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Kollegen gegen den über die Alpen gedrungenen Feind zu vereinigen(Pol. 61, 9). Alſo Hannibal in Turin, Scipio in Piacenza: welchen Weg mußte der letztere einſchlagen, um ſeinen noch nicht gewürdigten Gegner zu finden? Wird er ſich damit aufgehalten haben, zwei Brücken zu ſchlagen über Po und Teſſin, ſtatt einer; wird er es für nöthig gehalten haben, zuvor die zweifelhaften Freunde, die Inſubrer in Schach zu nehmen, die höchſtwahrſcheinlich mit dem Kriegsglück ſich neigten,— kurz Umwege zu machen, anſtatt, ſich anlehnend an die in Ausſicht des Krieges in Claſtidium, welches in dem heutigen, auch im letzten Kriege vielgenannten Caſteggio deutlich zu erkennen iſt, aufge⸗ häuften Kriegsvorräthe, kürzeſten Zugs ſeinem Feinde in den Weg zu treten, um ſo mehr, da auf den erſten Erfolg Alles ankam(Pol. 64, 9.)? Sicherlich hat er nirgends anders, als oberhalb der Einmündung des Teſſin den Po überſchritten und iſt auf Turin marſchiert— aber den überaus raſchen Feind fand er nicht mehr dort. Hannibal wußte zu gut, welche Stütze in ſeinem Rücken die Gallier ſein mußten, und hatte ſich deßhalb zu den Inſubrern gewandt, verſichert, durch ſeine Gegenwart ihre Neutralität zu brechen (Liv. 39, 6), und würde ihm Scipio Zeit gelaßen haben, ſo würde es ihm auch mit den Cenomanen geglückt ſein, von denen es(Liv. 55, 4) heißt, ſie allein von den Gal⸗ liern ſeien treu geblieben. Wer zweifelt, daß des kühnen Garibaldi Siegeszug über Seſto Calende nur eine Nachahmung des Hannibal war und daß Scipio bis zu dieſem Punkte nur dem Feind auf der Ferſe folgte? Von da an aber beobachten beide ſich dem Laufe des Teſſin folgend, Scipio den Fluß zur Linken, Hannibal zur Rechten(Pol. 65, 1.), bis zuletzt Scipio, ohne Zweifel durch die Nachricht beſtimmt, daß ſich die Puniſchen Streitkräfte getheilt hätten, um Streifzüge ins Inſubrergebiet auszuführen Liv. 45, 1. 2.), den Teſſin überbrückte, vielleicht in der nämlichen Ebene von Ma⸗ genta, die der letzte Krieg mit Blut getränkt hat. Denn es iſt nicht Zufall, wenn vom ſicheren Blicke der Feldherrn ſo oft die nämlichen Felder zum Kampfe erleſen werden. Von hier aus recognoscierte er, wurde über den Teſſin zurückgeworfen und nur deßhalb von Hannibal Anfangs nicht verfolgt, weil dieſer unter den Angreifenden nur die Avantgarde vermuthet hatte(Pol. 66, 3). Es wird nicht geſagt, ob die Römer ver⸗ geßen hätten, die Brücke über den Teſſin zu zerſtören: ob ſie wohl Hannibal für eine Falle hielt, daß er nicht raſch hinter den Fliehenden drein war? Soviel iſt gewiß (Liv. 47, 3), daß dieſe früher nach Piacenza kamen, als Hannibal ſichere Kunde hatte, daß ſie den Teſſin aufgegeben hätten, kaum daß es ihnen gelang die Brücke über den Po der Strömung zu überlaßen. Hannibal folgt ihnen vorſichtig und findet nun bei den Galliern am Po(oberhalb der Einmündung des Teſſin), die durch Reſpekt vor den Römern ſeither in Schranken gehalten worden waren, ſchon willigeren Eingang, viel⸗ mehr ſie kommen ihm mit Geſandtſchaften entgegen(Liv. 39, 5; 47, 7. cf. Pol. 66, 8). Auf dieſem durch die Eroberung Turins und die neuen Freundſchaften geſicherten Wege verfolgt Hannibal kühn die Römer. Die Trebia iſt, wie Niebuhr(Vorleſſ. II, 85)*) *)„Es iſt ein Bergfluß mit vielen Armen, unterbrochen durch Buſchwerk und Kies, ſehr breit: er
hat im Sommer viele Inſeln, im Winter wenn der Schnee ſchmilzt oder nach einem heftigen


