Aufsatz 
Bemerkungen zu Livius lib. XXI und XXII / von J. Kayser
Entstehung
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37 neriſchen Textesausgabe aufgenommen hat, ein, da tendere den Zuſatz einer Ortsbeſtim⸗ mung fordert, welche hier überſehen wäre.

32, 3: nisi tum fugae speciem abeundo timuisset, ſo vulg. u. Fab. Die Handſchrr. haben zum Theil abeundum, zum Theil abeundi, cum und specie; Wßb. hat Madvigs Conjectur cum fugae specie abeundum ei fuisset in ſeinem Text, die zwar recht ſchön, aber unnöthig iſt. Freilich timeo(mihi) abeundum(esse) cum fugae specie möchte ich auch nicht empfehlen, wohl aber die einfache vulgata: timeo fugae speciem abeundo d. h. indem ich abzöge, vgl. Madv. Lat. Gr. 416, A. 1.

34, extr.: qui magis vere vincere quam diu imperare malit. Wer das vor⸗ ausgegangene qui prius vincere prohibuisset Romanos, quam vinci beherzigt, kann vere vincere nicht beanſtanden, aber auch magis nicht vor einem comparativen Begriff vgl. Madv. Gr. 308, A. 2. Die von Wßb. aufgenommene Conjectur Kiehls mature vincere iſt ein Mißgriff; vere trägt gerade den ſchwerſten Satzaccent, mature erſcheint dagegen matt und bedeutungslos.*

36, 7: caedis aquas e fonte calidas iſt die Lesart der Handſchriften mit den leichten Verſchiedenheiten caedes oder cecidisse, aquasque, callidas oder callidos. Alſch. hat die glückliche Conjectur J. F. Gronovs: Caeretes aquas(vgl. das 1. Cap. dieſes Buchs) fonte calido gelidas manasse; Wßb. die wenig ſich empfehlende Caediis aquas fonte calido gelidas manasse im Texte. Denn wenn ſich irgendwo in Italien ein Ort Caediae nach⸗ weiſen läßt, ſo ſind damit keine warmen Quellen an demſelben nachgewieſen, ſelbſt wenn er in Campanien läge. Am weiteſten wäre dieſes Localiſieren der Mirakel getrieben, wenn man(mit Lipſius) läſe: multo eruore Signiae in Sabinis(doch liegt der Ort wie Jac. Gronov nachweiſt in Latium) Caediis aquas gelidas manasse. Ich halte für das einfachſte, da in Sabinis auch nur eine ganz allgemeine Ortsbezeichnung ent⸗ hält, auf nähere Ortsangaben verzichtend, für caedes gelidas zu ſchreiben. Das Wunder beſtand alsdann darin, daß(quod saepius acciderat) verſchiedentlich kalte Quellen e fonte, d. h. ohne eine erklärliche äußere Einwirkung calidae manabant, und zwar im nämlichen Sabinerlande.

41, 7: transque proximos montes laeva pedites instructos condit, dextra equites, impedimenta per convallem medium agmen traducit cet. So Drak. auch Alſch. nach J. Fr. Gronov's Verbeßerung, da die Hdſchrr. per cornu in medium, pecorum in m. per cornuum m. per comu in m. per cornu allem m. ſodann für agmen theilweiſe amnem, eine aciem bieten. Wßb. hat die Emendation Madvigs per convallem mediam traducit aufgenoemmen. Die Römer ſollen glauben, Hannibal habe ſich vor ihren ſehr verſtärkten Streitmitteln eiligſt aus dem Staube gemacht und darüber ſogar das Lager mit allem werthvollen Raube im Stich gelaßen. Der liſtige Punier ſaß jedoch mit ſeiner wohl vertheilten Streitmacht hinter den nächſten Bergen; daran reihen ſich dann die nicht ſehr verſtändlichen Angaben über die impedimenta. Es will bedünken, daß wenn Hannibal es auf einen Ueberfall der im Plündern des Lagers begriffenen Römer abge⸗ ſehen hatte und unbekümmert die hierin geborgenen Schätze preisgab, weil er ſie ja