Aufsatz 
Der Raum für chemische Schülerübungen
Entstehung
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legenheit bis zur Etatsberatung des kommenden Jahres. Dumit war die Erstellung des Laboratoriums für 1925 nicht mehr möglich. Um aber auch für das laufende Jahr 1925 Schülerübungen, wenn auch in ganz beschränktem Umfang, abhalten zu können und dafür einen besonderen Raum zu haben, wurde der seitherige Samm- lungsraum Air ausgeräumt und notdürftig als Schülerlaboratorium eingerichtet, nach- dem der Versuch, im Lehrsaal D und Vorbereitungszimmer C Schülerübungen abzu- halten, gescheitert war, da sich zu große Nachteile für den eigentlichen Unterrichts- betrieb und die dafür bestimmten Einrichtungen ergeben hatten. Die Sammlungs- schränke wurden im Seitenflur F nntergebracht, der durch eine Holzwand vom übrigen Flur abgetreunnt wurde. Schreibtisch und Bücherei des Sammlungsleiters kam in das kleine, seither unbenutzte Zimmer E. So war ein neuer schöner Samm- lungsraum F und ein Verwaltungszimmer E geschaffen. Der frühere Sammlungs- raum A wurde, wie schon erwähnt, notdürftig mit Hilfe einiger alter Tische aus der ehemaligen städtischen Notküche, frei auf dem Boden verlegter Gasleitung und einem alten Wasserstein zum provisorischen TJebungsraum eingerichtet. 1 ½ Jahre lang haben wir in diesem unzulänglichen, einfenstrigen Raum gearbeitet, bis der Mangel jeglichen Abzugs schädlicher Gase und die daraus erwachsende Gefahr für die Gesundheit der Schüler uns zwang, diese unzureichende Form der Schülerübungen aufzugeben und uns aufs Neue an die Stadt zu wenden.

In der Zwischenzeit hatten sich neue Gesichtspunkte ergeben. Bei der er- wähnten Besichtigung durch die städt. Behörden war der Gedanke aufgetaucht, die zwischen Ai und der Klasse As befindliche Wand herauszubrechen und aus beiden Zimmern einen großen Raum für die Uebungen zu schaffen. Bautechnische sowohl wie finanzielle Bedenken hatten den kühnen Gedanken früher bei uns wiederholt im Keime erstickt; auch hatten wir ja früher Ai als Sammlungsraum nötig. Jetzt war die Sammlung im neuen Raum F, eine Anfrage bei dem Erbauer des Hauses zer- streute alle Bedenken bezgl. der Stabilität des Baues und auch die Kosten schienen nicht übermäßig. So wurde ein neuer Plan ausgearbeitet, nach welchem durch Zu- sammenlegen der Räume Ai nnd Au ein 13 Meter langer Saal geschaffen werden sollte.

In der Zwischenzeit waren sowohl der Magistrat wie die Schule selbst bei den vorgesetzten Behörden um Bewilligung besonderer Mittel eingekommen als Zuschuß zur Einrichtung eines Uebungsraumes. Nach anfänglich prinzipiell ablehnendem Be- scheid wurde mit der Zeit doch erreicht, daß die Staatsbehörde 5000 Mk. der Stadt zukommen ließ und offiziös die gleiche Summe für das kommende Jahr in Aussicht stellte Damit war denn auch die Frage der Finanzierung gelöst. Am 10. Mai 1926 war die Summe von 5000 Mk. in den Haushaltsplan eingestellt worden. Der Rest sollte einstweilen seitens der Stadt aus einer Anleihe vorgelegt werden. Diesem Beschluß des Magistrats war die Stadtverordneten-Versammlung unter dem Vorbehalt beigetreten, daß mit den Arbeiten erst begonnen werden dürfe, wenn die Gewährung des staatlichen Zuschusses außer Zweifel stehe. Nach Eingang dieser Gelder beschloß die Stadtverordneten-Versammlung vom 10. September mit den Ar- beiten zu beginnen.

Am Montag, den 27. September 1926 zu Beginn der Herbstferien zogen die Handwerker in die Schule ein und arbeiteten bis kurz nach Weihnachten. Am 21. Januar konnten Magistrat und Stadtverordneten-Versammlung die fertigen Neuein-