Sie gibt zu jedem Werke Maß und Zahl.
Des Alltags schlichtes Rechnen schon bestimmt Die Ordnung, wie ein jeder gibt und nimmt, Bestimmt der Arbeit Lohn, des Käufers Wahl Und trägt der Staaten weisen Riesenbau.
Wohl ist nicht immer spielend zu bezwingen Der spröde Stoff. Der Geist muß mit ihm ringen, Muß willensstark, bis auf den Punkt genau Nachgeh'n der Form, dem Maß in allen Dingen, Bis sich ihr Kern und Wert, der echte, wahre, Ihm zuverlässig brauchbar offenbare.
Daß die Vernunft zur Wahrheit uns geleite Steht dem Gefühl, dem Wijllen sie zur Seite.
SESD Wahrheit.
(5. und 6. Schülerin, 3. Schüler zusammen.) Die Wahrheit gibt in unsre schwache Hand Der Welt geheimnisvolle Urgewalten; Nur sie vermag als allumfassend Band Zusammen Menschen und Natur zu halten, Nur sie vermag zu ordnen und zu einen Die Gegenstände, die unzählig viel Verwirrend unsern Sinnen rings erscheinen. Bedeutung gibt dem Leben sie und Ziel, Und über unsrer Erde kleinem Ball Sieht sie Unendlichkeiten staunend offen Und in das unbegrenzte ewige All Weist Wege sie dem Glauben und dem Foffen. Sie ist von Gottes Geist das Ebenbild, Der unsern Geist sehnsüchtig nach sich zieht. Sie ist das Eine, das für Alles gilt, Sie ist die Allmacht, der kein Ding entſlieht. Es steigt der Schönheit Göttin aus dem Meere Der Wahrheit nur empor an's Tageslicht; Tot bleiben muß der glatten Formen Leere,
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