte—. Alſo darf auch darinen kein Latein oder andere fremde Sprachen gelehrt werden, ſondern nur in Privatſtunden. Verlangt dergleichen noch ein oder anderer ununterrichteter Bürger, ſo iſt ſeinem Verlangen mit etlichen Stunden wöchentlich nachzugeben, bis ſich die Thorheit des gemeinen Teutſchen, nach ehemaligen Mönchsgrundſätzen, Latein zu lernen, nach und nach auch hier verlieret.“„Der Plan des Rektor Ungers, die hieſige Schule zu einer guten Bürgerſchule umzuwandeln, hat Beifall.“ Als neue Lehrbücher erſcheinen erſtmals eine Fibel, ein Geſundheitskatechismus, Seilers Handbuch, Beckers Not- und Hilfsbuch und das Buch vom Aberglauben.
Seit 1798 gab es folgende Lehrgegenſtände in der 1. Klaſſe: 1. Religion, 2. Seelenlehre, 3. Wider den ſchädlichen Aberglauben, 4. Geographie, 5. Sittenlehre, 6. Himmelskunde und Zeitrechnung, 7. Grammatik in Bezug auf Orthographie, 8. Naturlehre, 9. Unterricht zur Erhaltung der Geſundheit, 10. Religionsgeſchichte, 11. Schreiben, 12. Rechnen.
Ein„untertänigſter Bericht“ vom 12. 9. 1800 bittet jedoch um Wiederherſtellung einer lateiniſchen Stunde in der Klaſſe des Rektors. Und zwar wird dieſer Wunſch von Bürgern geäußert, die ihre Kinder zu Geſchäften beſtimmt haben, bei denen einige Elementarkentniſſe der lateiniſchen Sprache von entſchiedenem Nutzen ſind. So enthält ein Schulbericht von 1806 denn auch wieder neben der deutſchen, die lateiniſche Sprache. Daß der bekannte Pädagoge Inſpektor Schlez, der im Jahre 1800 beſonders zur Reform des Landſchulweſens hierher berufen wurde, alsbald ſeine Lehrbücher, beſonders den Denkfreund hiier einführte, iſt ſelbſtverſtändlich. Seine Verdienſte auf dem Gebiete des Volksſchulweſens ſind von Hermsdorf in Köhlers Lehrerbibliotek Band 14, Leipzig 1914 ausführlich gewürdigt worden. Sein rationaliſtiſches neues Schlitzer Geſangbuch, in dem ſich keines der alten kräftigen Kernlieder mehr findet, ſelbſt nicht:„Ein feſte Burg“, ſondern nur rührende Tugend⸗ lieder, zeigt doch die Grenzen dieſes auf ſeinem Gebiete bedeutſamen Mannes. Bemerkenswert iſt noch, daß nach dem Lehrplan von 1811 an Stelle von Lateiniſch Franzöſiſch getreten iſt. Nach dem Tod von Inſpektor Schlez ſcheint der Lehrplan der Schlitzer Rektoratsſchule völlig in den der heſſiſchen Volksſchule einzuumünden. Latein und andere Sprachen gab es von da an offenbar nur noch durch Privatunterricht. Trotzdem waren die Rektoren und Lehrer der 1. Knabenklaſſe bis 1901 Theologen. Sie wurden ſpäter zum Teil die Lehrer und Leiter der höheren Privatſchule.
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