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denn, um den plündernden Numidier von ſich abzuhalten, cervicem complexus(sie!) ſich letztlich mit Beißen helfen: os naribus et auribus corrosis, deforme reddidit. Offen⸗ bar ſchlecht gelungen! Eher ſtellen wir uns beide ringend vor manibus ad capiendum telum inutilibus= quia manibus non potuit uti ad capiendum telum; nachdem ſie zu Boden liegen, gebraucht der, welcher von ſeinen heimiſchen Beſtien das Beißen gelernt hat, die Zähne, dem andern gelingt es cervicem complectendo den Feind zu erwürgen. „Warum ſollte der erſchöpfte Sieger nicht unter Haufen von Erſchlagenen und demnächſt unter der Leiche ſeines Gegners hervorgezogen ſein können? Bei Silius Italicus (VI, 41 ff.) bringen ſie ſich gegenſeitig durch Biße ums Leben; bei dem geſchmackloſen Poeten fehlt nur noch, daß ſie ſich, wie die bekannten Löwen, gänzlich aufgezehrt hätten!
54, 7: occidione occisum cum duobus exercitibus deletasque iſt die Lesart der Hdſchrr. deren offenbare Lücke Sigonins ergänzt: occid. occisos cum duob. exercc. con- sules; Jo. Fr. Gronov: occ. occisum c. duob. consulibus exercitum; Wßb.: occ. occisum consulem utrumque c. duobus exercc. letzteres am wenigſten glücklich, da duo consules occidione occiduntur eine unangemeßene Übertreibung enthält. Die Verbeße⸗ rung Gronovs verdient vorzüglichen Beifall, weil ſie ſich am wenigſten von dem vor⸗ handenen Texte entfernt und occidione occisum mit exercitum verbindet. Was ſollte auch die beſondere Hervorhebung zweier Heere, da man wußte, daß ſie in eins ver⸗ eint waren(40, 5 vgl. 56, 2)? Die gleich hernach folgende Betonung von cum duo- bus consulibus duo consulares exercitus iſt eine weſentlich andere.
59, 11: Sed illis et bonis ac fortibus militibus utemini et nobis etiam promp- tioribus pro patria. Wßb.: sed et illis bonis cet. nach der Conjektur Crevier's, Fab. et bonis et fortibus wie etliche Hdſchrr. haben. Da das erſte et in den Hoſchrr. lediglich mit ut wechſelt, ſcheint die Stellung desſelben nach illis geſichert, ſofern ſprachlich da⸗ gegen nichts zu erinnern iſt. Nun ſcheint es mir nicht ganz gerechtfertigt zu ſein sed et illis cet. auf diejenigen Soldaten zu beziehen, deren Tapferkeit eben erſt in ein verdäch⸗ tiges Licht geſetzt worden iſt, und mit denen der Sprecher die eigne Partei, wenn wir Crevier folgten, in eine Parallele brächte und in einem Athem dieſelben Leute blamieren und herausſtreichen würde. Vielmehr bin ich überzeugt, daß sed hier nur nach einer Digreſſion ſteht und zurückweiſt auf den Eingang des Kolons: haud equidem ullius civis et commilitonis fortunae aut condicioni invideo d. h. indem ich jedem meiner Mitbürger und Kameraden den ihm gebührenden, Werth belaße(ſelbſt die nicht ausgenommen, die zwar ihre Waffen wegwarfen und aus der Schlacht flohen, aber doch ſich unterſtanden im Vergleich mit uns ſich zu erheben) und überzeugt bin, daß ſie dem Vaterlande als tapfere Soldaten dienen werden: ſo iſt doch von uns um ſo größere Bereitwilligkeit zu erwarten, weil unſere Rehabilitierung uns zu beſonderem Danke verpflichtet. Alſo sed nimmt den unterbrochenen Gedankenfaden wieder auf und mit illi ſind die cives et com- militones überhaupt gemeint; an et bonis ac fortibus iſt kein Anſtoß zu nehmen vgl. Cic. Off. III, 1. Daß übrigens et und ac in den Handſchriften verwechſelt werden,


