Aufsatz 
Unser Landheim zu Niedernhausen i. O. : Warum strebte die Eleonorenschule nach einem Landheim? / Dr.Heldmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

artigen Kuppelbau auf der Höhe. Dort, an der Stätte des Friedens, wo auch kein Fremdenführer die Stille zu unterbrechen wagte, legten wir unſre Dankopfer nieder auf die zwei Särge derer, von deren Geiſt wir uns nähren und die hier mit Recht neben Fürſten ſchlafen.(Dr. Avemarie.)

Alle Klaſſen beſichtigten am 19. September die Landwirtſchaftliche Ausſtellung. Die Klaſſe IIbD beſuchte wie andere am 22. Auguſt unter Führung des Herrn Oberreallehrers Schäfer die Frankfurter Muſikausſtellung. Der Klaſſenführer Dr. Heldmann beſichtigte mit ihr am 3. Februar das Schloßmuſeum, am 24. Februar Frankfurt und zwar das Goethe⸗ haus, den Römer, den Dom, die Paulskirche und die Altſtadt; ferner noch das Darmſtädter Städtiſche Muſeum und die Stadtverordneten-Verſammlung. Die Klaſſe IIb A beſuchte die Chryſanthemum⸗-Ausſtellung der Stadtgärtnerei und am gleichen Tage die Porzellan Ausſtellung im Prinz⸗Georg⸗Palais. Am 9. Februar beſichtigte die Klaſſe das Rathaus und wohnte der Stadtverordneten-Verſammlung bei. Auch Stadt- und Schloßmuſeum wurden beſucht. Die Klaſſe IIbA machte unter Führung von Dr. Grebert am 17. Februar eine Studienfahrt nach Frankfurt a. MN. Es wurden am Morgen Goethehaus und Altſtadt mit St. Leonhardskirche und Saalhof, Römer, Paulskirche und Dom, nachmittags im Staedel ſchen Inſtitut die dort befindlichen Romantiker beſichtigt. Eine zweitägige Wanderung führte die Schülerinnen der IIas am 1. und 2. Juli in den Speſſart. Am 22. Februar leitete Dr. Grebert eine Studienfahrt dieſer Klaſſe nach Frankfurt a. M. zur Beſichtigung der Betriebsräume der Frankfurter Zeitung. Die vorzügliche Führung zeigte den Schülerinnen die Handſetzerei, die Formulardruckerei, Setzmaſchinen, Gießerei und ſchließlich die großen Rotationsmaſchinen für Maſſenauflagen. Alle Maſchinen waren in Betrieb. Der Nachmittag brachte eine Beſichtigung des Goethehauſes, der Altſtadt und des Domes. Studienrat Dr. Schmidt unternahm am 6. Februar eine Fahrt mit der IIIa2 nach Frankfurt a. M. zur Beſichtigung des Goethehauſes, des Doms, der alten Kunſt im Staedel und einen Gang durch die Altſtadt.

Eine Skifahrt der Frauenſchule ins Allgäu vom 4. bis 11. Februar 1928 führte die Turnlehrerin Frl. Schmuck. Sie ſchreibt darüber:

Von Hügeln zu Hügeln Im Überſchwang

Wie auf Flügeln, Hinabzuſauſen

Wellige Weiten Und nach ein paar Atempauſen Dahin zu gleiten, Wieder hinauf zu ſtreben

Steilen Hang Das iſt Leben. F. Möſchlin.

Am Morgen des 4. Februar zog ich mit 11 fröhlichen jungen Mädchen unſerer Frauenſchule zum Skilaufen nach Wertach i. Allgäu. Von dort iſt mir 60 100 cm hoher Schnee gemeldet worden, da konnten wir ja die Fahrt wagen. Es war eine recht lange Fahrt, die aber durch öfteres Umſteigen abwechſlungsreich wurde. Lebhafte Unterhaltung über die Kunſt des Skilaufs ſowie luſtige Spiele verkürzten uns die Zeit. Zwiſchen Ulm und Kempten wurde die Begeiſterung groß, denn von hier an bekamen wir richtigen Schnee und in der Ferne beſchneite Berge zu ſehen, für die meiſten ein ganz neuer Anblick. Nun endlich kam auch das letzte Umſteigen ins Zügle, das uns zur Station Wertach brachte, dann noch eine kurze Fahrt im Auto nach dem Markt Wertach zum Gaſthaus Adler. Hier wurden wir ſehr herzlich empfangen. In drei Privathäuſern waren wir glänzend untergebracht. Die Küche desAdler ſorgte für Speiſ' und Trank, nach echt bayriſcher Art. Bald gingen wir zu Bett, denn wir waren alle reichlich müde. Der nächſte Tag war ein ſtrahlend heller, aber kalter Sonnentag. Der angekündigte Schnee war richtig da, wir alle waren begeiſtert. Täglich tummelten wir uns 5 bis 6 Stunden in der friſchen Gebirgsluft, im herrlichſten Sonnenſchein. Wir übten fleißig die verſchiedenen Schwünge. Schneepflug, Stemmbogen und ſogar ein richtiger Telemark wurden erreicht. Unermüdlich gings immer wieder im

13