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aber nur im Anschluß an präparatives Arbeiten, auf das der Schwerpunkt der Schülerübungen zu legen ist. Jedes derartige Arbeiten ist im engenAnschluß an den Klassenunterricht auszuführen.
Bei dem Bau des Oberrealschulgebäudes in den Jahren 1911-1913 waren im Seitenflügel des zweiten Obergeschosses 3 Räume für den chem. Unterricht vorge- sehen, nämlich der eigentliche Lehrsaal D, das Vorbereitungszimmer und Lehrer- laboratorium C und der Sammlungsraum A; dazu kam noch die Kammer B, sowie am Ende des Flures F das Zimmerchen E. Für etwaige Schülerübungen war ein Raum im Keller in Aussicht genommen, der jedoch wegen seiner räumlichen Ent- fernung von den übrigen Chemieraumen und sonstiger unzweckmäßiger Einrichtung halber ernstlich nicht in Betracht kommen konnte. Die Anstalt war damals noch in Entwicklung und bei dem Mangel an Oberklassen chem. Schülerübungen noch nicht erforderlich. Ich habe aber damals schon auf die Unzweckmäßigkeit des Raumes im Keller und die Notwendigkeit der Einrichtung eines Uebungsraumes, der mit den übrigen chem. Räumen in Verbindung stehen müsse, die zuständigen Stellen wieder- holt aufmerksam gemacht. Eine Besichtigung durch den Magistrat im Jahre 1914 hatte zur Folge, daß das an den Sammlungsraum Ai anschließende Klassenzimmer A⸗ für später einzurichtende chem. Uebungen ins Auge gefaßt, dieses Zimmer genau wie alle übrigen naturwissenschaftlichen Räume von der allgemeinen Heizung ab- getrenut und der sog. Ferienheizung angeschlossen wurde. Vorläufig diente es jedoch weiter dem allgem. Unterricht und eine direkte Verbindung zu den benachbarten Chemieräumen bestand nicht.
In diesem Zustand blieben die Verhältnisse während Kriegs- und Nachkriegs- zeit stehen, bis wiederholte Anfragen seitens des Provinzialschulkollegiums in Kassel in den Jahren 1923, 1924 und 1925 nach dem Stand der Schülerübungen die An- gelegenheit wieder ins Rollen brachte. Da auch der seit Januar 1925 an der An- stalt wirkende neue Leiter, Herr Studiendirektor K. Müller, der Frage der Schüler- übungen regstes Interesse entgegenbrachte, und das um die Gründung und den Aus- bau der Schule so hochverdiente Stadtoberhaupt, Herr Bürgermeister Füller, seinen ganzen Einfluß zu Gunsten der Angelegenheit einzusetzen gewillt war, so konnte mit Aussicht auf Erfolg der Sache nähergetreten werden.
Am 11 Mai 1926 erhielt der Magistrat ein Schreiben des Direktors, in welchem um Bereitstellung von Mitteln zur Einrichtung eines chem. Uebungsraumes ersucht wurde unter Hinweis auf die wiederholten Erinnerungen des Prov.-Schul-Kollegiums. Am gleichen Tag beschloß der Magistrat einstimmig unter voller Anerkennung der unbedingten Notwendigkeit und Dringlichkeit der Einrichtung eines geeigneten Uebungsraumes, den Antrag dem Ausschuß für höhere Schulen zur Stellungnahme zu überweisen Dieser Ausschuß trat in seiner Sitzung am 12. Mai einstimmig der Auffassung des Magistrats bei. Am 30. Mai fand eine Besichtigung der fraglichen Räume durch Mitglieder des Magistrats, des Schulausschusses und der Stadtverord- neten statt, bei der gleichfalls völlige Einmütigkeit bezügl der Notwendigkeit einen Uebungsraum zu erstellen, sowie über den hierzu einzig möglichen Raum, die an die Sammlung Aui angrenzende Klasse As, herrschte. Dagegen erklärte am 19. Juni sich die Stadtverordn.-Versamml., mit Rücksicht auf die schlechte Finanzlage der Stadt außer Stande, die erforderlichen Mittel flüssig zu machen und vertagte die Ange-


