Aufsatz 
Bemerkungen zu Livius lib. XXI und XXII / von J. Kayser
Entstehung
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zeigt Liv. I Praef. sub fin. 9, 4 u. a. Ueber die Wendung et nobis etiam iſt Fabri zu Liv. 21, 54, 3 zu vgl.

60, 22 24: At enim ſteht in keiner Hdſchr. und findet ſich zuerſt in der Aus⸗ gabe des Aſcenſius v. J. 1513, dann bei Drakenborch, und iſt auch von Fabri und Weißenb.(in 2. Ausg. nur At mit Wex), während Alſch. ſich den Handſchrr. anſchließt. Auch ich halte jede Zuthat für entbehrlich, empfehle aber folgende dem Affekte der Rede angemeßene Interpunktion: Ad erumpendum e castris defuit animus: ad tutanda for- titer castra animum habuerunt? dies noctesque aliquot obsessi vallum armis, se ipsi tutati vallo sunt? tandem ultima ausi passique, quum omnia subsidia vitae abessent, affectisque fame viribus, arma iam sustinere nequirent, necessitatibus magis humanis quam armis victi sunt? Orto sole cet. Oder mit kurzen Worten: Fehlte es ihnen an Muth, ſich beim Ausfalle zu betheiligen, ſo thaten ſie wohl innerhalb des Walles ihre Schuldigkeit, den ſie ſoweit ihre Kräfte und Mittel reichten, vertheidigten? Gewiß nicht! es dauerte keine zwei Stunden, ſo hatten ſie ſchon capituliert! Ad erumpendum cet. iſt conceſſiv wie 21, 60, 8, das Ganze ironiſch. Die ſchöne Verbeßerung Jo. Fr. Gronov's vallum armis für das handſchriftliche arma, deſſen ſich Wßb. annimmt, kommt obiger Auffaßung trefflich zu ſtatten, da es die mannigfaltige Thätigkeit ausdrückt, die dem Belagerten obliegt, nämlich den Wall mit Schutzwaffen, Palliſaden, Wurfmaſchinen u. dgl. zu verſehen, um ſo ſelber Schutz zu finden. Die Einführung eines neuen Sub⸗ jektes arma tutata sunt vallum wäre matt.

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