Dieſes Schildchen iſt auch am Garderobehalter, am eigenen Materialſchränkchen oder-fach und am Liegeſtuhl. Das Auffinden der richtigen Plätze geſchieht dadurch von den Kindern raſch und mühelos, die Kinder können dadurch manche Arbeit ganz ſelbſtändig ohne jede Hilfe der Erwachſenen ausführen, was in erzieheriſcher Hinſicht und auch im Intereſſe eines ſchnell zu ordnenden Betriebes außerordentlich günſtig iſt. Der Körperpflege kann durch eine derartig hygieniſche Einrichtung weitgehende Sorgfalt gewidmet werden, die Kinder werden z. B. gleich daran gewöhnt, täglich beim Kommen eine regelmäßige Hand- und Nagelpflege vorzunehmen. Das Zähneputzen wird da auch ausgefüͤhrt.(Man ſtelle ſich die Zahnpflege unſerer Kinder dagegen vor, nach einer kürzlichen Umfrage unter 87 Kindern beſaßen 3 eine eigene Zahnbürſte!!)
Zwei Kindergärten haben noch eine weitere ſehr wertvolle Einrichtung, die hier genannt werden muß: ein großes Plätſcherbecken im Freien(Garten) mit Duſchevorrichtung.— Ein ärztliches Unterſuchungszimmer, ein Iſolierraum für erkrankte oder krankheitsverdächtige Kinder und das notwendige Sprechzimmer ſind in ſämtlichen Anſtalten vorhanden. Sehr gut iſt auch die Einrichtung der Küchen mit dem nie fehlenden Abſtellraum. Gekocht wird da meiſt nur der Nachmittagskaffee für die Kinder. Die meiſten Anſtalten haben einen durchgehenden Tagesbetrieb bis 5, 6 Uhr nachmittags. Viele Kinder bleiben über die Mittag⸗ eſſenszeit in dem Kindergarten und werden da geſpeiſt. Die Hortkinder kommen auch gleich nach dem Schulſchluß vormittags in den Hort und erhalten ebenfalls das Mittageſſen dort. Im Kindergarten wird außerdem noch ein warmes Frühſtück gegeben. Von einer großen Zentralküche aus, die ganz neu und glänzend eingerichtet ſein ſoll, werden ſämtliche Betriebe verſorgt. In Thermophoren wird das Eſſen durch Speiſeautos den Anſtalten gebracht und iſt dadurch ſtets heiß und gebrauchsfertig.— In den Horten fallen noch die beſonders gut eingerichteten Werkräume auf, von den Hobelbänken bis zum kleinſten Werkzeug fehlte nicht ein Stück, prachtvoll eingerichtete Werkzeugſchränke bergen das wertvolle Material. Ein Hort hat ſogar zwei Werkräume, den einen für Hobelbank, den andern für Laubſäge⸗ und Papparbeiten. Alle Horte haben Nähmaſchinen für die großen Mädchen. Sehr reich— haltig und überſichtlich iſt auch ſtets die Hortbibliothek.
In den meiſten Betrieben fallen Form und Farbe der Möbel auf, ſogar das Klavier iſt in Form und Farbe dem Raum angepaßt. Auffallend ſchön iſt die Ausſtattung der Kindergärten und Horte in der Maſſenheimer- und Vatterſtraße. Nicht unerwähnt ſei auch die praktiſche Inneneinrichtung der kleinen Schränke, die es jedem Kinde ermöglichen, aus eigenem Gefache das Arbeitsmaterial zu entnehmen oder Spielzeug zu holen. Die meiſten Schränke haben Schiebetüren. Im Kindergarten der Maſſenheimerſtraße iſt ein Gruppenzimmer mit Bauhausmöbeln eingerichtet, Decken und Wände der Zimmer ſind in zwei Farben, die Decke und die Fenſterwand leuchtend blau, die drei übrigen Wände terrakottafarben. Der Fußboden hat einen Belag aus ſilbergrauem Linoleum(alle Betriebe haben Linoleumböden!) grau⸗blau der Anſtrich der eigenartigen Kindertiſche und ⸗ſtühle, die Tiſch⸗ und Stuhlbeine haben jenes Rot der Wände. Auf den ebenfalls niedrigen Schränken Spieltiere aus der Werkſtätte der Walddorfſchule, dieſes Spielzeug iſt in allen Betrieben, ſteht überall auf den niederen Schränken. Es belebt die Räume ſehr, denn Wandſchmuck gibts in keinem Betriebe, außer den Wandtafeln mit den handgemalten Bildern der Kinder. Wandſchmuck iſt nicht erlaubt, die Räume ſind, was Einrichtung und Farbe der Wände betrifft, von ſo einheitlicher geſchloſſener Wirkung, daß Bilder den Geſamteindruck nur ſtören. Es iſt merkwürdig, unſere bildergewohnten Augen vermißten ſie garnicht, man bemerkte das Fehlen des Wandſchmucks eigentlich kaum. Zum Schluſſe ſei noch auf die neue Art der Liegeſtühle(Waldheimliegeſtühle) hingewieſen, die überall in großer Anzahl vorhanden ſind. Leicht zuſammenklappbar, mit kräftigem, feſt geſpannten Segeltuche bezogen, finden ſie nach
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