Aufsatz 
Festspiel zur Einweihung des neuen Hauses der Viktoria-Schule und des Lehrerinnen-Seminars in Darmstadt / Dichtung von C. Keil, Musik von W. Petr
Entstehung
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zugegen, wie die Deutſchen aus den Erzen zu Borrowdale Kupfer herſtellten. 1) Einen dauernden Nachteil bildete der Mangel an Holz und die Schwierigkeit in der Beſchaffung von Kohlen. ²)

Verwendet wurde dieſer Brennſtoff ſchon, jedoch, wie es ſcheint, in recht beſchränktem Maß. Eine Kohlenmine wird im Jahr 1566 in der Nähe von Briſtol erwähnt. ³) Auch in dem Dorfe Blythe bei Nepcaſtle gab es eine ſolche.) Im Jahr 1575 faßte man den Plan ins Auge, in Newcaſtle einen Stapelplatz für Kohlen zu errichten,) und im folgenden Jahr ſuchte Thomas Caſtelin um die Erlaubnis nach, jenſeits des Trent nach Kohlen ſuchen und Kohlen⸗ bergwerke errichten zu dürfen.) Zwei Jahre ſpäter wurde die Kohle ſchon in den Brauereien Londons verwandt, aber Ihre Majeſtät fühlte ſich durch den Geruch und Rauch derſelben ſo gequält und beläſtigt, daß die Brauergeſellſchaft der Hauptſtadt ſich in einer Bittſchrift erbot, in den in der Nähe des Weſtminſterpalaſtes gelegenen Brauhäuſern keine Kohlen mehr, ſondern nur noch Holz zu brennen.*)

Der Hauptförderer und genaue Beobachter des Bergbaues blieb Cecil. An ihn wandte ſich Hechſtetter mit der Bitte, Louver in bergmänniſchen Angelegenheiten zu unterſtützen.) Faſt alle Berichte über das Hüttenweſen gehen an den Staatsſekretär, und als Thurland einmal London verließ, ohne Abſchied von ihm zu nehmen, mußte er dieſes Verſäumnis ſchriftlich entſchuldigen und dabei einen genauen Bericht über die Minenarbeiten beifügen.²) Hans Louver nahm ſeine Zuflucht zu Cecil und erklärte ſich bereit ſeine Rechnungen zur Prüfung vorzulegen, als das ſtreitſüchtige Auftreten einiger Mitglieder der Minengeſellſchaft unliebſame Verzögerungen herbeiführte. ¹⁰)

Zur Markierung des hergeſtellten Kupfers wurden 24 Stempel angefertigt, ¹1¹) und im Jahr 1570 hatten die Bergwerke bereits eine ſolche Blüte erreicht, daß Hans Louver an Cecil den Wunſch richtete, er möchte erwirken, daß der früher für die Lieferung von 3 4000 Cwt. Kupfer abgeſchloſſene Vertrag auf eine Lieferung von 3400 000 ausgedehnt würde. ¹²)

Techniſche Leiter der Königlichen Minengeſellſchaft waren Hechſtetter und Louver. Am 5. März 1570 machten ſie eine Aufſtellung des Vermögensſtandes mit einer Liſte der Eigentümer, die an dem Gewinn teilnahmen. ¹³) Zu den Shareholders gehörten auch Burghley und Leiceſter, deren jeder zwei Teile hatte. ¹4) Beſondere Vorteile bei den König lichen Minen genoſſen die beiden Deutſchen Hechſtetter und Schütz und die Engländer Thurland und Wm. Humfrey. ¹⁵) Beſitzer von Privilegien bei den engliſchen Bergwerken waren ferner die Augsburger Johann Langnaver, Melchior Link u. a., die am 1. Oktober 1571 bei der Königin, dem Grafen von Leiceſter und Lord Burghley um eine Beſtätigung ihrer Rechte nachſuchten. 46) Seit Anfang 1571 wird Daniel Hechſtetter als Werkmeiſter der Königlichen Bergwerke erwähnt, und als ſachverſtändiger Leiter empfahl er um dieſe Zeit ein von Henry Pope neu entdecktes Verfahren zum Röſten von Blei⸗ und Kupfererz. ¹7) Zu den amtlichen Befugniſſen Hechſtetters gehörte aber außerdem noch die Intereſſenvertretnng der fremden Teilhaber(der gen. Augsburger) an den Bergwerken, während Richard Edes, der auch in Keswick wohnte, Vertreter der engliſchen Teilhaber war. Einnehmer und Schatzmeiſter für den Anteil der Königin an den Bergwerken in Cumberland und Weſtmoreland war Richard Dudley, der zugleich die Oberaufſicht über die Werke führte uud ebenfalls Teilhaber war. Kraft des Briefes Ihrer Majeſtät vom 23. Juli 1570 hatten Hechſtetter u. Edes 70 ½ Cwt. Kupfer als Anteil der Königin an Dudley abgeliefert, den 20. Teil der 1410 Ewt. Kupfer, die vom 17. Nov. 1570 bis 21. Juni 1571 hergeſtellt worden waren. Vom 21. Juni bis zum 23. Nov.(1571) waren noch einmal 720 Cwt. Kupfer hergeſtellt worden, wovon an Dudley der 15. Teil abgeliefert wurde. Dazu kamen ſpäter nochmals 46 Cwt., ſo daß ſich Eliſabeths perſönlicher Gewinnanteil in dieſem Jahr auf 164 Cwt. belief. ¹8)

Bemerkenswert dürften noch die Folgen ſein, welche das neu erſtandene Hüttenweſen auf das Savoyhoſpital ausübte, deſſen Vorſteher(master) Thomas Thurland war. Die oben erwähnten Geldverlegenheiten waren wohl die Urſache, daß Thurland das ihm anvertraute Amt ſchnöde mißbrauchte, indem er nicht allein große Summen Geldes zu ſeinen eigenen Zwecken unterſchlug, ſondern ſogar dem Spital gehörende Gelände eigenmächtig verkaufte. Trotzdem aber weigerte er ſich, wie Erzbiſchof Grindal Cecil entrüſtet meldete, freiwillig zurückzutreten, ſo daß ſich die Unterſuchungs⸗

¹) 300, 16. 2) 319, 13; 301, 26. ³) 275, 17. 4) 282, 13. 5) 502, 30.) 533, 18.

) 612, 68. Understand that Her Majesty findeth herselfgreately greved and anoyed with the taste and smoke of the sea cooles used in their furnaces etc.

8) 398, 56. 9) 312, 14. 1⁰) 438, 63. 11) 395, 20.) Das. 21. ¹³) 408, 29. ¹4) 688, 33.

15) Das. 32. 16) 424, 30. 17) 457, 48.

¹18) Green Cal. of. St. P. Dom. Addenda, 1566 79 S. 375/76. Bill between Rich. Dudley, receiver and treasurer for Her Majesty's portion of the mines in Cumberl. and Westmorel etc.