Aufsatz 
Bemerkungen zu Livius lib. XXI und XXII / von J. Kayser
Entstehung
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tionen hat aber das räthſelhafte contemptum veranlaßt, das außerdem in einer Reihe von moss. ſich findet. Daß hierin ein compendium scripturae verſteckt ſei verrathen die

Varianten: conceptum, compensum, contentum, cteptu, compempsum. Die Heraus⸗ geber ſind auf ſehr verſchiedene Emendationen gerathen: Fab. Wßb. haben Jac. Gronovs eo telum in den Text aufgenommen, Alſch. ſeine eigne Nachbeßerung enim telum. Am nächſten ſcheint Laur. Valla, der incitamentum ſchreibt, dem Sinn und den vor⸗ handenen Spuren gekommen zu ſein, nur daß unbegreiflicher Weiſe das einſtimmige con unbeachtet blieb. Mir wenigſtens ſcheint concitamentum ebenſo nahe liegend wie paſſend zu ſein. Sen. de ira III, 9: Quis ignorat lituos et tubas concitamenta esse.

49, 7: Extemplo et circa[a] praetore,(von zweiter Hand iſt a hinzugefügt), a civitate(zweite Hand civitates) missi legati tribunique suos ad curam custodiae intenderent ante omnia Lilybaeum(zw. H. Lilybaei) teneri apparatu belli. So cd. flor. Wßb. ſtellt die Anfangsworte um:a praetore et circa, ſo daß missi und teneri darauf bezogen werden kann, dann aber auch nach der vulg. tribunique qui zu leſen. Alſch.:ad civitates quod sine dubio h. J. scribendum est, vix in ullo recenti codice inveneris«. H. Sauppe hält praetore für Gloſſem und lieſt die Stelle: Extem- plo et circa civitates tribunique suos intendere, ante omnia Lilyb. tueri adpa- ratu belli perque omnem oram classem. Simul cet. Wenn Lilybaeum teneri als Inf. historicus gefaßt werden ſoll(als bloße Nachricht an die civitates), ſo ſtört ante omnia davor. Ferner wer ſind die sui? man erwartete eas; ad apparatum belli ſoll heißen praeter oder in oder quod attinet ad app. b. und hinkt eigenthümlich nach oder paradiert bei Fab., der nach teneri ein Semikolon ſetzt, ſonderbar zu Anfang des Satzes. Anderer Varianten zu geſchweigen, findet ſich in manchen Hdſchrr. tribunique qui, welches ſchon Drak., Erneſti und neuerdings Wßb. im Texte haben; einige(Ber. Hafn.) haben am Schluße apparatu belli statuit. Ich wage die Konjektur: Extem- plo et circa praetor ad civitates missis legatis tribunisque,(ut) suos ad curam cu- stodiae intenderent, ante omnia Lilybaeum teneri apparatu belli statuit. Ut iſt nicht nöthig, doch ſteht es in einer Berl. Hdſchr. ad curam custodiae ut inteuderent.

Da die Gelegenheit ſich bietet, ſcheint es, ſelbſt nach den eingehenden Erläute⸗ rungen Niemeyers in den N. Jahrbb. f. Phil. und Päd. 1855, Bd. 71 S. 252 256 nicht überflüßig, die Züge der Römer und Karthager noch einmal ins Auge zu faßen. Auf der Weſtſeite der Alpen werden die beiden Hauptberichterſtatter Polybios und der ihm mit freien Seitenſprüngen folgende Livius ſchwerlich zu vereinigen ſein; auf der italieniſchen dürfte es eher gelingen. Herabgeſtiegen von den Alpen begegnen wir dem Führer der Punier zuerſt im Taurinergebiet und bei der Exoberung der einzigen Stadt, die ihre Kapitale war(Liv. 38, 5; 39, 4); Scipio war in Piſa ans Land geſtiegen und wohl auf dem kürzeſten Wege nach Placentia, der ſtarken Feſtung am Po geeilt, welche, wie der Verlauf lehrte, zum Mittelpunkt der Operationen erſehen war. Zugleich war dem vorher nach Sicilien beorderten Tib. Sempronius Befehl zugegangen, ſich mit dem