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kommiſſion genötigt ſah, ihn laut Beſchluß vom 29. Juli 1570 wegen Mißvirtſchaft und Mißbrauch für immer ſeines Amtes zu entheben. ¹)
Neben Thurland tritt als Hauptunternehmer auf dem Gebiet des Bergbaues William Humfrey, Zahlmeiſter an der Münze(i. Tower), hervor. Dieſer hatte ſich mit Chriſtoph Schutz, einem Deutſchen von Geburt, ²) vereinigt, der ſich mit£ 10,000 verbindlich gemacht hatte, ſeine Kunſt in der Bearbeitung von Metallen mitzuteilen. ³) Schutz iſt offenbar derſelbe deutſche Maſchinenbauer, den Humfrey am 2. Juli 1565 Cecil empfahl, weil er mit einer vor kurzem erfundenen Maſchine Waſſer hundert Faden hoch heben könne. ⁴)
Die Königin ſchloß auch mit dieſen beiden einen Vertrag, der ſie ermächtigte innerhalb gewiſſer Grenzen in Eng⸗ land und Irland nach Mineralien zu ſuchen und Schmelzen zu errichten. Ihnen allein wurde das Privileg erteilt nach Galmei(lapis calaminaris) zu forſchen und in England Einrichtungen für Herſtellung von Mineralien und Pochhämmer zu errichten.*) Außerdem erhielten beide in Gemeinſchaft mit Tho. Smith, Wm. Williams und Humfrey Cole die Befugnis in England nach Erzen zu graben mit der Ermächtigung, Arbeiter, Wagen und Pferde zwangsweiſe herbeizuziehen. ⁶) Humfrey ſcheint nicht der beſte Charakter geweſen zu ſein. Im Nov. 1565 war er in eine Unterſuchung wegen Ver⸗ untreuungen in der Münze verwickelt,*) und gegen Hechſtetter und Louver ließ er es nicht an Verdächtigungen fehlen. Er hatte ſich bei Cecil um das Privileg beworben, in England Pochwerke einzuführen, und da es ihn kränkte, daß die beiden Deutſchen ihm bei dieſem Plan nicht entgegenkamen, ſtellte er die Behauptung auf, ſie wollten England dieſe Kunſt vorenthalten. ⁵) Was er in dieſer Beziehung ſchließlich ſpäter erreichte, verdankte er ſeinem deutſchen Genoſſen Chriſtoph Schutz, deſſen Tüchtigkeit auch von anderer Seite gerühmt wurde. Der Antwerpener Francis Bertie, dem Eliſabeth im Juli 1565 das ausſchließliche Privileg zur Herſtellung von weißem Salz übertragen hatte, bezeichnete Cecil gegenüber dieſen Deutſchen als den Mann, der England mit den gewünſchten Pochwerken und Werken zur Herſtellung von Draht verſehen könnte.*) Humfrey unterbreitete denn auch bald Cecil eine Aufſtellung der Flüſſe, die zur Errichtung von Eiſendrahtwerken geeignet waren, ¹⁰) und im Juli 1567 war bereits eine derartige Fabrik im Betrieb. Die Verſuche ergaben, daß ſich wöchentlich 25 Centner herſtellen ließen. ¹¹) Die Nachforſchungen nach Galmei ſchlugen erſt fehl, ¹²) aber als man deutſche Knappen zu Hilfe nahm, fand man das geſuchte Metall in Somerſetſhire; zugleich wurde im Forſt von Dean eine Fülle guten Eiſens entdeckt und eine Meile von Briſtol ein Kohlenlager. ¹³) Unter Begünſtigung von ſeiten des Grafen von Pembroke entſtanden in Tintern Abbey und in der Nachbarſchaft von Briſtol Eiſenwerke. ¹⁴) Allein mit Humfreys anderen Unternehmen ging es anfangs, wie es ſcheint, nicht recht vorwärts. Der auch hier als Geſchäfts⸗ mann hervortretende Leiceſter war der Anſicht, der Galmei ſei wegen ſeines niederen Preiſes nicht der Ausbeute wert, ¹⁵) und über die Bill ſeines Minenprivilegs herrſchte unter den Lords geteilte Meinung. Humfrey veranlaßte deshalb, daß die Poch⸗ und Galmeiwerke hiervon getrennt wurden. ¹⁰) Wiederholte Mißbilligung hatte auch die Bill für die Herſtellung von Meſſing gefunden. ¹7) Im Jahr 1568 berichtete zwar Humfrey über den Fortſchritt der Schmelzen für Galmei und Kupfer und ſandte auch Cecil ein Stück hergeſtellten Meſſings, ¹⁸) aber er mußte ſein niedriges Angebot für die Pacht der Kupferwerke damit begründen, daß noch Jahre vergehen würden, bevor man mit Gewinn arbeiten könne. ¹*) Am 10. Juli 1568 ſchrieb er Cecil, er habe alle Rechnungen und Bücher dem Auditor Coddenham abgeliefert, um die Laſten bezüglich der Galmeiwerke darzulegen. Zugleich bemerkte er, die Mineralwerke litten unter dem Mangel an Kapitalien und ſchlug vor, ein jeder(Teilhaber) ſollte einen Zuſchuß von£ 40 beiſteuern. 2⁰) Später müſſen dieſe Unternehmen jedoch beſſer gediehen ſein, denn Ende 1570 gaben die Leiter der Poch- und Mineralwerke Humfrey eine Pacht, um aus Blei und Stein Gold und Silber herzuſtellen. Auch Kapitalien ſtanden ihm jetzt offenbar zur Verfügung, denn er bewarb ſich um die Pacht einer alten Mine in dem Herrenſitz von Calver, der zum Erbe einer Anna Shakerley gehörte. ²¹)
¹) Lemon, Cal. of St. P. Dom. 1547— 80. S. 385, 55; 386, 67 u. 68.
2²) 259, 40. Grant to Wm. Humfrey, paymaster of the Mint, and Christopher Schutz, an Almain born etc.
³) 256. 5. Schuts, who is bound in 10 000 l to communicate his art in working metals.
4) 254, 73. recommends an Almain engineer, who can raise water one hundred fathoms high, by a newly invented engine.
5) 259, 40, 42 u. 43. Grant to Wm. Humfrey and Chr. Schutz of the sole previlege etc. for discovery of the stone called lapis calaminaris or calamine and for erecting and setting up in Engl. the manufacture of mineral and battery works.
6) Das. 44. with power to impress workmen, waggons and horses.
⁷) 260, 56 u. s. f. ⁸) 254, 81 u. 257, 21; 261, 73. ¹) 255, 91; 274, 11. 10) 274, 9. 11) 296, 31. 12) 261, 73.
13) 275, 17. Humfr. a. Cecil 30. Juni 1566. Has succeded by the aid of the German miners in finding calamine in Sommerset-Shire etc.
14) 278, 63; 322, 43. 15
) 275, 30. 16) 283, 42. ¹1) 284, 45. 18) 305, 17 u. 18. 19) 302, 45. 2⁰) 311, 10 u. 11. 21) 3


