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Wegen großer Hitze mußte der Unterricht an 4 Tagen ausgeſetzt werden, aus dem gleichen Grunde fiel an 3 Vormittagen die letzte Unterrichtsſtunde aus. Am 17. März fiel der Unterricht anläßlich des Butzbacher Faſelmarktes aus. Die Monatsſpaziergänge fanden am 6. Juli, 27. Auguſt, 21. September, 27. Oktober, 11. November 1926, 27. Januar, 2. Februar und 30. März ſtatt.
Am 25. November und 14. Dezember 1926 beſuchte Herr Staatsrat Block die Anſtalt und wohnte dem Unter⸗ richte in mehreren Klaſſen bei. Am 31. Januar 1927 beſuchte der Vorſitzende des Landesamtes für das Bildungsweſen Herr Miniſterialdirektor Urſtadt, die Anſtalt, wohnte ebenfalls dem Unterricht in einigen Klaſſen bei und beſprach in einer Sitzung des Lehrerrates, die er ſelbſt leitete, mehrere Fragen der neuen Lehrpläne.
Lehrkörper.
In Vertretung des zu einem Studienaufenthalt nach Spanien beurlaubten Direktors führte Herr Studienrat Prof. Dr. Weide die Geſchäfte der Leitung. Infolge des Abbaugeſetzes und der notwendig gewordenen Zuſammenlegung der beiden Untertertien und Quarten ſchieden 2 Mitglieder des Lehrkörpers mit Beginn des Schuljahres aus: Herr Studien⸗ aſſeſſor Weinel wurde als Studienrat an die Oberrealſchule zu Grünberg verſetzt, Herr Studienreferendar Wolf kam zunächſt außer Verwendung, wurde der Anſtalt jedoch vom 29. April an zur Verwaltung einer halben(ſeminar.) Lehrerſtelle wieder zugewieſen. Vom 16. Auguſt an hatte er zugleich eine halbe akademiſche Lehrerſtelle an der Augu⸗ ſtinerſchule zu Friedberg zu verſehen. Am 1. September zum Studienaſſeſſor ernannt, verließ Dr. Wolf am 11. Oktober die Anſtalt, um die Leitung einer höheren Bürgerſchule in Schlotheim(Thüringen) zu übernehmen. Sein Unterricht wurde vom gleichen Tage an Herrn Studienaſſeſſor Dr. F. Grünewald übertragen, der zugleich eine halbe akademiſche Lehrer⸗ ſtelle an der Studienanſtalt i. E. in Gießen innehatte und überdies 4 Wochenſtunden aushilfsweiſe an der Oberrealſchule Gießen erteilte. Am 18. Oktober übernahm Herr Pfarrer Otto Lindenſtruth an Stelle des nach Fränkiſch⸗Crum⸗ bach verſetzten Herrn Pfarrvikars F. Fernges den Religionsunterricht in den Klaſſen IIIb, IIla und IIb. In der Zeit vom 10. bis 16. Oktober 1926 nahm Herr Prof. Dr. Weide an einem biologiſchen Kurſus in Gießen teil. Am 22. Februar 1927 wurde Herrn Studienaſſeſſor P. Schoch die Amtsbezeichnung„Studienrat“ verliehen. Herr Studienrat Prof. Dr. F. Werner war als Reichstags⸗ und Landtagsabgeordneter auch in dieſem Jahre für die Dauer des Schuljahres beurlaubt.
Am 1. September 1926 trat der langjährige Referent der Schule, Herr Miniſterialrat Dr. Dorfeld in den Ruheſtand. Die Anſtalt verdankt dem ausgezeichneten Schulmanne und wohlwollenden Berater wißzerördentlich viel für ihre Entwicklung und ihr Gedeihen, die Lehrerſchaft wird ſeiner ſtets in hoher Verehrung gedenken.
Feiern und vorträge.
a) Unſere 50⸗Jahrfeier am 12. und 13. Juni 1926 nahm einen in jeder Beziehung erhebenden und wohlgelungenen Verlauf. Viele ehemalige Lehrer und Schüler, ein großer Teil der Elternſchaft ſowie der Bevölkerung aus Stadt und Land waren der Einladung der Schule gefolgt.
Die Veranſtaltungen wurden, nachdem bereits Vormittags die Gräber der verſtorbenen Lehrer und Schüler geſchmückt worden waren, am Samstag nachmittag durch eine weihevolle Gedächtnisfeier vor dem Gedenkſtein der im Weltkriege gebliebenen ehemaligen Angehörigen der Anſtalt eröffnet, bei der Herr Pfarrer Schneider eine von ſtimmungsvollen Chören umrahmte, zu Herzen gehende Anſprache hielt. Im Anſchluß hieran überreichte Herr Prof. Dr. Weide dem Direktor die vom Lehrkörper geſtiftete neue Schulfahne, der ſie mit ernſten Worten der Mahnung an die Schülerſchaft ihrer Beſtimmung übergab. Die Schule begab ſich hierauf im Zuge durch die Stadt nach dem Heſſiſchen Hofe, wo der Feſtakt ſtattfand. Die Feier wurde eingeleitet mit Beethovens Werk„Die Himmel rühmen die Ehre Gottes“, das vom Schülerchor und Schulorcheſters unter Leitung von Herrn Studienrat M. Werner ſehr wirkungsvoll vorgetragen wurde. Nach einem von Herrn Prof. Dr. Werner verfaßten Vorſpruch begrüßte der Direktor in ſeiner Feſtrede mit herzlichen Worten des Dankes für ihr zahlreiches Erſcheinen die Anweſenden, insbeſondere den Vertreter der Stadtverwaltung, Herrn Bürgermeiſter Dr. Janſen, die Vertreter der Butzbacher und auswärtigen Schulen ſowie die große Zahl der ehemaligen Lehrer und Schüler, die zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt waren, um ihre Gefühle der Zuſammengehörigkeit mit der alten Schule zu bezeugen. Er verlas das Glückwunſchſ chreiben des Landesamtes für das Bildungsweſen und teilte in deſſen Auftrage mit, daß der Anſtalt aus Anlaß ihres 50jährigen Jubiläums der Name Weidig⸗Oberrealſchule verliehen worden war. Hierauf gab er einen Ueberblick über die Entwicklung der höheren Schule in Butzbach von dem Jahr der Gründung der alten Lateinſchule bis in die neueſte Zeit und ſchloß ſeine Aus⸗
führungen mit Worten des Dankes für alle diejenigen, die die Schule gefördert und ihr ihre Unterſtützung hatten zu Teil
werden laſſen. Nach dem Liede„Brüder reicht die Hand zum Bunde“ wurden der Jubilarin die Glückwünſche der Gäſte überbracht. Im Namen der Stadtverwaltung und der Stadt Butzbach wünſchte Herr Bürgermeiſter Dr. Janſen der Anſtalt auch fernerhin glückliches Gedeihen. Für die übrigen Butzbacher Schulen ſprach Herr Rektor Henſel und überreichte zugleich in deren Namen eine künſtleriſch ausgeführte Erinnerungsurkunde. Herr Oberſtudiendirektor Alten⸗ dorf⸗Friedberg überbrachte die Glückwünſche der Oberheſſiſchen Schweſteranſtalten, Herr Oberſtudiendirektor Dr. Kalb⸗ fleiſch⸗Gießen die der ehemaligen Lehrer. Im Namen der früheren Schüler richtete Herr Weinhändler Rudolf


