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Leber dieſen Augenblicken ſtiller Sammlung lag ſtets erhabener Ernſt. Sonſt herrſchte laute Freude in unſeren Hallen. Das Heim ſoll ja ein Haus in der Sonne, voll Frohſinns und Liederklangs ſein. Es tönte deshalb vom frühen Morgen bis zu ſpäter Stunde von edlen Volksliedern wieder. Im allgemeinen waren Bücher in jenen goldnen Herbſttagen verpönt. Nur wenige gute, neuere Romane, klaſſiſche Novellen, moderne(gute) Tiermärchen und heitere Erzählungen ſah ich in den Schlafräumen die Runde machen. Eine Abteilung in unſerem„42 er Zimmer“, ſcherzweiſe „der oder die Plebs“ genannt, führte die feine Ge— wohnheit ein, von der Zimmerälteſten allabendlich durch Vorleſen ſich in den Schlaf einlullen zu laſſen. Am häufigſien griffen wir zum allbeliebten„Zupf— geigenhansl“ oder der noch wertvolleren Sammlung „Was ſinget und klinget“, bis nach einigen Tagen die Lieblingslieder frei geſungen werden konnten. Ganz vereinzelt wurde ein leichter Singſang, ein banales Bänkelſängerlied geträllert. Gegen Operettenſchlager, Couplets und Gaſſenhauer führte ich einen verſteckten Krieg. Sie kamen zu meiner ſtillen Freude gegen edlere Lieder nicht auf und wurden bald von wert⸗ vollerem Gut verdrängt. Auf Klaſſenbefehl mußte ich einen eigenen Landheimſang produzieren. Man kommandierte die Poeſie. Da andere Klaſſen, wie das poeſiereiche Gäſtebuch es auswies, bereits den hohen Pegaſus beſtiegen hatten, erforderte es die Ehre der Frauenſchule gebieteriſch, an poetiſcher Fruchtbar⸗ keit ſie zu übertreffen. Als dann der Beſuch der „vorgeſetzten Behörde“, des Herrn Staatsrat Block angekündigt wurde— eine Nachricht, die, wie boshafte Zungen ausſagten, mich aus dem inneren Gleich— gewicht gebracht habe!— ſollte dieſe ſchöpferiſche Tätigkeit beſchleunigt werden. Denn der allerhöchſte Gaſt in Begleitung des„Rex“ ſollte mit auserleſenen leiblichen und geiſtigen Genüſſen unterhalten und ihm zu Ehren eine feſtliche Beleuchtung des Hauſes ver⸗ anſtaltet werden. In der Tat erlebte die Gelegenheits⸗ dichtung an dieſem Tage ihre Araufführung und fand ſehr beifällige Aufnahme. Zur Zeit wird bereits die fünfte Auflage dieſes Leibliedes vorbereitet, das zahl⸗ reiche Anklänge an bekannte Quellen enthalten, auf den Krücken einer entlehnten Weiſe einhergehen und in anderen Klaſſen unſerer Anſtaltinmehreren Plagiaten bereits verbreitet ſein ſoll.
An dieſem„großen“ Tag regten ſich alle fleißigen Hände, um dem Heim das beſte Gewand anzulegen.
Sonſt flogen wir aus in die nähere und weitere Am— gebung, tranken mit durſtigen Augen von dem goldenen Aeberfluß der Welt und wurden nicht müde, an der maleriſchen Lage Lichtenbergs in Oſt und Weſt und Nord und Süd uns zu ſättigen. Anterwegs trafen wir einſt einen alten Freund, den Odenwaldmaler Prof. Lippmann vor ſeiner Skizze im Freien, ſahen und hörten ihm zu; an einem regneriſchen Nachmittag betrieben wir volkswirtſchaftliche Studien im Ott ſelbſt, wo eine rege Heiminduſtrie ihren Sitz hat, beſuchten die„Gailchesdreher“ in ihrer Werkſtatt, den Feder⸗ halterfabrikanten und die Galalitfabrik, wo mancher Arbeiter im Vorbeigehen an ſeinem Platz uns ſeine geheime wirtſchaftliche Not offenbarte. In der Dämmerung ſpielten wir männliche,„kriegeriſche“ Spiele oder Verſteck. Nach dem Abendeſſen kam der Frohſinn zu ſeinem Recht. Es fanden regelmäßig ſehr ausgedehnte„bunte Abende“ ſtatt. Wir ergötzten uns an Jürnjakob Swehns„Amerikafahrer“, an L. Thomas„Lausbubengeſchichten“(in Auswahlh, an v. Wolzogens„Gloriahoſe“. Anerſchöpflichwaren meine Mädchen an Vorſchlägen zu Geſellſchafts- und Be⸗ wegungsſpielen, an eigenen Einfällen für Oramatiſierung von Volksliedern oder Inſzenierung von Geſpenſter⸗ erſcheinungen, unermüdlich beim„Blinzeln“,„Tee⸗
Unſer Nachbar. 1 e
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