Daß wir in dieses Erdenkampfes Qual
Nicht sinnlos, nicht zum Spott entsendet sind, Daß doch die ewige Vernunft einmal
Des großen Kampfes letzten Sieg gewinnt.
SSDʒ Mathematik.
(6. Schülerin.) Es ist Vernunft die wunderbare Kraft, Die aus dem Alten kühn das Neue schafft. Sie gibt dem Menschen seine ganze Würde, Sie gibt den Blick für Gottes große Werke, Sie gibt zu jeder guten Arbeit Bürde Die sich're Klugheit uns und feste Stärke. Drum ist es wohl des Menschen pflicht, vor allen Geschenken Gottes dieses stets zu üben. Laßt keinen Flecken ihren Spiegel trüben, Nicht blindem Aberglauben sie verfallen! Verkauft sie nicht um falschen Trost im Leid! Nur sie besteht vor Gottes Richterstuhle, Die scharfe Waffe der Wahrhaftigkeit. Es ist Mathematik, die strenge Schule Für scharfes Denken und für klares Schauen. Sie zeichnet uns den Plan, nach dem wir bauen, Sie zeichnet auf's Papier den kühnen Bogen, Der weit gewölbt den Strom dann überspannt. Sie regelt streng das Bett der starken Wogen, Sie teilt die Zeiten und sie mißt das Land. Sie lehrt uns Kraft und Gegenkraft vergleichen, Bis sie sich nützlich ineinander fügen, Läßt stoßen sie und treiben, hemmen, weichen, Das Wasser hier und dort die Erde pflügen, Hier hämmern, dort auf glatten Schienen fliegen Und sich gehorsam in den Lüften wiegen. Sie geht errechnend nach der Sterne Bahn Und läßt uns staunen vor des Schöpfers Plan.
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