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durch den Ueberfall wieder gewann, der impedimenta gar nicht mehr hätte erwähnt werden ſollen, ſofern ſie von dem im Lager Zurückgelaßenen nicht derſchieden waren, Gepäck, Bagage, Dinge, die eben den geordneten militäriſchen Zug aufzuhalten geeignet ſind. Wir kommen ſo zu der Vermuthung, eher impedimenta für ein Gloſſem auszu⸗ geben, als das von Madvig beſeitigte agmen oder amnem: per convallem mediam agmen (dazu die Gloſſe impedimenta) traducit. Dieſes letztere Verbum hat nämlich nicht ſelten die Schattierung der Bedeutung: ſo führen, daß etwas in die Augen falle, alſo eine gewiſſe Schauſtellung dabei beabſichtigen, wie II, 37, 3: vestras coniuges, vestros li- beros traductos per ora hominum, XLYV, 2, 6: legati in concionem traducti. Suet. Tit. S extr. Die Römer ſollten ſehen, wie ſein Heer abziehe und abgezogen ſei; und dieſer Nachzug des Heeres, der noch in die Augen fiel, konnte mit Recht von irgend welchem erklärungsſüchtigen Copiſten als impedimenta bezeichnet werden. Gronov nähert ſich ſchon dieſer Auffaßung, da er agmen medium als Epexegeſe zu impedimenta zieht; das umgekehrte wäre freilich, wie die Worte ſtehen, nicht gut thunlich.
3 47, 3:— stantibus ac confertis postremo turba equis vir virum amplexus detrahebat equo. pedestre magna iam ex parte certamen factum erat cet. worauf dann folgt sub equestris finem certaminis cet. Man ſetze nach detrahebat ein Komma und fahre dann ſtatt equo mit quo pedestre cet. fort; denn es muß auffallen, dieſen folgenden Satz ſo ohne alle Verbindung mit dem vorausgegangenen zu ſehen, zu dem er als nothwendige Ergänzung gehört, während equo ganz überflüßig daſteht, weil equis mit detrahebat ſchon zu verbinden iſt..
47, 4:— coorta est peditum pugna. Primo et viribus et animis pares consta- bant ordines. So die vulg. Die Hdſchrr. haben für pares parum oder par. Madvig vereinigt beide Sätze in einen, indem er par dum emendiert, und Wßb. hat dieſe Emendation im Text. Ich halte die Satzanordnung der vulg. für rhetoriſch gewählter und maleriſcher, und vermag einen Grund überhaupt nicht zu erkennen, warum dieſe verlaßen werden müßte. pares constabant ordines Gallis für Gallorum wie I, 30 extr.= ſie hielten mit gleicher Energie und gleichem Muthe in geſchloßenen Reihen Stand.
49, 3— dixisse Hannibalem ferunt: quam mallem vinctos mihi traderet. Die Anekdote hat auch Plutarch Fab. Max. 16— ö Aerißag, roör, 2„&, A⁴αοωιι „Sw16,1»* Ki dsdeεεeνοα mτπιαρειιςον offenbar weſentlich abweichend, da Livius hiernach hätte geſagt haben müßen: hoc malni quam si vinctos mihi traderet. Doch haben die Interpreten beide Ausſprüche zu vereinigen geſucht, wie Fabri, der ſo erklärt:„Quam mallem iſt ironiſch geſagt, alſo: Viel lieber wäre es mir, wenn etc. d. h. was der Konſul gethan hat, iſt mir gerade ſo lieb oder iſt gerade ſo viel, als wenn er ſie mir gebunden übergeben hätte,“ da denn freilich beßer an unſerer Stelle ſtünde mallem, quam v. m. tr. Oder Alſch., der ſo deutet:„Verba quam mallem nihil aliud sig- nificare possunt quam wie könnte ich lieber wünſchen, daß er ſie mir ge⸗ bunden übergäbe, quod urbanitate quadam dictum esse patet pro ich kann nicht


